Jahrgang 
1907
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10 lichen aber gelbliche Sandſteinverkleidung des Waſſerturmes ein grünlich⸗gelblicher Sandſtein aus dem Alſenztal gewählt wurde, deſſen weiche, in's bräunliche gehenden Schattierungen angenehm mit der Färbung des Waſſerturms zuſammenklingen. Um eine geſchloſſene architektoniſche Wirk⸗ ung der ſüdlichen Platzwand zu erzielen, iſt zwiſchen Schule und Waſſerturm eine torartige, für den Verkehr offen gelaſſene Überbauung hergeſtellt. Die Mitte des Waſſerturmplatzes iſt gärt⸗ nerſſchen Anlagen eingeräumt, deren freundliches Grün zur Belebung beitragen wird.

Wir betreten die Schule durch das in dem einſpringenden Winkel, und damit ungefähr im Mittelpunkt des Gebäudes gelegene Hauptportal und gelangen in eine von Säulen getragene, gewölbte Flurhalle, in welcher das Haupttreppenhaus und die zu den Unterrichtsräumen führenden Gänge des Erdgeſchoſſes zuſammentreffen. Die Flurhalle zeigt reichliche Abmeſſungen und iſt größer angelegt als diejenige der Obergeſchoſſe, weil im Erdgeſchoß der Strom der Schülerinnen zuſammentrifft und deshalb ein größerer Platzaufwand wohl berechtigt erſchien. Die Haupttreppe führt nach den drei Hauptgeſchoſſen, die außerdem noch durch eine Nebentreppe mit dem Keller⸗ und Dachgeſchoß verbunden ſind.

In dem Gebäude ſind neben den 15 Schulklaſſen, die ſich auf die drei Geſchoſſe ver⸗ teilen, und je einem Lehrmittelzimmer in jedem Geſchoß, im Erdgeſchoß ein Warte⸗ und Frühſtücks⸗ zimmer für die Schülerinnen, der Phyſikſaal mit Vorbereitungs⸗ und Sammlungszimmer ſowie unter dem Podeſt der Haupttreppe und mit ſeinem Fenſter unmittelbar nach dem Haupt⸗ eingang zu gerichtet das Schuldienerzimmer untergebracht. Das erſte Obergeſchoß enthält noch das auch als Konferenzzimmer dienende Zimmer des Direktors mit einem Vorzimmer, das Zimmer für die Lehrerinnen, einen Saal für kombinierte Klaſſe und die Bibliothek; das zweite Obergeſchoß ein Zimmer für Lehrer, den Zeichen⸗ und Singſaal.

Die Turnhalle lehnt ſich an das Hauptgebäude an und iſt von dem Flur des Erd⸗ geſchoſſes aus zugänglich. Von einer Aula wurde Abſtand genommen, dafür die Turnhalle in ihren Abmeſſungen und ihrer Ausſtattung ſo gehalten, daß ſie für würdige Begehung der Schul⸗ feſte und zur Unterbringung eines großen Kreiſes von Teilnehmern ſich eignet. Bei einer Breite von 12 ½ m und einer Länge von 24 m iſt auf ihrer einen Langſeite eine Gallerie für Zu⸗ ſchauer angeordnet, die in den Flur des erſten Obergeſchoſſes ausmündet.

Die Wände der Turn⸗ und Feſthalle zeigen eine 1,80 m hohe Panelverkleidung aus Tannenholz in zarter, blaugrüner, die Holzmaſerung ſichtbar laſſender Laſurfarbe. Über ihnen pannt ſich eine freitragend konſtruierte Holzdecke in Tonnengewölbeform, deren Architektur bei großzügiger Flächenbehandlung im Weſentlichen nur eine Betonung der Binderkonſtruktion und der Pfetten zeigt. Die einheitliche Tonnenform iſt nur durch die Aufhängevorrichtungen für den Rundlauf mit Zugſtangen unterbrochen. Auch das Holzwerk der Decke iſt in leicht gelblich⸗ grünlichen Tönen laſiert und mit aufgemalten Blumenkränzen und Garbenbündeln geſchmückt. Zur Erhöhung der feierlichen Raumwirkung ſind die beiden Giebelfenſter mit Glasgemälden ver⸗ ſehen. Als Motive wurden für das eine Fenſter im Reigen einherſchreitende Mädchen, Frohſinn und Jugendluſt darſtellend, gewählt. Das andere Fenſter zeigt 2 jugendliche Wormſerinnen, die zum Zeichen der Dankbarkeit das Wappen der Stadt bekränzen. Die Feſthalle iſt für Schüler⸗ aufführungen mit einem leicht auf⸗ und abſchlagbaren Podium ausgerüſtet.