Jahrgang 
1907
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weglich und verſchiebbar angeordnet ſind, Verwendung gefunden. Da die Schiefertafel bei nahezu unbegrenzter Haltbarkeit kaum irgendwelcher Unterhaltung bedarf, hat ſie ſich in den hieſigen Schulen dauernde Freunde geſichert. Nur für Doppeltafeln mit 4 Schreibflächen iſt eine Patent⸗ tafel aus beſonders präparierter Maſſe, der leichteren Handhabung wegen, verwendet worden.

Eine künſtliche Beleuchtung der Klaſſen für Unterrichtszwecke konnte mit Rückſicht auf den ſeit Jahren eingeführten Vormittagsunterrrcht entbehrt werden und iſt auch nur in einem für Oberklaſſen beſtimmten Klaſſenraum eingerichtet worden. Alle übrigen Klaſſenzimmer erhielten zu Reinigungszwecken eine einfache Abendbeleuchtung, beſtehend aus 1 2 Wandarmen mit je einer Glühbirne.

Das Warte⸗ und Frühſtückszimmer ſoll auswärtigen Schülerinnen als Aufenthaltsraum dienen. In den Vormittagspauſen wird hier an die Schülerinnen durch den Schuldiener warme Milch gegen Entgelt verabreicht. Das Zimmer zeigt an den Wänden einen marmorartigen, gelb⸗ lichen, abwaſchbaren Heliolithſockelputz und einen in Delfterart, in kräftiger blauer Farbe gehaltenen Wandfries. Zur Erwärmung der Milch und zum Reinigen der Taſſen iſt nebenan noch ein kleiner Koch⸗ und Spülraum angeordnet.

Dem Chemie⸗ und Phyſikunterricht dient der mit anſteigenden Sitzen ausgeſtattete Phyſik⸗ ſaal, zu dem noch ein Sammlungs⸗ und ein Vorbereitungszimmer gehört. Letzteres hat mit dem Phyſikſaal eine gemeinſchaftliche Abzugsniſche, die beiderſeits gut abſchließbar iſt. Zur Verdunkel⸗ ung des Phyſikſaales ſind Vorrichtungen aus präpariertem lichtdichtem Stoff angebracht, die mittelſt Handkurbel und Drahtſeil bewegt werden. Für Lichtverſuche iſt ein Helioſtat eingebaut. Eine Normalſchalttafel mit Ampéèremeter und Voltmeter, Umſchaltern und Kurbelwiderſtänden ermöglicht die Entnahme elektriſchen Stromes in Spannungen von 220 Volt bis zu etwa 2 Volt herab und iſt ſo eingerichtet, daß ſich alle im Unterricht vorkommenden Verſuche mit Elektrizität bequem und ſicher ausführen laſſen. Der 4,0 m lange Experimentiertiſch iſt mit allen erforder⸗ lichen Einrichtungen verſehen. Für die künſtliche Beleuchtung des Phyſikſaales iſt halbzerſtreutes Bogenlicht angewendet.

Der Kombinationsſaal, der namentlich bei Erkrankung oder anderweiter Verhinderung von Lehrkräften mehrere Klaſſen aufnehmen ſoll, bietet Platz für 90 Schülerinnen. Seine Aus⸗ ſtattung entſpricht im übrigen der Ausſtattung der Klaſſenzimmer. Über dem weniger benutzten Kombinationsſaal iſt der Singſaal angeordnet, der mit einem Flügel und Sitzbänken für 99. Schülerinnen auf anſteigenden Podien ausgeſtattet iſt. Der in Oelfarbentechnik behandelte, etwa 2 m hohe Wandſockel des Singſaals zeigt in ſeinem Fries den Spruch:

Im Takte feſt, im Tone rein, Soll unſer Tun und Singen ſein.

Die neben dem Singſaal liegende Bibliothek iſt mit Lippmann'ſchen Patentbücher⸗ geſtellen verſehen.

Beſondere Aufmerkſamkeit wurde auch der Ausſtattung und Einrichtung des Zeichen⸗ ſaales zugewendet. Die Wände ſind in gedämpftem pompejaniſch Rot geſtrichen und die hier⸗ durch erzielte angenehme Raumwirkung wird noch dadurch geſteigert, daß der zur Unterbringung von Modellen und Vorlagen erforderliche Raum durch eine nur etwa 2,20 m hohe, aus Schränken