22. September 1914. Lehramtsaſſeſſor Dr. Spira wird vom Winterſemeſter ab die Verwaltung einer Lehrerſtelle an unſerer Anſtalt übertragen.
7. Oktober 1914. In den Kämpfen bei Roye(Frankreich) ſtarb unſer lieber Kollege Bernhard den Heldentod fürs Vaterland. Seit Ende September führte er die 9. Kompagnie des Infanterie⸗ Regiments Nr. 118. Mehrfach ſchon hatte er ſeine Truppe zum Sieg geführt, aber nach einem ſchweren Nachtgefecht wurde der Führer vermißt, den man ſpäter unter den Toten fand. In Bernhard iſt ein Mann von ausgezeichneter Begabung, wiſſenſchaftlichem Streben, vorbildlicher Gewiſſenhaftigkeit in der Erfüllung ſeiner Pflichten, großem Lehrgeſchick und herzlicher Liebe zu ſeinen Schülern dahingegangen. Als leider kein Zweifel mehr darüber beſtand, daß Bernhard ge⸗ fallen war, widmete ihm die Schule folgenden Nachruf:
Am 7. Oktober d. Is. ſtarb den Heldentod fürs Vaterland unſer lieber Amtsgenoſſe Herr Heinrich Bernhard Offizier⸗Stellvertreter im Infanterie⸗Regiment Nr. 118.
Liebe zu ſeinen Schülern war die treibende Kraft in ſeiner pflichttreuen beruflichen Tätigkeit, Herzensgüte und ſchlichtes Weſen gewannen ihm die Freundſchaft ſeiner Amtsgenoſſen, die dankbare Anhänglichkeit ſeiner Zöglinge und in den Elternkreiſen die freudige Würdigung ſeiner Bemühungen um die Kinder.
In Dankbarkeit werden wir alle ihm ein ehrendes Andenken bewahren.
Worms, den 14. Dezember 1914.
Direktor und Lehrerkollegium der Oberrealſchule und Vorſchule.
9. Oktober 1914. Lehramtsaſſeſſor Dr. Pfannkuchen wird an die höhere Bürgerſchule nach Schlitz verſetzt.
16. Oktober 1914. Lehramtsaſſeſſor Armbruſter übernimmt die Verwaltung einer Lehrerſtelle.
7. November 1914. Lehramtsreferendar Dr. Blaß wird zum Lehramtsaſſeſſor ernannt.
1. Dezember 1914. Dem Oberlehrer Schmitt wird der Charakter als Profeſſor verliehen.
Eiſernes Kreuz. Den Kollegen Dr. Stockhauſen, Jakob und Dörſam wurde für hervorragende Tapfer⸗ keit das Eiſerne Kreuz verliehen. An dieſer Auszeichnung und Ehrung nimmt das Geſamt⸗ kollegium durch herzliche Mitfreude innigen Anteil.
9. Januar 1915. Frau Eliſabeth Funk, geb. Ackermann zu Groß⸗Umſtadt zeigt an, daß ihr innigſtgeliebter Gatte, Herr Lehramtsaſſeſſor Peter Funk, Offizier⸗Stellvertreter und Kompagnieführer der 9. Kompagnie des Reſerve⸗Infanterie⸗Regiments Nr. 118, Ritter des Eiſernen Kreuzes und Inhaber der Heſſiſchen Tapferkeitsmedaille am 11. Dezember 1914 den Heldentod fürs Vaterland auf Rußlands Boden ſtarb. Von Herbſt 1910 bis Oſtern 1913 war der Ver⸗ ſtorbene an der hieſigen Anſtalt tätig. Einen lieben Kollegen, einen treuen Lehrer, einen tüchtigen Mann verliert in ihm die Schule. Der Trauer der Angehörigen ſchließt ſich unſere Anſtalt in herzlichſter Teilnahme an.
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