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Störungen des Unterrichts, Vicariate und Uebertragung verſchiedener Unterrichtsgegenſtände von einem Lehrer auf einen andren traten beſonders im Sommerhalbjahr 1875 ein, als der er⸗ krankte College Willenbücher vom Anfang des Mai bis 1. Oct. beurlaubt und die Collegen Dr. Oeſer und Bott zu militäriſchen Uebungen eingezogen worden waren.
Am 23. Auguſt 1875 entriß ein unerwarteter Tod unſrem Collegium ſein älteſtes Mitglied, den Profeſſor Dr. Ferdinand Höbel. Wie die Collegen erſt nach ſeinem Tode erfuhren, ertrug derſelbe ſeit ungefähr anderthalb Jahrzehnten mit heroiſcher Faſſung und Geduld die läſtige Krankheit, welche ihn endlich ſo plötzlich aus unſerem Kreiſe hinwegnahm. Die Anſtalt verlor in ihm einen ehrenwerthen Lehrer, dem wir, nachdem er faſt während ſeiner ganzen Lehrerthätigkeit ſo lange Jahre unter der früheren Ungunſt unſerer localen Schulverhältniſſe ſchwer gelitten, für viele Jahre einen freundlicheren Lebensabend hätten wünſchen mögen. Am 26. Auguſt, Morgens 10 Uhr, wurde er von den Amtsgenoſſen, den Schülern und ſeinen vielen Freunden zur letzten Ruhe geleitet. Wir geben hier eine Skizze ſeines Lebens, nach einer Aufzeichnung, welche, von der Hand des Verſtorbenen geſchrieben, bei unſren Acten ſich befindet.
Profeſſor Dr. Ferdinand Höbel erhielt in Ober⸗Ingelheim, wo er am 28. Sept. 1805 von proteſtantiſchen Eltern geboren ward, bis in ſein 15. Lebensjahr hauptſächlich durch Privat⸗ lehrer ſeinen Jugendunterricht. Von da an ſetzte er ſeine propädeutiſchen Studien auf dem Gym⸗ naſium zu Creuznach fort und beendigte dieſelben auf dem Gymnaſium zu Frankfurt a. M., worauf er im Herbſte 1825 die Univerſität Utrecht bezog. Hier ſtudirte er fünf Jahre Theologie und beſonders auf Anregung des Humaniſten van Heusde mit Vorliebe Philologie. Obwohl ſich ihm, nachdem er unmittelbar nach Beendigung dieſer academiſchen Studien und nach Ablegung des theologiſchen Examens unter die Zahl der Candidaten der Theologie und des Predigtamts auf⸗ genommen worden, ein Wirkungskreis darbot, ſo trat nun ſeine Neigung zur Philologie ſo ent⸗ ſchieden hervor, daß er ſich entſchloß, ſich fernerhin dem höheren Lehramte zu widmen. Zu dem Ende ging er gegen Ende des Jahres 1832 nach Frankfurt a. M., um daſelbſt, während er in den alten Sprachen unterrichtete, gleichzeitig für ſeinen neuen Beruf ſich vorzubereiten. Im Jahre 1838 legte er dann vor der Prüfungscommiſſion in Gießen das philologiſche Examen ab und erwarb ſich zu gleicher Zeit durch Einreichung einer Diſſertation(De ratione qua Cicero philo- sophiam in primis moralem tractaverit disputatur) den Doctorgrad. Hierauf ging er als Privat⸗ lehrer nach Frankfurt zurück und verlebte als ſolcher noch eine Reihe von Jahren, bis er durch landesherrliches Decret vom 13. Februar 1846 als Nachfolger des verſtorbenen Lehrers Dr. Fuhr zum ordentlichen Lehrer am Gymnaſium zu Worms ernannt wurde. Am 1. März deſſelben Jahres trat er in ſeine hieſige Stellung ein.
Nach dem Tode des Herrn Prof. Dr. Höbel wurde unſrer Anſtalt Gymnaſiallehramts⸗ Acceſſiſt Dr. Hermann Geiſt aus Gießen zur Aushülfe überwieſen. Derſelbe trat am 1. Oct. 1875 in unſre Anſtalt ein; wir nahmen aber, um nicht den Gang des Unterrichts zu ſtören, mitten im Schuljahr keine weſentlichen Veränderungen in der Vertheilung des Unterrichts vor: der Unterzeichnete und Herr Dr. Weckerling übernahmen Höbel's Unterrichtsſtunden.
Es mögen nun hier die kurzen Biographieen folgen, welche uns die eingetretenen Lehrer für dieſen Zweck niedergeſchrieben.
Dr. Th. Goldmann, Sohn des Geheimerath Dr. Goldmann zu Mainz, iſt geboren am
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