Jahrgang 
1868
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Lehranſtalt wie die unſrige). Die Bildungsſtoffe der deutſchen höheren Schulen ſind nun einmal nicht national, ſondern beruhen auf einem Eclecticismus. Ein Schwanken wiſchen dem Zuviel und Zuwenig in der Geſchichte der Pädagogik iſt daher eben ſo erklärlich als verzeihlich. Medium tenuere beati. Die gymnaſtiſche Jugendbilvung mit der ſeientifiſchen in das ſtändige rechte Gleichgewicht zu bringen, wie wir dies bei den Griechen finden(worüber ſich u. A. unſere Beilage verbreitet), iſt bis jetzt noch nicht völlig gelungen. In dieſer Beziehung gilt daher noch immer das Wort des Horaz: Vos exemplaria graeca nocturna versate manu, versate diurna.

12) Betreffend die Beſtimmungen über die Berechtigung der Gyünaſtaſten und Real⸗ Schüler zu zu dem einjährigen freiwilligen Militärdienſt, laſſen wir, um mehrſeitigen Anfragen zu genügen, hier die weſentlichſten aus dem Erlaſſe Gr. Kriegsminiſterium d. d. 10. Direber 1367 auszugeſbeiſe abdrucken.

§ f.(126, 1.)*)Wer als einjäͤhriger Freiwilliger dienen will, har dazu die mit der Aufgabe des Rechts, an der Loofung Theil zu Hehnten, bemkpft Berechtigung bei der Depattenents Prüfungs⸗ Commiſſion**) nachzuſuchen. Die Anmelbdung hierzu darf früheſtens im Laufe desjenigen Monats recfoläe, in welchem das 17. Lebensjahr zurückgelegt wird, und muß hesſtens bis Hen 1. Srahas deejeice Kalenderjahtrd ſtattfinden, in dem das 20. Lebensjahr vollendet wird.

Wer dieſe Termine verſäumt, verliert den Anſpruch auf die veginſigung zum ehafheibe Dienſt

. 2.(120). Zur perſonellen Prüfung gehört die heſtſelinege

a) der Identität;

b) ob der Betheiligte ſeinem Lebensalter nach(§. 126) zum einjährigen freiwilligen Dienſt zugelaſſen werden darf, zu welchem Zwecke derſelbe ein Geburtszeugniß vorzulegen hat;

c) ob derſelbe die Erlaubniß ſeines Vaters oder Vormundes zum einjährigen freiwilligen Dienſt hat;

d) ob dem ſich Meldenden als Heſſiſchem Unterthanen die Berechtigung, im Heere zu dienen, zur

Seite ſteht; t(8 4₰ uh

e) ob derſelbe zum Militärdienſt brauchbar iſt oder nicht;

f) ob derſelbe moraliſch qualificiert iſt, worüber er ſich durch ein Luxkaniges Atteſt ausſu⸗ weiſen hat.

§. 3.(130). Die Qualification in wiſſenſchaftlicher Beziehung kann ündeder nue Atteſte nachgewieſen, oder durch beſondere Prüfung feſtgeſtellt werden.

§. 4.(131, 1). Den Nachweis der wiſſenſchaftlichen Qualification durch Ateſte k können nur führen:

a) diejenigen auf Univerſitäten Studierenden, welche von einem inländiſchen Gymnaſium mit dem

vorſchriftsmäßigen Zeugniſſe der Reife für die Univerſität verſehen ſind;

b) die Schüler Heſſiſcher Gymnaſien aus den zwei erſten Klaſſen gleichviel ob dieſe Klaſſen in Abtheilungen zerfallen die Secundaner jedoch nur, wenn ſie mindeſtens ein halbes Jahr in Secunda geſeſſen und an dem Ünterricht in allen Gegenſtänden Theil genommen haben. Die Schüler der mit einem Gymnaſium verbundenen Real⸗Klaſſen ſtehen den Schülern der Real⸗ oder hücheirn ealichalen gleich;

*) Die in Klammern eingeſchloſſenen Zahlen bezeichnen die§§. der prelßiſchen Erſatz⸗ Inſtruction. **) Im Großherzogthum Heſſen beim Gr. Kriegsminiſterium..