Jahrgang 
1917
Einzelbild herunterladen

10

wurde. Von überraſchend großem Erfolg dagegen war eine unter dem NamenJugendhilfe von Herrn Prof. Dr. Henkel begründete Unternehmung, die darauf abzielte, durch die höheren Schulen der Stadt Worms die Mittel zur beſſeren Ernährung der notleidenden Volksſchuljugend aufzubringen. Die zu dieſem Zwecke allen Schülern des Gymnaſiums und der Oberrealſchule, ſowie den Schülerinnen der Eleonorenſchule und des Inſtituts der engliſchen Fräulein über⸗ wieſenen Werbeliſten erbrachten insgeſamt weit über 10 000 Mark, und immer noch gehen Beiträge ein. Die beim Gymnaſium erzielte Summe betrug bis zum 1. März 3792.15 Mark. Aus dem Erlös der Sammlungen wurden ſeit Oktober 1916 täglich 900 Kinder, vom Dezember ab etwa 1000 Volksſchulkinder mit kräftiger Morgenſuppe verſorgt, die in den drei in Schul⸗ häuſern untergebrachten Kriegsküchen der Stadt und einer zu dieſem Zwecke beſonders in Betrieb geſetzten Küche in der Weſtendſchule gekocht wird, während nach der Karmeliterſchule durch beſonders hergeſtellte Einrichtungen die Koſt von einer Kriegsküche überführt wird. Außer dieſer Frühverköſtigung wurden an viele Kinder Freiſcheine für Mittageſſen in den Kriegs⸗ küchen ausgegeben und auch eine umfangreiche Verſorgung notleidender Kinder mit Kleidung und Wäſche durchgeführt.

17. Zu der unter dem NamenVaterlandsdank begründeten Sammlung von entbehrlichen Gold⸗ und Silbergegenſtänden zu Gunſten der Nationalſtiftung für die Hinter⸗ bliebenen der im Kriege Gefallenen ſteuerten unſere Schüler 354 Spenden und Bargeld bei.

Eine ſachgemäße Aufklärung und Werbetätigkeit für die fünfte Kriegsanleihe hatte das erfreuliche Ergebnis, daß von den Schülern unſeres Gymnaſiums mit 107 Zeichnungen im ganzen 9165 Mark gezeichnet wurden, deren Einſammlung und Einzahlung Herr Lehramts⸗ aſſeſſor Kieffer in dankenswerter Weiſe beſorgte. Möge die ſechſte Kriegsanleihe ein ebenſo erfreuliches Ergebnis bringen!

18. Herr Prof. Dr. Henkel, der Vorſitzende des Ausſchuſſes für Erntehilfe, Obſt⸗ verwertung und Kleingartenbau, wurde durch Verleihung des Allgemeinen Ehrenzeichens für Kriegsverdienſte ausgezeichnet; Herr Prof. Krauß, der ſeit Kriegsbeginn an der Kranken⸗ erfriſchungsſtelle des Roten Kreuzes am hieſigen Hauptbahnhof tätig iſt, erhielt das Kriegs⸗ ehrenzeichen.

19. Bei der Volkszählung am 1. und 2. Dezember 1916 wirkten ſämtliche Schüler der Oberprima als Zähler mit.

20. Die ernſten Zeiten, denen unſer deutſches Vaterland mit dem zuverſichtlichen Glauben an einen für uns glücklichen Ausgang des Krieges entgegenſieht, werden, ſo hoffen wir, auch bei unſeren Schülern die richtige Erkenntnis und das richtige Verſtändnis finden für die Auf⸗ gaben und Pflichten, die uns allen auferlegt ſind und werden. So wird auch der Aufruf zur Mitarbeit auf landwirtſchaftlichem Gebiet unter unſern Schülern opferwillige Helfer finden! Die erſten Arbeitsgruppen haben mittlerweile ihre Tätigkeit in den Gemüſepflanzungen der Stadt⸗ gärtnerei begonnen.

21. Wir betrachten es, wie die oberſte Schulbehörde ausgeſprochen hat,als eine ernſte Aufgabe der Schule, daß die Jugend zum innerlichen Miterleben und zum richtigen Verſtändnis der gewaltigen Gegenwart und der klaren Erkenntnis der ſittlichen und geiſtigen Kräfte, denen das deutſche Volk die bis jetzt erzielten Erfolge verdankt, nach Möglichkeit und nach Maßgabe der Reife angeregt und hingeführt werden muß.

22. Die Schule war bemüht, auch unter den außergewöhnlichen Verhältniſſen des Krieges, das vorgeſchriebene Lehrziel zu erreichen. Wo dies nicht möglich war, werden die Schüler⸗ leiſtungen ſelbſtverſtändlich nicht nach den Forderungen der Lehrpläne, ſondern nach dem Maß