Jahrgang 
1929
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5. Miniſterieller Empfehlung gemäß wurden die Klaſſen in geeigneter Weiſe belehrt, wie auch ſie den 13. Mai, der in Heſſen und im ganzen Reiche als Muttertag gefeiert wurde, würdig und recht begehen könnten.

Da der Landesjugendtag, der 24. Juni, auf einen Sonntag fiel, machten ſämtliche Klaſſen am 25. Juni Tagesausflüge in den Odenwald, in den Taunus, in das Neckartal oder in den Pfälzer Wald.

Am 13. Juli gedachten wir der 400. Wiederkehr des Todestages Albrecht Dürers (6. April 1928). In drei Vorträgen verſtand es Herr Oberſtudienrat Diehl an der Hand von 80 prächtigen Lichtbildern den drei Klaſſenſtufen des großen deutſchen Meiſters Perſönlichkeit und Werk nahezubringen.

Bei der Verfaſſungsfeier am 17. Auguſt betonte in ſeiner Anſprache Herr Stu⸗ dienrat Holzhäuſer eingangs die beſondere Notwendigkeit eines nationalen Feiertags ge⸗ rade für unſer deutſches Volk in ſeiner heutigen Lage. Er unterſuchte dann die Frage nach dem Weſen einer Nation, die ſich als einen durch Abſtammung, Sprache und Sitte, mehr aber noch durch die hiſtoriſche Schickſalsgemeinſchaft und kulturelle Bildungsgemeinſchaft geeinten Teil der Menſchheit darſtellt. Der Redner ſchloß mit dem Hinweis auf die beſondere, aus dieſer Einſicht in die Entſtehung der Nation entſpringende Verantwortung gerade der gebildeten Schichten, den übrigen Schichten des Volkes ein Vorbild ſtaatlicher Geſinnung zu ſein.

Am 24. November fand wie im Vorjahre eine gemeinſame Totengedenkfeier der drei höheren Lehranſtalten vor dem Gefallenendenkmal des Friedhofs auf der Hochheimer Höhe ſtatt. Sie wurde eingeleitet durch eine ernſte Weiſe des Poſaunenchors der Luthergemeinde und den Vortrag des LiedesMorgenrot durch einen Schülerchor der Oberrealſchule unter Leitung des Herrn Oberreallehrers Niebergall. Hierauf ermahnte Herr Kaplan Waldhelm von der Ele⸗ onorenſchule in einer eindrucksvollen Anſprache die Jugend, nach dem Beiſpiel unſerer im Welt⸗ kriege gefallenen Brüder hinfort alles Trennende beiſeite zu ſchieben und dereinſt als eine einige Volksgemeinſchaft auf⸗ und auszubauen, wofür jene ihr Leben hingegeben haben, unſer ge⸗ meinſames Vaterland. Nachdem dann unſer Oberprimaner Theo Gülich im Namen der drei Anſtalten am Denkmal einen Kranz niedergelegt hatte, fand die ergreifende Feier mit dem Vor⸗ trag des LiedesIch hatt' einen Kameraden durch den Poſaunenchor ihren Abſchluß.

Eine große Freude bereitete am Nachmittag des 21. Dezember Herr Reallehrer Schmidt den Schülern unſerer Unterklaſſen durch ſeine Weihnachtsfeier. Weihnachtsgedichte, -märchen und lieder ſchufen eine echt weihnachtliche Stimmung, die bei einer Verloſung ſchöner Gaben ihren Höhepunkt erreichte. Aus ihrem Erlöſe von 43 RM. ſollen dem Wunſche der Schü⸗ ler gemäß Chorbücher für den Schülerchor angeſchafft werden.

Des 200. Geburtstags Gotthold Ephraim Leſſings wurde miniſterieller Emp⸗ fehlung gemäß am 22. Januar 1929 in einer für die verſchiedenen Altersſtufen geeigneten Weiſe gedacht. Einer durch die Stadtverwaltung am 19. Februar in dankenswerter Weiſe ver⸗ anlaßten Schüleraufführung von LeſſingsMinna von Barnhelm durch das Heſſiſche Landes⸗ theater Darmſtadt im Städtiſchen Spiel⸗ und Feſthauſe wohnten unſere Klaſſen UIII bis OI. faſt vollzählig bei.

Am 9. Februar wurde den Klaſſen VI OIII im Anſchluſſe an die Vorführung eines lebenden Fuchſes ein biologiſch und ethiſch wertvoller Vortrag über Jagdmethoden, Tier⸗ und Vogelſchutz gehalten.

Die Entlaſſung unſerer Abiturienten am 1. März gab den Anlaß zu einer Feierſtunde unſerer geſamten Schulgemeinde. Zwiſchen zwei Volksweiſen für gemiſchten Chor(Wem Gott