Jahrgang 
1925
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Kach der Feſtrede erfreuten die Herren Studienrat Kieffer und Oberreallehrer Deboben mit dem innig zum Vortrag gebrachten Adagio für Cello und Orgel von Merkel.

Weitere Anſprachen folgten. Junächſt beſtieg Herr Staatsrat Block vom Landesamt für das Bildungsweſen, Darmſtadt, das Reoͤnerpult. Seine hochbedeutſamen, von echt vaterlän⸗ diſchem Geiſt getragenen Ausführungen hatten folgenden Wortlaut:

Hochanſehnliche Feſtverſammlung!

Im Namen und Auftrag des Landesamtes für das Bildungsweſen ſpreche ich dem Kuratorium der Eleonorenſchule und der Schulleitung den herzlichen Dank aus für die freundliche Einladung zur Fünfzig⸗Jahresfeier und für die herzlichen Worte der Begrüßung, die der Herr Oberbürger⸗ meiſter und der Herr Direktor an den Vertreter der heimatlichen Schulbehörde gerichtet haben.

Ich brauche Sie nicht zu verſichern, daß es dem Landesamt für das Biloͤungsweſen zur ganz beſonderen Freude gereicht, an dieſem Feſt teilnehmen zu können, daß wir nicht mehr nur mit unſeren Gedanken bei Ihnen weilen dürfen, ſondern daß wir wieder unter Sie treten, Ihnen die Hand reichen, Ihnen ins Auge ſehen können, und daß wir Ihnen aus vollem Herzen und in innerer Bewegung unſere aufrichtigſten Glückwünſche mündlich ausſprechen können zu der Erinnerungsfeier und zu dem Ehrentage, den Sie heute begehen.

Mit dieſen Glückwünſchen verbinde ich im Auftrage der oberen Schulbehörde den Dank an all die vielen, die im Lauf der Jahrzehnte der Schule gedient haben, an all die Männer und Frauen, die einſt hier als Lehrer und Erzieher mit Erfolg gewirkt haben und von deren Wirken Segen hinausſtrömte, auch über das Grab hinaus, in dieſen kerndeutſchen Teil des Heſſenlandes. Von ganzem Herzen ſchließe ich mich den anerkennenden Worten, die der Herr Direktor eben dem Jubilar der Schule, dem Herrn Rothſchild gewidmet hat, an, der in ſeiner Perſon die fünfzig Jahre Schularbeit und Schulgeſchichte verkörpert. Wir gedenken mit beſonderem Dank derer, die in den ſchweren Jahren des Krieges und der Not und in den Prüfungen der Kachkriegszeit bis zu dem heutigen Tage in unerſchrockener, unermüdlicher deutſcher Pflichterfüllung ihres Amtes gewaltet haben, ihres hohen Amtes der Heranbiloͤung einer Jugend, die den ſchweren Aufgaben der kommenden Jahre mutig, zuverſichtlich und gottvertrauend ins Auge ſieht und ſie zum Wohle der Heimat und des Vaterlandes zu erfüllen beſtrebt ſein wird.

Wir gedenken aber auch dankbar der Kräfte, die einſt die Schule ins Leben riefen, die ſie hegten und pflegten und bis hierher betreuten. Es war lebendiger Gemeinſinn, ein herzhafter Zug opferwilligen Strebens, froher Glaube an die Zukunft, die da vor fünfzig Jahren in Zeiten hochgemuter Spannung die Bürger dieſer Stadt beſeelten, es war der ſtets lebendige Bürgerſinn, der die Stadt Worms von jeher auszeichnete, und der auch ihr zur Pflicht machte, in edlem Wetteifer mit anderen Städten des geeinten Vaterlandes ſich der Bildungs⸗ und Kulturaufgaben anzunehmen, ſich ein Ruhmesblatt zu ſichern durch die Errichtung neuer Schulen, durch die Liebe zur Schule, zur deutſchen Schule.

Die Erinnerung an die ſchöpferiſche Kraft und Begeiſterung der Vorfahren hat dann immer wieder unſere Kraft und neue Begeiſterung bei den Kachlebenden erzeugt, hat immer wieder Antrieb zu ſorgſamer Pflege, zu weiterem Fortſchritt und Ausbau gegeben, und ſo ſehen wir dankbar auch heute wieder die Verwaltung der Stadt in einmütiger Geſinnung mit allen Bürgern, mit allen Kreiſen der Bevölkerung in treuer Liebe zu der Biloͤungsſtätte vereint, die einſt von den Vätern gegründet wurde, die aber als ein Stück des eigenen Ichs empfunden wird.

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