Jahrgang 
1930
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37 Jahre hat Dr. Uhrig an unſerer Anſtalt gewirkt. Er kam hierher, als das ſtaatliche Höhere Mädchen⸗ ſchulweſen noch in ſeinen erſten Anfängen ſteckte, und war nun Zeuge und Mitarbeiter der Feſtigung der Höheren Mädchenſchule und insbeſondere der Reform vom Jahre 1911, die gerade ſeinen Fächern, Mathematik und Natur⸗ wiſſenſchaft, die ihnen gebührende Stellung im Lehrplan gab. Mehrmals, am längſten faſt während des ganzen Krieges hat er die Vertretung des Direktors geführt und der Schule nach dem Kriege bei ihrem Ausbau zur Studienanſtalt mit Rat und hilfe zur Seite geſtanden. So wuchs er in ſeinen Urbeiten für die Schule und die Schule mit ihm.

Die Entlaſſungsfeier am 15. März gab dem Direktor Gelegenheit, dem ſcheidenden Amtsgenoſſen warme Dankesworte für ſeine dienſtliche Tätigkeit zu widmen, auf die dieſer mit einer herzlichen Anſprache an die Jugend erwiderte. Dem Dank der Schule ſchloß ſich das Kuratorium mit einem anerkennenden Schreiben an, das der Direktor zur Verleſung brachte.

Als Vertreterinnen für erkrankte Lehrerinnen waren im Laufe des Jahres an der Anſtalt verwendet:

I. die Studienreferendarin Frl. Ottilie Weber aus Gießen vom 4. Juni 13. Juli für Studienaſſeſſor Dr. Bender. 2. die Schulamtsanwärterin Frl. Hedwig Schmidt aus Mainz vom 23. Auguſt 29. September für Frl. Reuter. 3. die techniſche Anwärterin Frl. Anna Sauer aus Darmſtadt vom 21. Auguſt 20. September für Frl. Hartmann.

Studienaſſeſſor Knies promovierte im Februar in Freiburg i. B. zum Dr. phil.

e. Beurlaubungen zu wiſſenſchaſtlichen Arbeiten.

Studienrat Dr. Weiler war vom 17. September ab für 2 Wochen zu Arbeiten an der Senkenberg⸗Forſchungs⸗ ſtelle in Wilhelmshaven und der biologiſchen Anſtalt in Helgoland beurlaubt. An dem neuſprachlichen Fortbildungs⸗ lehrgang in Darmſtadt, der vom 22. bis 27. Oktober dauerte, nahmen Studienrat Dr. Heid und Studienaſſeſſor Dr. Weick für die volle Geit und Studienrat Bickelhaupt für 3 Tage teil. Frl. A. Heiland beſuchte den chemiſchen Fortbildungslehrgang in Mainz am 4., 5., 7. Dezember.

f. Geſundheitszuſtand.

Wohl noch kein Jahr war für den Geſundheitszuſtand des Lehrkörpers ſo ſchlecht wie das abgelaufene. Nach⸗ dem im Sommer ſchon drei Lehrkräſte für längere Zeit erkrankt waren, ſodaß Vertreterinnen in Anſpruch genommen werden mußten, fehlten im letzten Vierteljahr mehrere Wochen lang ſoviele Lehrer und Lehrerinnen, daß es Schwierig⸗ keiten machte, den Unterricht überhaupt aufrecht zu erhalten. Häufig waren 5, mitunter auch 6 Lehrkräſte gleich⸗ zeitig zu vertreten. Im ganzen mußten einſchließlich der unter e) erwähnten Beurlaubungen 442 Vertretungstage verſehen werden, ſodaß nach Abzug der 108 Tage, für die uns Vertreterinnen zur Verfügung ſtanden, für 334 Tage vom Kollegium Vertretungsarbeit geleiſtet werden mußte. Das ergibt mehr als eine Lehrkraſt für die Dauer eines Jahres.

Auch der Geſundheitszuſtand der Schülerinnen war während der Grippezeit nicht gut, doch brauchte der Unterricht trotz Krankheit, Kälte und Kohlenknappheit glücklicherweiſe nicht unterbrochen zu werden.

g. Schulfeſte. 9. Mai: Nachfeier des 80. Geburtstages von Helene Lange. Anſprache Frl. Danielſen.

25. Juni: Schiffsausflug der ganzen Schule zur Feier des heſſiſchen Jugendtages nach den Mannheimer Hafen⸗ anlagen und rheinaufwärts bis Germersheim. Auf der Heimfahrt Unterbrechung in Speger zum Beſuche der Proteſtationskirche und des Domes ſowie des Säuglingsheimes im evangeliſchen Diakoniſſenhaus.

18. Auguſt: Verfaſſungsfeier. Anſprache Studienaſſeſſor Knies.

29. Sept.: Feier der 400 jährigen Wiederkehr des Todestages von Albrecht Dürer. 2 Lichtbildervorträge von

Studienaſſeſſor Dr. Bender.

24. Nov.: Gedächtnisfeier für die Gefallenen, gemeinſam mit Gumnaſium und Oberrealſchule, auf dem Friedhof. Anſprache Karitas⸗Sekretär Waldhelm, Poſaunenchor der Luthergemeinde.

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