Jahrgang 
1881
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3) Geſang:Weihe des Geſanges Muſik von W. A. Mozart.

O Schutzgeiſt alles Schönen, ſteig hernieder! In ſanftem Wehn zu weihen unſre Lieder, Daß ſie ſich freudig auf zum Himmel ſchwingen, In heil'ger Kraft von Herz zu Herz zu dringen. Von Deinem Hauch die Bruſt durchbebt Hoch über Welt und Zeit uns hebt.

Vereine alle Menſchen und verſöhne,

Was ſich getrennt, im Wohllaut Deiner Töne! Dem Edlen iſt das Schönſte nur beſchieden In der Gefühle rein erklungnem Frieden. Von wilder Luſt der Erde rein,

Rein muß das Herz des Sängers ſein.

4) Anſprachen des Gr. Bürgermeiſters Heimburg, des Gr. Gymnaſial⸗ und Realſchul⸗ directors Dr. Becker und des Gr. Kreisraths

Lotheißen.

5) Geſang: Motette von D. H. Engel.

Wachet, ſtehet im Glauben, ſeid männlich und ſeid ſtark! Der Herr Zebaoth iſt mit uns, der Gott Jakobs iſt unſer Schutz.

Ein' feſte Burg iſt unſer Gott, ein' gute Wehr und Waffen. Er hilft uns frei aus aller Noth, die uns jetzt hat betroffen. Der alt' böſe Feind mit Ernſt er's jetzt meint, Groß Macht und viel Liſt ſein grauſam Rüſtung iſt; Auf Erd' iſt nicht ſeins Gleichen.

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6) Geſang:Ans Vaterland, Volkslied.

Von des Rheines Strand, Wo die Rebe blüht, Bis zur Weichſel, die gen Norden zieht, Von der Alpe Rand Frei und felſenfeſt, Bis zur Möve wildem Felſenneſt: Liegt ein ſchönes Land, Iſt mein Heimatland, Iſt mein liebes, deutſches Vaterland.

Wo die Eiche kühn Auf gen Himmel ſtrebt, Und die Treue tief im Herzen lebt, Wo der Buche Grün Um uns Tempel baut Und die Lieb' aus jeder Hütte ſchaut: Ach dies ſchöne Land Iſt mein Heimatland, Iſt mein liebes, deutſches Vaterland.

Auf, du deutſches Land! Wahre deutſchen Muth, Deutſche Treu und deutſcher Liebe Glut! Wehre welſchem Tand! Trug und Heuchelſchein Laß ſie fern von Deinen Hütten ſein! Fern von Dir, op Land, Du mein Heimatland, Du mein liebes, deutſches Vaterland.

II. Schlußſteinlegung. 1) Choral:

Lobe den Herren, der alles ſo herrlich regieret, Der Dich auf Adelers Fittigen ſicher geführet, Der Dich erhält,

Wie es Dir ſelber gefällt;

Haſt Du nicht dieſes verſpüret?

Lobe den Herren, den mächtigen König der Ehren! Meine geliebete Seele, das iſt mein Begehren. Kommet zu Hauf!

Pſalter und Harfe, wacht auf!

Laſſet den Lobgeſang hören.

2) Verleſung der Urkunde und Pertigſtellung des Schlußſteins. Die Urkunde, die in den Schlußſtein gelegt wurde, lautete folgendermaßen:

Im Jahre ein Tauſend acht Hundert ſieben und ſiebenzig, den 30. März, als Seine Majeſtät der ſiegreiche König Wilhelm der Erſte von Preußen Deutſcher Kaiſer und Seine Königliche Hoheit Ludwig der Dritte Großherzog von Heſſen und bei Rhein waren, iſt der erſte Spatenſtich geſchehen zu dem Bau des Gymnaſial⸗ und Realſchulgebäudes, in deſſen Schlußſtein nach Vollendung aller inneren und äußeren Arbeiten heute die gegenwärtige Urkunde gelegt wird.

Deutſchlands Krone und Scepter trägt auch heute bei Vollendung des Werkes zur Freude und zum Glück des deutſchen Volkes noch Seine Majeſtät Kaiſer Wilhelm.