Jahrgang 
1925
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Die Fülle dieſes Saals und die Worte, die wir gehört, ſie beweiſen den Stolz, den der Deutſche empfindet im Gedenken an die geiſtige Kraft, die unſer Volk aus ſeiner Schule zieht. Ein Volk aber, das mit Freude und Stolz auf ſeine Schule blickt, das iſt auf dem richtigen Weg. And wenn wir in dieſem Gedanken das Feſt zur Erinnerung an ein lokales Ereignis begehen, ſo ſtellen wir es in den Juſammenhang mit dem großen Ganzen des vaterländiſchen Lebens und geben ihm dadurch ſeine Weihe und ſeine innere Berechtigung.

Es iſt ja nicht möglich, von der Schule aus die Welt zu geſtalten, das Geſetz ſtetig fließender Entwickelung beherrſcht das Weltgeſchehen, das Leben beſtimmt die Schule. Die Volksentwickelung bringt neue Bildungsideale, ſo daß die Schulen, die Volksſchulen ſowohl wie die ſogenannten höheren Schulen, ſich im Wandel der Zeiten mitwandeln müſſen.

Anſere deutſche Schule muß uns das neue Geſchlecht erziehen, das wir brauchen, um die Aufgaben der Zukunft zu erfüllen. Dieſe Aufgabe kann nur erfüllt werden, wenn wir die Einheit der Geſinnung, die Volkseinheit, erreichen. Das wird geſchehen, wenn die Schule jeden Alters und jeder Stufe in Zukunft mehr als bisher ihre Kraft aus der deutſchen Heimat nimmt. Sie muß ihre Wurzeln immer tiefer und tiefer treiben in deutſchen, vaterländiſchen Boden, ſie muß feſtſtehen auf deutſchem Volkstum, ohne deshalb alles als wertlos wegzuwerfen, was der anpaſſungsfähige Geiſt der Deutſchen aus der Fremde übernommen hat, und ohne deshalb in Zukunſt den Blick zu verſchließen vor dem, was fremde Kultur an wirklichen Werten uns zur Bereicherung eigenen Gutes bieten kann..

Die Schule muß aber in erſter Linie Herz und Gemüt empfänglich machen für alles, was an reinem Gold von alters her in deutſchem Weſen verſenkt war. Dann werden wir eine Volksgemein⸗ ſchaft werden und auch in der Völkergemeinſchaft den Platz wieder einnehmen, der uns gebührt.

Dieſe Einſtellung unſeres geſamten Schulweſens unter den Geſichtswinkel deutſch⸗ethiſcher Einheit durch ganz beſondere Betonung des deutſchen Bildungsgutes wird und muß ſich am leichteſten für die höhere Mädchenſchule vollziehen.

In einer Zeit, die Mann und Frau politiſch gleichgeſtellt hat, kann die Gleichwertigkeit der Frau auch in pädagogiſchen Dingen und in wiſſenſchaftlicher Hinſicht von niemand mehr beſtritten werden, wohl aber immer noch die Gleichartigkeit. Wir müſſen uns hüten, eine Gleichheit des Bildungsbedürfniſſes und der Kräfte anzunehmen, und müſſen uns hüten vor der abſoluten Angliederung der Mädchenbildung an die der Knaben. Die Frau muß heute herangebildet werden leider für eine doppelte Aufgabe, für die Ehe und den Beruf. Das darf aber nicht zu dem Aufgehen in der männlichen Linie führen. Die Mädchenbildung ſoll, wie die der Knaben, vaterländiſch und allgemein menſchenbildend ſein, in erſter Linie aber ſoll ſie weiblich ſein. Eine deutſche Biloͤung ohne erzieheriſche Sonderfürſorge für die Frau muß als Stückwerk gelten. Es iſt das große Verdienſt der Städte, dies rechtzeitig erkannt zu haben, lange bevor der Staat ſich ſeiner unterrichtlichen und erzieheriſchen Pflichten gegenüber der heranwachſenden weiblichen Jugend bewußt war.

Wenn ich von dieſen allgemeinen Betrachtungen, die ich nur kurz andeuten konnte, wieder zurückkehre zu unſerer lieben Eleonorenſchule, ſo darf ich wohl mit Genugtuung betonen, daß gerade hier der Verſuch gemacht wurde, Gedanken dieſer Art in die Tat umzuſetzen. Ich glaube ſagen zu können, daß der hochverdiente Leiter der Schule in harmoniſcher, herzlicher Gemeinſchaft mit ſeinen ſämtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern als Aufgabe und Fiel ſeiner Tätigkeit anſieht, das eigentümlich Wertvolle der Frauennatur in ſeiner ganzen Kraft zur Geltung zu bringen, den reichen Schatz geiſtiger und ſittlicher Schönheit, der im Gemüt der deutſchen Frau liegt, zu

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