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deſſen Thätigkeit durch Großherzogliches Miniſterium ſchon früher in folgenden Worten gewürdigt worden war: „ſprechen wir Ihnen unſere dankbare Anerkennung aus für die in einer langen Reihe
„von Jahren dem Wohle und der Entwicklung der Anſtalt zugewendete förderliche Thätigkeit.“
Herrn Kreisrat Gräff in Heppenheim, der fortwährend unſerer Schule großes Wohlwollen zeigte und ſtets dieſelbe zu fördern ſuchte, ſagen wir ebenfalls unſern aufrichtigſten Dank.
Am 19. Mai wurde der frühere Rektor der höheren Bürgerſchule Karl Landgraf, der unterm 1. Mai zum Direktor der Großherzoglichen Realſchule ernannt worden war, und das neu zuſammengeſetzte Lehrerkollegium feierlich in den Dienſt eingeführt.
Wir wollen über dieſe Feier den Bericht der Darmſtädter Zeitung anführen:
„Nachdem am 29. April 1885 Seine Königliche Hoheit der Großherzog Allergnädigſt geruht hatten,
„die hieſige höhere Bürgerſchule zur Großherzoglichen Realſchule zu erheben, fand heute deren feierliche
„Einweihung und die Dienſteinweiſung des Direktors ſtatt, der ſchon ſeit 12 Jahren in der Schule thätig
„war, ſeit 10 Jahren als Rektor dieſelbe leitete und durch ſeine unermüdliche Thätigkeit die Anſtalt auf
„die jetzt erreichte Höhe gebracht hat.
„Zu dieſer Feier waren als Vertreter der Regierung die Herren Geh. Staatsrath Dr. Knorr und
„Geh Oberſchulrat Becker erſchienen. Auch beehrte Herr Kreisrat Gräff von Heppenheim das Feſt
„mit ſeiner Anweſenheit. Außerdem hatte ſich der hieſige Stadtvorſtand, die Mitglieder des früheren
„Curatoriums der Anſtalt, der größere Teil der hieſigen ſtädtiſchen Lehrer und ſonſt viele Freunde der
„Schule zu dieſer Feier eingefunden.
„Die Feier wurde eröffnet durch einen vierſtimmigen Geſang der Schüler. Hierauf ergriff Geh. Staats,
„rat Dr. Knorr das Wort, um den Direktor in ſeinen Dienſt einzuweiſen. In beredten Worten wies er
„darauf hin, daß es Großherzoglicher Regierung zur Freude gereiche, hiermit öffentlich verkündigen zu
„können, daß das vom teueren Heſſenlande abgelegene Wimpfen durch die Gnade Seiner Königlichen Hoheit
„des Großherzogs eine Bildungsſtätte erhalten hätte, auf welche es mit Stolz blicken könne. Nachdem Herr
„Direktor Landgraf in ſeinen Dienſt eingewieſen war und den Amtseid in die Hände des Großherzoglichen
„Regierungskommiſſärs abgelegt hatte, ergriff derſelbe das Wort, um dem Stadtvorſtand und dem ſeit⸗
„herigen Curatorium für ihre ſtete Fürſorge, dem bisherigen Kollegium für den Eifer, mit welchem es
„ſeither an der Schule wirkte, Dank zu ſagen, dann derer zu gedenken, die hauptſächlich zur kräftigen
„Entwicklung der jetzigen Realſchule beigetragen haben und beſonders der Schulabteilung des Großh
„Miniſteriums für ſtete, unermüdliche Fürſorge geziemenden Dank zu ſagen. Hierauf richtete Herr Geh⸗
„Oberſchulrat Becker, anknüpfend an die Rede des Direktors, treffende Worte an das neu zuſammen⸗
„geſetzte Lehrerkollegium, ausführend, daß nur durch Einigkeit des Lehrerkollegiums ſich Erſprießliches für
„die Jugend leiſten laſſe. Herr Ensgraber, als älteſter der ſeitherigen Lehrer, ſprach im Namen ſeiner
„Kollegen einige Worte, in denen er die Pllichten der Lehrer gegen ihren Direktor, gegen einander und
„gegen Schüler und Eltern betonte. Herr Kreisrat Gräff von Heppenheim, der ſeit dem Beſtehen der
„Anſtalt derſelben ſtets ein warmes Intereſſe entgegenbrachte, wünſchte der Anſtalt ferneres Gedeihen und
„verſprach auch für die Zukunft ein eifriger Förderer der Schule zu ſein. Zum Schluß der Feier ſangen
„die Schüler das Lied:„Leil unſerem Fürſten Heil!“— Nachmittags 1 Uhr fand im Badhotel zum
„Ritter ein Feſteſſen ſtatt, zu dem ſich etwa 40 Beamte und Bürger der Stadt eingefunden hatten. Die
„Reihe der Toaſte eröffnete Herr Geh. Staatsrat Knorr, der Sr. Kgl. Hoheit dem Großherzog, dem
„edlen Förderer der Schule, galt, und in welchen die Feſtverſammlung mit Begeiſterung einſtimmte. Herr
„Dekan Scriba toaſtierte auf das Großh. Miniſterium; Herr Geh. Oberſchulrat Becker, auf die vielen
„ſeitherigen Verdienſte des Direktors hinweiſend, auf deſſen Wohl. Herr Direktor Landgraf dankte
„gerührt und brachte ein Hoch auf den Stadtvorſtand und die gute Stadt Wimpfen aus. Weitere Toaſte
„brachten aus Herr Bürgermeiſter Ernſt, Herr Kreisrat Gräff und Herr Wilhelm Vörg, der ſeiner
„Zeit bei der Errichtung der Schule mitgewirkt hatte. Erſt gegen Abend löſte ſich die Verſammlung auf.
„Es war für Wimpfen ein bedeutungsvoller Tag. Möge die Anſtalt ſo weiter gedeihen und blühen, daß
„ſie ſtets der Stadt zum Segen, zur Zierde und zum Stolz gereichen wird! Möge ſie eine echte wahre
„Bildungsſtätte bleiben!“


