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4. Schulfestlichkeiten. Der Geburtstag Sr Kgl Iloheit des Grossherzogs und der Geburtstag Sr. Majestät des Kaisers wurden durch Gesang, Deklamation und Ansprache festlich begangen. Die Herren Oberlehrer Barth und Oberlehrer Sieben hielten die Festrede
Im Juni unternahmen sämtliche Klassen der Schule einen grösseren, ganztägigen Ausflug mit den verschiedensten Reisezielen, ausserdem wurden von Zeit zu Zeit einige kleinere Spaziergänge ausgeführt.
Ende August fand für die an dem Schwimmunterricht beteiligten Schüler in 3 dem Alter nach zusammengesezten Abteilungen ein Wettschwimmen statt, dem auch die Nicht- schwimmer und das Lebrerkollegium als Zuschauer beiwohnten In jeder Abteilung er- hielten die 3 besten Schwimmer passende Bücher als Preise
5. Sehulgebäude. In den letzten Jahresberichten mussten wir wiederholt darauf hinweisen, dass der bauliche Zustand des Klostergebäudes, namentlich mit Rücksicht auf seine Verwendung als Schulhaus, dringend der Abhilfe und Besserung bedürfe Dieser Erkenntnis konnte sich weder Staat noch Gemeinde verschliessen. Zahlreiche Sitzungen der beteiligten Behörden führten zu der Überzeugung, dass durch einen grösseren Um- bau geeignete Räume für Realschule und Volksschule innerhalb des ehrwürdigen, alten Dominikanerklosters geschaffen werden können Im wesentlichen fanden die Projektskizzen und Pläne des Herrn Regierungsbaumeisters und Privatdozenten Zeller Beifall. Diese Pläne bringen Licht und Luft in den Schulbau, sie schaffen freundliche und geräumige, den modernen Anforderungen entsprechende Klassenzimmer, neue Sammlungsräume, auch würdige und geeigncte Arbeits- und Beratungszimmer für das Lehrerkollegium, sie bessern die
eizungs- und Beleuchtungsverhältnisse durch Einrichtung einer Zentralheizung und durch Anschluss an das Elektrizitätswerk. Bei all diesen Vorzügen vergisst der Umbau- Entwurf nicht diejenigen Gesichtspunkte, auf welche bei der Gebäudeanlage mit Rücksicht auf ihre Eigenschaft als Baudenkmal Wert zu legen ist. Überall ist die sorgsame Er- haltung oder— soweit geboten— die sachverständige Wiederherstellung dieses, ein hervor- ragendes, geschichtliches und künstlerisches Interesse bietenden Gebäudes beachtet worden.
In dankenswerter Weise hatte der Gemeinderat Wimpfen diesem Zeller'schen Um- bauprojekt im Prinzip zugestimmt und die erforderlichen Mittel in Höhe von 100 000 Mk. unter gewissen Bedingungen bewilligt. UÜber diese Bedingungen und über Einzelheiten des Planes schwebten noch die Verhandlungen, es hatte auch den Anschein, als ob die endgültige Lösung sich noch hinausziehen werde, als eine höhere Kraft uns plötzlich mitten in den Umbau hineinführte. In der Nacht vom 6. auf den 7. Februar ist der westliche und zum kleineren Teil der östliche Flügel des Klostergebäudes vollständig durch Feuer zerstört worden, dessen Entstehungsursache nicht festgestellt werden konnte. Nur dem tatkräftigen und energischen Eingreifen der hiesigen und der benachbarten Feuerwehr ist es zu danken, dass der östliche und südliche Flügel gerettet werden konnte. Die Gefahr war auch für diese Teile des Klosters so gross, dass sämtliche Klassenzimmer, die Samm- lungsräume, Direktorzimmer, Lehrer- und Schülerbibliothek hatten geräumt werden müssen, ebenso musste der Schuldiener seine Wohnung räumen. Bei diesen nächtlichen, im Feuerschein des brennenden Klosters ausgeführten Rettungsarbeiten hatten wir uns der Unterstützung zahlreicher, hilfreicher Hände zu erfreuen. Es ist uns eine gern erfüllte
Pflicht, auch an dieser Stelle der Feuerwehr und den freiwilligen Helfern nochmals unseren kerzlichsten Dank auszusprechen.
Obgleich in dem Westflügel 3 Klassenzimmer, ein Sammlungsraum mit sämtlichem Mobiliar, das Konferenzzimmer mit Mobiliar und wertvoller Büchersammlung verbrannte, dazu unsere gesamten Koblenvorräte und der Abort, waren wir durch das Entgegenkom- men der Grossh. Bürgermeisterei und des kath. Schulvorstandes in der Lage, den Unter- richt schon Montag, den 11. Februar wieder in vollem Umfang aufzunehmen, wenn auch für Lehrer und Schüler noch mancherlei Unbequemlichkeit für die erste Zeit mit in den


