Jahrgang 
1907
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gebildete Stellwand mit Portièren von dem Zeichenſaal ſelbſt abgetrennt iſt. In den Schränken ſind Modelle und Vorlagen hinter verglaſten Türen in geſchickter Anordnung ſtets ſichtbar. Die Reformzeichentiſche haben verſtellbare Tiſchplatten und Modellhalter. Als Sitze dienen Schemel mit Rücklehnen.

Beſtand bei der Ausſtattung der Unterrichtsräume das Beſtreben, angenehme Raum⸗ wirkungen lediglich durch Farbe zu erzielen, ſo wurde bei den für den Lehrkörper beſtimmten Räumen verſucht, dieſe Wirkungen durch Verkleidung der Wände mit Holzvertäfelung und reicher behandelte Decken noch zu erhöhen. Das Zimmer des Direktors in Größe eines Klaſſenzimmers dient gleichzeitiig als Konferenzzimmer. Es hat dunkelgebeizte Eichenholzmöbel erhalten und auch die Wandvertäfelung, in die eine Wanduhr und die erforderlichen Schränke ſowie eine Waſch⸗ gelegenheit eingebaut ſind, weiſt eichenholzfarbige Beizung auf. Eine bronzefarbige Tapete, die leicht abgetönte Maaßwerkdecke, blaugraugemuſterter Linoleumbelag, ſowie kräftig goldfarbige mit leichten Applikationen verſehene Vorhänge geben ihm einen vornehmen Charakter. Die Wanduhr birgt das Zentraluhrwerk, von dem die Uhren auf den Fluren und die elektriſchen Läuteglocken bedient werden.

Das Lehrerinnenzimmer iſt in mahagonifarbig, das Lehrerzimmer in grün gebeizter Tannenholzvertäfelung gehalten. In die Täfelung ſind Schränke und Kleiderablagen eingebaut. Die Decken ſind mit einfachen Leiſten, weit herabgezogenen Hohlkehlen und in Spritztechnik gehaltenem Verputz verziert.

Die mit Kreuzgewölben in Rabitzkonſtruktion überwölbten Flure haben eine Breite von 2,80 m. Der Flur des ſüdlichen Gebäudeflügels iſt in allen Geſchoſſen durch eine Säulen⸗ und Pfeilerſtellung um 1,82 m erweitert und in dieſer Seitengallerie ſind die Kleidergeſtelle für die Schülerinnen, beſtehend aus Holzgeſtellen mit Kleiderhaken und Einrichtungen zum Unterbringen der Schirme, aufgeſtellt. Die mit Terrazzoplatten in verſchiedenfarbigen Muſtern belegten Gänge zeigen über einem 30 cm hohen Heliolithputzſockel Leimfarbenanſtrich auf Zementputz. Dieſer Anſtrich ſoll ſpäter durch Olfarbenanſtrich erſetzt werden. Der obere Teil der Wände und die Gewölbe ſind weiß getüncht. Nur die Konſolen der die Kreuzgewölbe trennenden Bögen weiſen in einfacher Bemalung Motive aus der Natur und aus dem Leben in ſchlichter Darſtellung auf. Die ſchmiedeeiſernen Deckenbeleuchtungskörper ſind gegen die weiße Gewölbefläche mit farbigen Linien abgeſetzt. Sämtliches Holzwerk auf den Gängen iſt kräftig rot laſiert.

Die Konſtruktion des Gebäudes iſt durchaus maſſiv. Alle Decken ſind in Eiſenbeton⸗ konſtruktion mit flachen Vouten von 1215 cm Höhe ausgeführt. Zur Erhöhung der Schall⸗ undurchläſſigkeit und zur Erreichung größerer Fußwärme erhielten die Betonkappen 910 cm ſtarke Bimsbetonauflage, über welcher nach Ausgleichung mittels eines Zementglattſtriches der Linoleumbelag aufgeklebt iſt. Die Stufen der Haupt⸗ und Nebentreppe ſind in Granit, letztere freitragend hergeſtellt. Das Treppengeländer der Haupttreppe iſt in Kupfertreibarbeit zur Aus⸗ führung gebracht. Die obere Wand des Haupttreppenhauſes ziert ein in Temperafarben gemaltes Bild, das den Marktplatz und die Münze der alten Reichsſtadt Worms vor ihrer Zerſtörung durch die Franzoſen im Jahre 1689 darſtellt.

Zur Beheizung des Gebäudes iſt eine Niederdruckdampfheizung, verbunden mit einer