Jahrgang 
1913
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liegen vor uns, denn der Haſſer und Neider hat das deutſche Volk gar viele; wir aber vertrauen dem Kaiſer, wir ſtehen treu zu unſerem Führer.

Mit begeiſtertem Jubel ſtimmen die jungen Kehlen in das Hoch auf unſeren Kaiſer ein. Und dann hebt ſich der Vorhang, die Feſtvorſtellung beginnt.

Was Wildenbruch verherrlicht, feiert er aus vollem Herzen, mit ehrlichen Worten, deren Eindruck ſich namentlich die Jugend nicht entziehen kann. Beſonders wenn die Aufführung ſo von Begeiſterung durchglüht iſt, wie die geſtrige. Wie fein hatte ſie der treffliche Regiſſeur, Herr Oberlehrer Dreſcher, durchgearbeitet; wie ſtilvoll war das Bühnenbild, waren die zeitgemäßen Koſtüme, die preußiſchen u. franzöſ. Uniformen! Kein Zweifel, dieſe Aufführung war mit außerordentlicher Liebe und Hingebung ermöglicht worden. Auch die Darſtellung ließ reiche Talente erkennen. Wir nennen zuerſt Ernſt Pfaff als Heinrich, der ſeine Titelrolle mit männlicher Energie und innerlicher Ergriffenheit durchführte, dann Hugo Chriſſt⸗ mann, der aus der nicht leichten Rolle des alten Bergmann das Beſte zu machen wußte. Den un⸗ ſympathiſchen Kommandanten wußte Jakob Roßbach ſehr gut zu charakteriſieren. Die mutigen Frauen⸗ geſtalten des Stückes wurden von Elſe Schaub und Elſe Eppelmann teefllich dargeſtellt. Sehr gefiel Hans Karg in der Rolle des Ferdinand v. Ingersleben. Wirkungsvoll waren die militäriſchen Szenen: Die Offiziere von Küſtrin(Auguſt Wagner, Guſtav Pfeiffelmann, Ludwig Kinkel, Jak. Menger, Eugen Zerbe, Wilhelm Miſchon),, die franzöſiſchen Offiziere(Hugo Gebb, Erich Lenk, Hans Bechtel, Ludwig Strack, Fritz Uhl als Kommiſſär und Heinrich Dietz als Sekretär). Wilhelm Miſchon hatte auch die gute Rolle des Kalfaktors Riekebuſch, deſſen derbe und drollige Sprache viel Vergnügen machte. Neben den Hauptperſonen gefielen beſonders och Jakob Menger, der als Leutnant der Küſtriner Beſatzung dem Kommandanten mit ſo edlem Feuer entgegentrat, und Heinrich Dietz, der als Lepetit eine vorzügliche Charakterrolle ſchuf; die übrigen Darſteller ſeien mit herzlicher Anerkennung bedacht. Die Aufführung war vortrefflich; die Zuſchauer zeichneten dieſelbe mit ſtürmiſchem Beifall aus, und wir ſagen der Anſtaltsleitung Dank, daß ſie ſich entſchloſſen hat, dieſe ſchöne Schüler⸗ aufführung weiteren Kreiſen zugänglich zu machen. Die Wiedergabe vonVäter und Söhne findet am 29. Januar ſtatt. Wir wünſchen von Herzen, daß ihr wieder ein ſo volles Haus wie am 25. Januar beſchieden ſei.

Wir fügen hier die vollſtändige Rollenbeſetzung hinzu:

Perſonen:

von Ingersleben, Oberſt und Kommandant von Küſtrin. Jakob Roßbach UI Frau von Ingersleben...... Elſe Schaub UI Adelheid, ſeine Nichte.. 4. 1. Elſe Eppelmann UI Ferdinand, ſein Sohn, Leutnant... Hans Karg UI von Weyherr, Oberſt Offiziere... Auguſt Wagner UI von Manteuffel, Oberſt der... Guſt. Pfeiffelmann UI Boumann, Oberſt Küſtriner... Ludwig Kinkel U II b Thynkel, Leutnant Garniſon... Jakob Menger 0 II b Wille, Leutnant... Eugen Zerbe 0 II a Korporal........ Wilhelm Miſchon UI General Gudin.. Hugo Gebb 0 II a Oberſt Gautier Franzöſiſche Offiziere.. Erich Lenk UI Hauptmann Delacour.. Hans Bechtel 0 II a Franzöſiſcher Ordonnanzoffizier... Ludwig Strack 0 II a Lepetit, Sekretär des franzöſiſchen Gouvernements.. Heinrich Dietz UI Franzöſiſcher Polizeikommiſſär.. 1. Fritz Uhl 0 II a Valentin Bergmann, früherer Dorfſchullehrer... Hugo Chriſtmanu UI Heinrich, ſein Sohn...... Ernſt Pfaff U I Riekebuſch, Kalfaktor...... Wilhelm Miſchon UI Erſter freiwilliger Jäger...... Hans Herrmann O0II b Erſter Bürger....... Ludwig Kinkel U II b Zweiter Bürger.. 3.... Philipp Obenauer 0 II a Erſter Knabe....... Joſef Schittner IV c Zweiter Knabe....... Heinz Fiſcher VI a Ein Diener 3.. 1.... Erwin Wolf 0 III c Ein Fleiſcherburſche.... 3. Martin Deſoi 0 II a Ein kleines Mädchen. Emilie Eppelmann

Preuß. Offiziere. Franzöſ. Offiziere. Franzöſ. Beamten. Preuß. Soldaten. Bürger. Frauen u. Kinder.

Die beiden erſten Akte ſpielen in der Nacht vom letzten Oktober zum erſten November 1806 um und in Küſtrin, die drei letzten 1813 in Berlin.