Jahrgang 
1883
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er im Frühjahr 1880 die Staatsprüfung beſtanden, wobei ihm in den geſammten Naturwiſſenſchaften die fac. docendi für alle Klaſſen höherer Lehranſtalten zuerkannt wurde, trat er ſeinen Acceß am Großherzoglichen Gymnaſium zu Gießen an, während er zugleich ordentliches Mitglied des mit dem Gymnaſium verbundenen pädagogiſchen Seminars war. Am 1. April 1881 trat er als Einjährig⸗Freiwilliger in das k. bayeriſche II. Jäger⸗Bataillon in Aſchaffenburg ein. Nach be⸗ ſtandener Offiziersprüfung wurde er am 1. April 1882 entlaſſen. Hierauf trat er in ſeine gegenwärtige Stelle ein.

Dr. Joſeph Hahn iſt zu Eiſenach am 21. Dez. 1856 geboren, beſuchte vom Herbſt 1866 bis Herbſt 1874 das Gymnaſium zu Mainz und ſtudierte dann an den Hochſchulen in Gießen(6 Semeſter) und Berlin(1 Semeſter). Am 11. Mai 1878 beſtand er zu Gießen das Facultätsexamen, wobei ihm in Mathematik, Phyſik und Mineralogie die Lehrfähigkeit für alle Klaſſen zuerkannt wurde. Am 19. Juli desſelben Jahres promovierte er in Gießen auf Grund der Diſſertation:Unterſuchung der Kegelſchnittnetze, deren Jacobi'ſche Form oder Hermite'ſche Form identiſch verſchwindet. Vom 1. Juli 1878 bis 1. April 1880 war er dann an dem Gymnaſium in Bensheim beſchäftigt, wurde darauf als proviſoriſcher Lehrer an das Gymnaſium in Gießen verſetzt und dort am 1. Oktober 1880 zum definitiven Lehrer ernannt.

Karl Joh. Brilmayer, geb. zu Bingen am 29. März 1843, beſuchte die Realſchule daſelbſt, dann das Gymnaſium zu Mainz, beſtand daſelbſt im Auguſt 1864 die Maturitätsprüfung, beſuchte hierauf das Biſchöfl. Seminar zu Mainz und die Univerſität Würzburg, ward am 6. Febr. 1869 Prieſter, darauf Kaplan zu Sauer⸗Schwabenheim und im Okt. 1871 Lehrer der Mathematik im Biſchöfl. Konvikt zu Dieburg. Nach der Auflöſung des Konvikts, Oſtern 1876, übernahm er eine Lehrerſtelle an dem Privatinſtitute des Hrn. Dr. Probſt zu Gau⸗Algesheim.

5. An der internationalen Ausſtellung von Gegenſtänden für leibliche Erziehung in Ant⸗ werpen, die am 6. Auguſt v. J. eröffnet wurde, beteiligte ſich unſere Anſtalt auf Veranlaſſung der vorgeſetzten Behörde dadurch, daß wir eine photographiſche Aufnahme der inneren Anſicht unſerer neugebauten Turnhalle und ihrer inneren Ausrüſtung ſowie einen vom hieſigen Stadtbauamt angefertigten Grundriß, Aufriß und Durchſchnitt derſelben und eine von unſerem Zeichenlehrer, Herrn Schüler, ſkizzirte äußere Anſicht unſerer Turnhalle einſchickten.

6. Auch im letzten Sommer führte unſere Anſtalt ihre herkömmlichen Ausflüge aus. Am 12. Mai machten die Klaſſen, meiſt paarweiſe gruppiert, Nachmittagsausflüge: die oberen Klaſſen begaben ſich auf den Felsberg, das Auerbacher Schloß, in den Jägersburger und in den Lorſcher Wald. Am 23. Juni unternahmen die Klaſſen unter Führung ihrer Lehrer kleine Reiſen für die Dauer eines Tages nach verſchiedenen Gegenden: nach Wiesbaden und der Platte, dem Niederwald, Weinheim a. d. B., Heidelberg, Felsberg, Dürkheim a. d. H., Münſter a. St. und Ebernburg.

Das Sedanfeſt feierte unſere Anſtalt wie in früheren Jahren durch Veranſtaltung eines Freudenfeuers am Abend des 1. September, durch eine Turnſchau und Feſtparade am Vormittag des 2. September und durch die herkömmliche Beteiligung an dem allgemeinen Feſtzug und dem Volks⸗ und Jugendfeſte, das die Wormſer Bürgerſchaft nun ſchon ſeit Jahren auf der Kieſelswieſe zu allgemeiner Freude und ungeteilter patriotiſchen Erhebung feiert. Bei dem Freudenfeuer, zu dem viele Hunderte aus der Stadt hinauszogen, und bei der Turnſchau, die in dem großen

Gymnaſialhofe abgehalten worden, richtete der Director Anſprachen an die Schüler. 4*