Jahrgang 
1876
Einzelbild herunterladen

21

7. Auguſt 1850 zu Biedenkopf in Preußen, beſuchte von Herbſt 1861 bis Herbſt 1866 das Gym⸗ naſium zu Darmſtadt, von Herbſt 1866 bis Oſtern 1868 das Gymnaſium zu Gießen, widmete ſich von da ab auf den Univerſitäten Gießen und Leipzig dem Studium der claſſiſchen Philologie und beſtand im Februar 1875 die philolog. Schlußprüfung, nachdem derſelbe das Vorexamen im Dec. 1871 und im Mai 1874 die philoſophiſche Doktorprüfung abſolvirt hatte. Von Oſtern 1875 ab wurde ihm durch Reſcript Großherzogl. Min. d. Innern Abtheilung für Schulangelegenheiten vom 22. März 1875 die proviſoriſche Verwaltung einer Lehrerſtelle am Gymnaſium zu Worms übertragen, und er trat am 2. April 1875 in ſeinen Unterricht ein.

Dr. Hermann Geiſt, geboren am 3. Februar 1854 zu Gießen, trat im Herbſt 1863 in das dortige Gymnaſium ein. Zu Oſtern 1871 verließ er dieſe Anſtalt, um ſich auf der Landes⸗ univerſität dem Studium der alten Philologie zu widmen. Nachdem er im Frühjahr 1873 das Vorexamen, im Frühjahr 1875 die Schlußprüfung beſtanden hatte, wurde ihm durch Miniſterial⸗ verfügung vom 27. September 1875 die proviſoriſche Verwaltung einer Lehrerſtelle am Gymnaſium zu Worms übertragen.

2. Zu unſerer großen Freude können wir in der diesjährigen Schulchronik conſtatiren, daß während des abgelaufenen Schuljahrs die Verhandlungen bezüglich des vor einem Jahre von uns angeregten Neubaus eines Gymnaſial⸗ und Realſchulgebäudes einen höchſt erfreu⸗ lichen Fortgang genommen haben. Nachdem die Großh. Staatsregierung der Stadt Worms gegen⸗ über ausgeſprochen, daß ſie bereit ſei, die Koſten für neue Räumlichkeiten des hieſigen Gymnaſiums zu tragen, wenn die Stadt für unſre Realſchule bauen wolle, wurde zum Entwurf eines Gebäudes, welches beide Anſtalten in ſich aufnehmen ſoll, geſchritten, und wir können es nicht unterlaſſen, in den Annalen unſerer Anſtalt ſchon heute der Bereitwilligkeit, mit welcher Herr Bürgermeiſter Heimburg, unſere Stadtverordneten und insbeſondere die Bauſection und die Finanzſection derſelben dieſes Project bearbeiteten, mit aufrichtigſter und wärmſter Aner⸗ kennung zu gedenken. Die Großh. Staatsregierung hat im heſſiſchen Staatsbudget für 1876/78 einen Zuſchuß von 130,000 Mark zu den Koſten unſres Baus vorgeſehen; und wenn die Stände des Landes unſrer Anſtalt und Stadt dieſen Betrag bewilligen, ſo können wir hoffentlich im nächſten Jahresberichte die erfolgte Grundſteinlegung des neuen, ſo dringend nothwendigen Gebäudes verzeichnen.

3. Außerdem müſſen wir in gebührender Weiſe anerkennen, daß die Vertreter unſerer Stadt ſich bereit gefunden haben, nach den Entwürfen des Großh. Miniſteriums des Innern, unſrer An⸗ ſtalt und ihrer Direction bezüglich der finanziellen Angelegenheiten eine entſprechendere Stellung und eine Verfaſſung zuzugeſtehen, welche derjenigen der übrigen Landesgymnaſien ähnlich iſt. Während ſeit der franzöſiſchen Zeit(1804) die urſprünglich für die Verwaltung unſrer Aecker und Capitalien eingeſetzte Commiſſion, welcher der Director ſeit 1833 als Mitglied angehörte, auch das ge⸗ ſammte Jahresbudget unſrer Anſtalt im Einzelnen und unmittelbar ſelbſt verwaltete, iſt nun eine Trennung dieſer verſchiedenartigen Finanzangelegenheiten und die Auflöſung der früheren Gymnaſialfondsverwaltungscommiſſion er⸗ folgt. Die Aecker und Capitalien unſrer Anſtalt werden jetzt nach den Beſtimmungen der neuen Städteordnung durch eine Deputation des Gemeinderaths verwaltet, und der Gymnaſialdirector gehört dieſer neuen Commiſſion nicht mehr an. Dagegen iſt eine neue Gymnaſial⸗ und Realſchulkaſſe geſchaffen worden, in welche die Erträgniſſe der Aecker und Capitalien,