Jahrgang 
1917
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Kus der Prämienſtiftung Sr. Exzellenz des Freiherrn Heyl zu herrnsheim erhieltenDie Geſchichte der Rheiniſchen Städtekultur von h. Boos als preis: Joſeph Gröninger und Uarl haldenwang.

Die Ergänzungsreifeprüfung im Lateiniſchen beſtand am 30. Oktober 1916 der ſtud. theol. Paul Guyot aus heppenheim a. d. B., nachdem er ſchon früher die Prüfung im Hebräiſchen und Griechiſchen an unſerer Anſtalt abgelegt hatte.

B. Die wiſſenſchaftliche Befähigung zum einjährig⸗freiwilligen Dienſte haben erworben: a) die Oſtern 1917 nach Oberſekunda verſetzten Schüler der Unterſekunda, b) auf Grund einer beſonderen Prüfung am 1. Februar 1917: Hellmut Freund aus Darmſtadt.

IV. Zur Beſchichte der Rnſtalt.

1. Das neue Schuljahr wurde am 2. Mai 1916 mit einer gemeinſamen Schulfeier eröffnet, bei der Herr Prof. Dr. Becker als dienſtälteſter Oberlehrer den neuen Leiter der Anſtalt im Namen der Lehrer und der Schule begrüßte. Direktor Lauteſchläger) dankte ihm in ſeiner Anſprache und gab der Hoffnung Ausdruck, daß dem vertrauensvollen Zuſammen⸗ wirken von Leiter, Lehrern und Schülern ein erſprießliches Ergebnis beſchieden ſein möge. Dann erörterte er die Ziele und Aufgaben des Gymnaſiums in Unterricht und Erziehung für Gegenwart und Zukunft und wies beſonders auf die Pflichten hin, die die ernſte Zeit uns allen auferlegt.

2. Herr Prof. Dr. Briegleb, der die Geſchäfte der Direktion vom 1. Oktober 1915 bis Oſtern 1916 geführt hatte und dem dafür beſonderer Dank gebührt, war zu Beginn des neuen Schuljahres 14 Tage zur Erholung beurlaubt.

3. Am 16. Oktober 1916 wurde Herr Prof. Dr. Otto Seip auf ſein Nachſuchen unter Anerkennung ſeiner langjährigen treuen Dienſte in den NRuheſtand verſetzt und ihm aus dieſem Anlaß die Krone zum Ritterkreuz J. Klaſſe des Verdienſtordens Philipps des Großmütigen verliehen. Es war ihm nicht beſchieden, ſich lange dieſer Auszeichnung zu erfreuen: am 26. Oktober 1916 erlöſte ihn der Tod von ſchwerem Leiden.

Nahezu drei Jahrzehnte hat der Verblichene ſegensreich gewirkt an unſerer Anſtalt, die in ihm einen von idealem Streben erfüllten, hervorragend kenntnisreichen, gewiſſenhaften Lehrer von vorbildlicher Pflichttreue und einen allezeit wohlmeinenden Erzieher der Jugend betrauert. Seinen Amtsgenoſſen war er ein ſtets zuverläſſiger, aufrichtiger und treuer Freund, deſſen Andenken ſie immerdar in Ehren halten werden. Der Einſegnung der Leiche in der Friedhofs⸗ kapelle am Bahnhof wohnten der Direktor und alle Lehrer des Gymnaſiums, ſowie die Schüler ſeiner früheren Klaſſe bei; bei der Beerdigung in Ruppertsburg in Oberheſſen legte Herr Prof. Dr. Briegleb im Namen des Lehrkörpers unſerer Anſtalt am Grabe des verſtorbenen Amts⸗ genoſſen einen Kranz als Zeichen dankbarer Verehrung nieder. Seines verdienſtvollen Wirkens und ſeiner treuen Pflichterfüllung gedachte der Direktor in einer Anſprache an die in der Turn⸗ halle verſammelten Schüler der ganzen Anſtalt. Dem Vater des Verſtorbenen, Herrn Georg

*) Guſtav Lauteſchläger, geboren 22. Dezember 1869 in Darmſtadt, beſuchte dort das Ludwig⸗ Georgs⸗Gymnaſium bis zur Reifeprüfung Herbſt 1887, genügte ſeiner Militärpflicht beim Feld⸗Art.⸗Regt. Nr. 25, ſtudierte in Leipzig, heidelberg und Gießen alte Sprachen, Deutſch und Geſchichte, war von 180394 Mitglied des pädagogiſchen Seminars am Reuen Gymnaſium in Darmſtadt, von 1804 an am Ludwig⸗Georgs⸗Gymnaſium als Lehramtsacceſſiſt, Lehramtsaſſeſſor, Oberlehrer und Profeſſor tätig, wurde im April 1910 zum Direktor der Eleonoren⸗ ſchule in Worms und mit Wirkung vom 1. April 1916 zum Direktor des Gymnaſiums in Worms ernannt. Mit Rriegsausbruch wurde er als hauptmann d. L. a. D. Abſchnittskommandeur des militäriſchen Eiſenbahnſchutzes für den Bezirk Monsheim und im Rovember 1914 Mommandeur der Landwehr⸗Sanitätskompanie Nr. 24, die er im Verband der 88. Inf.⸗Div.(v. Menges) 16 Monate lang, bis Ende März 1916, auf dem polniſch⸗ruſſiſchen Kriegs⸗ ſchauplatz führte.