Jahrgang 
1917
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herzlichſt Ihr Scheiden aus der älteſten Reichsſtadt des deutſchen Landes; den Ausbau der Oberrealſchule zu Worms haben Sie in hervorragendem Maße gefördert; die Trennung der Anſtalten und das neue Heim des Gymnaſiums kam unter Ihrer unermüdlichen Hilfe zuſtande.

Es iſt den Kollegien der Wormſer Schweſteranſtalten ſtets ein beglückender Gedanke geweſen, daß Sie, hochverehrter Herr Geheimerat, Ihrer hieſigen Amtstätigkeit ſich heute noch gern erinnern.

Die Lehrer der beiden Schulen bringen Ihnen zu dem ſeltenen Tage der Ver⸗ ehrung und Dankbarkeit innige Wünſche für Sie und alle, die Ihnen lieb und teuer ſind, dar; ſie bitten auch um gütige Annahme der Beilage, die das Herrlichſte darſtellt, was unſere Stadt äußerlich zu bieten hat.

In tiefſter Ehrerbietung für die Oberrealſchule: Dr. Lahm. Schüler. Prof. Dietrich. Prof. D. Bonin.

Für das Großh. Gymnaſium: Lauteſchläger. Prof. Dr. Fritz Becker. Prof. Frederking. Prof. Habermehl.

Das Dombild von Fritz Muth iſt ausgezeichnet mit allen Vorzügen dieſes hoch geſchätzten Künſtlers und überraſcht uns durch manche neue Stimmungsnote, die er in ſein Werk hineinträgt. Die wundervolle Schönheit, die die Weſtchoranſicht ſeiner Dom⸗ bilder mit ihrem Baumſchmuck enthält, ſpricht auch hier zu uns; neu iſt die Anſicht aus erhöhter Stellung, das Zerfließen des Horizonts in die Rheinebene, die wir im Hinter⸗ grunde ſchauen, und die uns den Dom in ſeiner majeſtätiſchen Größe als beherrſchenden Mittelpunkt der Landſchaft erkennen läßt. In Herbſtſtimmung iſt die Landſchaft getaucht, und Herbſtſonne überſtrahlt das gewaltige Bauwerk, ſo mag der Jubilar ſich ſolcher Stimmung in Beziehung auf ſein Lebenswerk freuen und daran denken, wie von der Höhe im Niederſteigen die milde Sonne unſeres Herbſtes den Weg verklärt, den wir ſtürmend, ringend, ſtrebend dahingeſchritten, wie ſich uns in ſolchem Hinſchreiten der Sinn des Lebens enthüllt und wir nun rings aus den Tälern und aus unſerer Seele die Glocken klingen hören, die uns ſagen: Dein Werk war gut, es iſt ein Ewiges in ihm, das Dein Leben wertet. Solche Gedanken machen den Schulmann ſtolz und froh; er ſieht reiche Ernte um ſich und immer neue Saat emporſchießen, und ſein Glaube wankt nicht, daß das furchtbarſte Kriegswüten nicht vernichten kann, was er in 50jähriger Arbeit erſtrebt hat, und daß die deutſche Schule, die deutſche Kultur einſt ſiegen werden, wie in dieſen ſchweren Tagen die deutſchen Waffen ſiegen. Ewigkeitsarbeit! Sie finden in unſerm täglichen Wirken, das heißt den rechten Sinn unſeres Lebens gefunden haben!

Den Lehrern der Anſtalt dankte Herr Geheimer Oberſchulrat Nodnagel in einem Schreiben vom 31. Oktober 1916, aus dem wir folgende Stellen mitteilen:

... Bis zur Stunde hatte ich gehofft, noch vor Monatsſchluß in Worms erſcheinen und mündlich mich zu der feinſinnigen und überaus prächtigen Kundgebung äußern zu können, mit der mich die Lehrkörper des Gymnaſiums und der Oberrealſchule zum 20. d. M. freudig überraſcht und über Verdienſt das empfinde ich lebhaft geehrt haben.. Die Gratulationstafel, ſo warmherzig und gehaltvoll ihrem Inhalt nach und mit ſo erleſenem Geſchmack ausgeſtattet, und das ſie begleitende künſtleriſch hervorragende Bild ſind Gaben, die an ſich ſchon den Empfänger mit hoher Freude erfüllen müſſen. Für mich aber bedeuten