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Seip, iſt unſere Anſtalt zu beſonderem Dank verpflichtet dafür, daß er aus dem Nachlaß ſeines Sohnes der Bücherei des Gymnaſiums die zehnbändige„Illuſtrierte Weltgeſchichte“ von Spamer überwieſen hat.
4. Herr Prof. Dr. Keil und Herr Prof. Dr. Breidenbach ſtanden auch in dieſem Schuljahr im Heeresdienſt: Herr Prof. Dr. Keil als Major d. R., z. Zt. in Darmſtadt, und Herr Prof. Dr. Breidenbach als Leutnant d. L. im Landſturm Inf.⸗Batl. Erbach.
5. Anfangs Juni wurde auch Herr Reallehrer Schmidt zum Heeresdienſt einberufen und mußte bis Pfingſten durch die Amtsgenoſſen vertreten werden. Glücklicherweiſe konnte uns von Pfingſten ab ein Vertreter für ihn in Herrn Reallehrer Haaß überwieſen werden, der ſeinen Unterricht übernahm und bis zum Beginn der Weihnachtsferien bei uns tätig war. Im Dezember wurde Herr Reallehrer Schmidt aus dem Heeresdienſt entlaſſen und übernahm nach den Weihnachtsferien ſeinen geſamten Unterricht wieder.
6. Mitte Januar 1917 folgte Herr Lehramtsaſſeſſor Kieffer dem Ruf zu den Fahnen. Seinen Unterricht übernahmen nach Auflöſung der Oberprima der Direktor, Herr Profeſſor Krauß und Herr Oberlehrer Waldt(vergl. Seite 3).
7. Am 20. Oktober 1916 waren 50 Jahre vergangen, daß Herr Geh. Oberſchulrat Nodnagel in das Lehramt eingetreten war. Unſer Gymnaſium hatte beſonderen Anlaß, ſich dankbar des hochverehrten und hochverdienten Vertreters und Förderers unſeres heſſiſchen höheren Schulweſens zu erinnern. Hatte er doch als Direktor des Gymnaſiums und der Realſchule in Worms in den Jahren 1888—1890 unſere Anſtalt und vom 1. Mai 1889 das hier errichtete zweite pädagogiſche Seminar geleitet.— Das Gymnaſium und die Oberrealſchule widmeten deshalb„Herrn Geh. Oberſchulrat Ludwig Nodnagel in Verehrung und Dankbarkeit zum 20. Oktober 1916“ als Ehrengabe ein Gemälde des Wormſer Künſtlers Fritz Muth, das den Dom, das Wahrzeichen von Worms, in wirkungsvoller Beleuchtung durch die Herbſtſonne darſtellt. Der die Widmung begleitende Glückwunſchbrief hatte folgenden Wortlaut:
4 Worms, den 18. Oktober 1916. Hochverehrter Herr Geheimrat!
Mit dem 20. Oktober d. Is. ſchließt für Sie eine im Dienſte der Schule verbrachte, reich geſegnete Arbeitszeit von 50 Jahren.
Das heilige Feuer für menſchlich hohes, ſittlich Gutes und für alles Schöne in dieſer Welt gab ſchon dem jungen Lehrer an dem Gymnaſium zu Dortmund jene herzenswärme, die noch den reifen Mann in vielerprobter leitender Stellung insbeſondere auszeichnet.
Mit der Geſchichte des Gymnaſiums und der Oberrealſchule zu Worms iſt Ihr Tun untrennbar verbunden; die Leitung der vereinigten Anſtalten übernahmen Sie in ſchwerer Seit, wohlgeordnete und blühende Schulen bedauerten herzlichſt Ihr Scheiden aus der älteſten Reichsſtadt des deutſchen Landes; den AUusbau der Oberrealſchule zu Worms haben Sie in hervorragendem Maße gefördert; die Trennung der Anſtalten und das neue heim des Gymnaſiums kam unter Ihrer unermüdlichen hilfe zu Stande.
Es iſt den Rollegien der Wormſer Schweſteranſtalten ſtets ein beglückender Gedanke geweſen, daß Sie, hochverehrter Herr Geheimrat, Ihrer hieſigen Amtstätigkeit ſich heute noch gern erinnern.
Die Lehrer der beiden Schulen bringen Ihnen zu dem ſeltenen Tage der Verehrung und Dankbar⸗ keit innige Wünſche für Sie und alle, die Ihnen lieb und teuer ſind, dar; ſie bitten auch um gütige Annahme der Beilage, die das herrlichſte darſtellt, was unſere Stadt äußerlich zu bieten hat.
In tiefer Ehrerbietung
für die Gr. Oberrealſchule: Dr. Lahm, Schüler, prof. Dietrich, prof. D. Bonin,
für das Gr. Gymnaſium: Lauteſchläger, prof. Dr. Fritz Becker, Prof. Frederking, prof. habermehl.


