Jahrgang 
1917
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er wieder ſeinen Dienſt an der Anſtalt. Herrn Schott war durch Verfügung vom 10. Januar 1917 die Verwaltung einer Lehrerſtelle an dem Realgymnaſium zu Gießen übertragen worden; da er aus geſundheitlichen Gründen um Zurücknahme dieſer Verfügung bat, iſt er ſeit dem 25. Januar 1917 an der hieſigen Schule beſchäftigt. Herr Schacker erkrankte gegen Schluß des Jahres 1916 an einem ſo hartnäckigen Katarrh, daß er vom 1. Febr. 1917 an beurlaubt werden mußte. Durch Verfügung vom 16. bezw. 26. Januar 1917 wurde unſerer Anſtalt Herr Jakob Wilhelm, bis kurz vor Ausbruch des Krieges mit Rumänien Lehrer an der deutſchen Schule zu Galatz, überwieſen. Herr Rabbiner Dr. Holzer mußte zur Kräftigung ſeiner Geſundheit vom 1. Mai bis 5. Juni 1916 beurlaubt werden, Herr Zeichen⸗ lehrer Arras war infolge von Ischias vom 12. Oktober bis zum 4. Dezember beurlaubt, Herr Oberlehrer Anſtos mußte vom 1. bis zum 18. Dezember vertreten werden, weil ſein Kind an Scharlach erkrankt war, und für Herrn Lehramtsaſſeſſor Armbruſter mußte vom 7. Februar ab eine Vertretung krankheitshalber eingerichtet werden; dieſe übernahm Herr Lehramtsaſſeſſor Bickelhaupt von der Eleonorenſchule. Am 5. März 1917 wurde Herr Prof. Dr. Grüninger zum Heere einberufen.

Der außerordentlich große Lehrerwechſel in dieſem Schuljahre, die längere oder kürzere Zeit dauernden Erkrankungen von Lehrern der Anſtalt, die Verlängerung der Weihnachtsferien um 8 Tage, der Ausfall des Unterrichts vom 12. bis 22. Februar und die Kürzung desſelben nach dem 22. Februar der Kohlenerſparniſſe halber, die häufige Heranziehung von Schülern zu mancherlei Hilfeleiſtungen machten Veränderungen in der Unterrichtsverteilung und dem Stunden⸗ plan oft notwendig, oder ſie zwangen gelegentlich zur Ausſetzung von Unterrichtsſtunden. Selbſt⸗ verſtändlich iſt es, daß der Geſamtunterrichtsbetrieb hierdurch empfindliche Störungen und Hemmungen erfuhr.

Zu den Schulfeiern an dem Geburtstage Seiner Königlichen Hoheit des Großherzogs und Seiner Majeſtät des Kaiſers, an den Tagen, an denen uns große Erfolge unſeres Heeres gemeldet wurden, kam am 8. Juli 1916 die Feier der hundertjährigen Zugehörigkeit Rhein⸗ heſſens zu dem Großherzogtum Heſſen und am 14. März 1917 das 25⸗jährige Regierungsjubiläum Sr. Königl. Hoheit des Großherzogs. Am 8. Juli ſprach Herr Prof. Bonin über:Rheinheſſen 100 Jahre heſſiſch; Herr Huber über:Bilder aus der Franzoſenzeit und die Entwickelung von Worms ſeit 1816; am 25. November ſprach Herr Prof. Dr. Stockhauſen über:Meine Kriegserlebniſſe; am 27. Januar 1917 ſprach Herr Oberlehrer Beiſinger über:Die deutſchen Kolonien und der Weltkrieg; Herr Wilhelm über:Deutſche Siege in Rumänien, am 14. März 1917 Herr Oberlehrer Heyl über:Wie wir unſere Heimat ſehen. Bei allen Feiern leitete Herr Reallehrer Faulſtroh in muſtergültiger Weiſe die Geſänge, die von Schülern unſerer unteren Klaſſen ausgeführt wurden.

Am 20. Oktober 1916 konnte Herr Geheimer Oberſchulrat Nodnagel Dr. h. c. auf eine fünfzigjährige Tätigkeit im Schuldienſte zurückblicken. Da der hochverdiente Mann innerhalb dieſes Zeitraumes auch Direktor des Gymnaſiums und der Realſchule zu Worms war von Herbſt 1888 bis Herbſt 1890, ſo benutzten die Lehrer der beiden Anſtalten dieſe ſeltene Veranlaſſung, um ihrer Verehrung und Dankbarkeit beſonderen Ausdruck zu verleihen. Herr Kunſtmaler Fritz Muth zu Worms fertigte ein Gemälde unſeres herrlichen Domes an, und Herr Geheimer Schulrat Nodnagel wurde gebeten, dieſes Bild gütigſt annehmen zu wollen.