Jahrgang 
1881
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Das Großherzogthum Heſſen aber wird regiert von Seiner Königlichen Hoheit dem Großherzog Ludwig dem Vierten, welcher am 13. Juni 1877 Seinem in Gott ruhenden Herrn Oheim auf dem Throne folgte.

Mit dankenswertheſtem Wohlwollen haben die Großherzogliche Staatsregierung unter Leitung Seiner Excellenz des Staatsminiſters Herrn Julius Rink Freiherrn von Starck, und die Abtheilung des Groß⸗ herzoglichen Miniſteriums des Innern und der Juſtiz für Schulangelegenheiten, die Herren Geheimer Staats⸗ rath Heinrich Knorr, Geheimer Oberſchulrath Theodor Becker und Geheimer Oberſchulrath Friedrich Greim und der Großherzogliche Kreisrath in Worms Herr Hermann Lotheißen das von dem Herrn Gymnaſialdirektor Dr. Adalbert Becker angeregte Unternehmen des Neubaues geſchützt und gefördert.

Der Bau wurde nach den Entwürfen und unter Leitung des Stadtbaumeiſters Herrn Ludwig Enler von der Stadt Worms aufgeführt, deren Eigenthum er iſt, welche aber von der Großherzoglichen Staats⸗ regierung einen Zuſchuß von hundertdreißig Tauſend Mark zu den Koſten erhielt.

Unter Gottes Schutz gedieh das Werk und ward zu Ende geführt ohne irgend welchen Unfall.

Dem Schutze Gottes empfehlen wir das fertig geſtellte Haus und Alle die darin ſind und ſein werden, unſere liebe Jugend und ihre Lehrer und Erzieher.

Zur Kenntniß für ferne Zeiten haben wir, der jetzige Stadtvorſtand, dieſe Urkunde ausgeſtellt und unterzeichnet.

Worms, den vierzehnten April ein Tauſend acht Hundert und achtzig.

Der Bürgermeiſter: Heimburg. Der erſte Beigeordnete: Der zweite Beigeordnete:

Raſor: Fritz Ernſt.

Die Stadtverordneten: Bender, Dr. Bittel, Boller, Freed, Mielcke, Michaelis, Oertge, Reinhart, Reiſinger, Dr Renz, Reuter, Dr. Salzer, Schlöſſer, Dr. Schneider, Schön, Schöneck, Werger.

Der Stadtſchreiber, Seeretär der Der Stadtbaumeiſter: Stadtverordnetenverſammlung:. Euler. Exner. 3) Feſtlied, Geiſt des Friedens, Geiſt der Stärke, von Gymnaſiallehrer Dr. F. Staudinger. Schaffe Dauer unſrem Werke! Mel.: Geiſt der Liebe, ziehe ein! Brüder reicht die Hand zum Bunde. Zieh' ins Haus und ſchaffe Leben, Laſſet laut durch unſre Hallen Schaffe jedem Ernſt und Streben, Nun des Hammerrs Schlag erſchallen, Der hier lehrend, lernend naht. Der den Bau vollendend weiht. Uns zum Heil, Dir zum Gefallen, Eine Freiſtatt ernſtem Streben, Ew'ger Geiſt, weih' unſre Hallen, Freien Geiſtes reichem Leben, Weih' uns ſelbſt zu treuer That Geben wir ihn künft'ger Zeit.. Auf das Ew'ge laßt uns ſchauen, 4) Einfügung des Schlußſteins. Auf dem alten Grunde bauen, Drauf der Väter Thun uns ſtellt. 5) Schlußchoral: Wie vom Quell kein Strom ſich ſcheidet, Lobe den Herren, der Deinen Stand ſichtbar geſegnet, Wie kein Meer die Meerſluth meidet, Der aus dem Himmel mit Strömen der Liebe Trennt uns nichts vom Born der Welt. geregnet; Geiſt des Schaffens, Geiſt der Wahrheit, Denke daran,

Ziehe ein in Licht und Klarheit! Geiſt des Ernſtes komm' herein!

Was der Allmächtige kann, der Dir mit Liebe begegnet.