Jahrgang 
1917
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13. Die Kriegsausſtellung zum Beſten der Kriegsfürſorge Worms wurde von allen Klaſſen unter Leitung der Klaſſenführer beſucht. Auch ſonſtige Veranſtaltungen und Vorträge, die meiſt zu den Zeitereigniſſen in Beziehung ſtanden, boten unſern Schülern Anregung und Belehrung.

14. Auch in dieſem Schuljahr haben die gewaltigen Ereigniſſe des Weltkriegs das Leben unſerer Schule in mannigfacher Weiſe beeinflußt.

Eine Anzahl von Schülern verließ unſer Gymnaſium, um dem Ruf zu den Fahnen zu folgen. Zuerſt waren es die(auf Seite 4 genannten) Oberprimaner Deibert, Finke und Guth, die uns Ende Juni 1916 nach beſtandener Kriegsreifeprüfung verließen, um ins Heer einzutreten; ihnen folgten im September 1916 die Oberprimaner Boryszewski, Gröninger, Günther, Haldenwang, Hinkel, Hitzel, Mauer, Muth, Schloimann und Schifferdecker, die Unterprimaner Kappeſſer, Obenauer, Wehming und Loeb, ſowie der Unterſekundaner Finke, denen bei ihrem Ausſcheiden aus unſerer Anſtalt die Reife für die nächſthöhere Klaſſe zuerkannt wurde. Die übrigen Ober⸗ primaner durften nach einer Verfügung der oberſten Schulbehörde ſchon Ende Januar 1917 ihre Reifeprüfung ablegen, um ſich zum Eintritt in den vaterländiſchen Hilfsdienſt melden zu können.

Von den namentlich Genannten ſtehen ſchon manche vor dem Feind. Gott ſchütze ſie im Kampfe für unſer Vaterland!

15. Von den Schülern, die vor Beginn dieſes Schuljahrs ins Heer eingetreten waren, ſind mittlerweile noch zwei den Heldentod fürs Vaterland geſtorben: Rudolf Lotz aus Mons⸗ heim und Otto Hoyer aus Worms. Den beiden braven Schülern, die ſo jung ihr Leben laſſen mußten, iſt ein ehrenvolles Gedächtnis zugeſichert! Ihr Bild und nähere Angaben wird der nächſte Jahresbericht bringen, und ihr Andenken ſoll in einer ſichtbaren, noch näher zu beſtimmenden Form in unſerer Schule gewahrt werden.

Ferner ſind uns die Namen einer ganzen Anzahl hoffnungsvoller Jünglinge bekannt geworden, die früher Schüler unſeres Gymnaſiums geweſen waren und ihre Treue und Vaterlandsliebe mit ihrem Tode auf dem Schlachtfeld beſiegelt haben. Wir beabſichtigen, im nächſten Jahresbericht eine Zuſammenſtellung aller derjenigen zu bringen, die, ehemals Schüler unſerer Anſtalt, ihr Leben dahingegeben haben für Deutſchlands Ehre und Freiheit. Wir bitten deshalb ihre Eltern, Geſchwiſter, ſonſtige Angehörige, Freunde und Bekannten, uns durch geeignete Mitteilungen in den Stand zu ſetzen, dieſes Verzeichnis möglichſt genau und vollſtändig zu geſtalten. Die erbetenen Angaben ſollen enthalten: Vor⸗ und Zuname, geboren

am...., Sohn des........, in.....Schüler des Gymnaſiums in Worms von.... bis...., gefallen(ſeinen Wunden erlegen, im Dienſt des Vater⸗ landes geſtorben) bei...... am.... als.... im.....(Truppenteil).

Möge es denen, die jetzt noch draußen im Felde ſtehen, dereinſt vergönnt ſein, als Sieger wohlbehalten in die Heimat zurückzukehren!

16. Auf dem Gebiet der Kriegsfürſorge betätigten ſich die Schüler unſeres Gymnaſiums in mannigfacher Weiſe. Die Metallſammlung wurde fortgeſetzt; die für die Lazarette geſpendeten Bücher an das Rote Kreuz abgeliefert. Ferner wurden Obſtkerne in reichlicher Menge und eine Maſſe von Freimarken geſammelt. Zur Erzielung von Oelfrüchten legte Herr Prof. Dr. Henkel mit Hilfe mehrerer Schüler aus verſchiedenen Klaſſen auf einem ſtädtiſchen Grundſtück an der Brunhildenbrücke eine Sonnenblumen⸗ pflanzung an, deren Ergebnis leider durch allerlei ungünſtige Umſtände ſtark beeinträchtigt