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unſeren Schülern bald herzliche Kameraoͤſchaft und hinterließen, als ſie noch vor Weih⸗ nachten nach der Heimat zurückgerufen wurden, bei allen eine freundliche Erinnerung.
Die Notreifeprüfungen fanden am 14., 26. Auguſt, 10. September, 29. Oktober ſtatt. Es konnten in ihnen alle 12 Oberprimaner, die zu den Fahnen geeilt waren, für beſtanden erklärt werden.
In der Reifeprüfung am 10. Februar, unter dem Vorſitz des Direktors als Regierungsvertreters, beſtanden die 10 noch übrigen Oberprimaner ſämtlich und wurden am 25. Februar in Gegenwart aller Hehrer und Schüler in feſtlichem Aktus von dem Direktor mit einer Anſprache entlaſſen, in der er ſie darauf hinwies, welche Oehren und Mahnungen der gegenwärtige Weltkrieg auch für den einzelnen enthalte. Ein Ehrenpreis aus der Prämienſtiftung Sr. Exzellenz des Herrn Reichstagsabgeoroͤneten Freiherrn Cornelius Wilhelm von Heyl zu Herrnsheim wurde dem Abiturienten Wilhelm Schuhmacher verliehen.
Am 8. Februar hielt Herr Med.⸗Rat Dr. Schaeffer unſeren Abiturienten einen belehrenden und eindrucksvollen Vortrag über die ſittlichen und geſundheitlichen Gefahren, denen junge Heute nach Verlaſſen des Elternhauſes und der Schule ausgeſetzt ſind; ihm ſei auch hier der Dank der Anſtalt ausgeſprochen.
Unterricht in Sabelsberger Stenographie konnte in dieſem Jahre nicht erteilt werden; wir bedauern aufs innigſte den Tod des Herrn Hehrer Friedrich von der Auguſtinerſchule, der in den Jabren vorher in dankenswerter und erfolgreicher Weiſe dieſen Unterricht bei uns gegeben hatte und nun in Frankreich den Heldentod für das Vaterland geſtorben war.
Die Feier des Tags von Sedan trug den beſonderen Zeitumſtänden gemäß einen beſonders feierlichen Charakter, war ſie doch zugleich mit der feierlichen Entlaſſung unſerer Kriegsfreiwilligen verbunden. Auf alle Anweſenden, inſonderheit auf alle Mitſchüler, machte es einen für ihr Oeben unvergeßlichen Eindruck, ihre älteren Kameraden im höchſten Ehrenkleid des Deutſchen und in Waffen zum Abſchied vor ihrem Auszug ins Feld ver⸗ ſammelt zu ſehen. Nach dem Seſang der niederländiſchen Volkslieder unter Heitung des Herrn Profeſſor Diehl und dem Vortrag eines von ihm ſelbſt verfaßten feurigen patriotiſchen Oedichtes durch Herrn Profeſſor Dr. Briegleb, hielt der Direktor die Feſtrede. Er verglich die große Zeit der Reichsgründung mit der herrlichen Gegenwart und wies darauf hin, wie von Sedan bis zu den gewaltigen Schlachten und Erfolgen von heute ein gerader Weg des Aufſtieges hinführe, wie wir jetzt aber nicht nur unſere Grenze zu ſchirmen, ſondern die uns feindlich geſtimmte Welt umzugeſtalten hätten, wie es ſich in dieſem Kampf nicht nur um das Seſchick Deutſchlanoͤs, ſondern auch um das Schickſal der Menſchheit handle, der jetzt entbrannte Kampf ſei ein Kampf zwiſchen Hicht und Finſternis, zwiſchen Wahrheit und Lüge, unſere Niederlage würde eine Verſtoßung des Sittlichen aus der Welt bedeuten; deshalb ſeien die jungen Kriegsfreiwilligen glücklich zu preiſen, an dem Kampfe teilnehmen zu dürfen, bei dem uns das größte Glück eines Volkes aufgegangen ſei, die Einmütigkeit aller in einem Gefühl, einem Willen und in einem Gedanken. Daß ihr von heißer Vaterlanoͤsliebe eingegebener Entſchluß, ſich dem Vaterlande im Kriegs- dienſte zu weihen auch außerhalb der Schule mit freudiger Teilnahme bemerkt ſei, davon zeuge die Chrengabe die Se. Exzellenz Frhr. von Heyl zu Herrnsheim für jeden Kriegsfreiwilligen beſtimmt habe: das vaterländiſche Werk„eſchichte der Rheiniſchen Städtekultur“ von H. Boos. Der Direktor empfahl ſie dem Schutz Gottes, daß ſie un⸗


