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Geschenke. Der Herr Minister für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung schenkte für die Bücherei: K. Haushofer, Der Rhein, sein Lebensraum, sein Schicksal, Bd. 1. Vom Provinzialschulkollegium in Kassel erhielten wir 2 Exemplare des Werkes„Der Rhein“ von Theodor Wildeman; ferner Leo Sternberg, Land Nassau, und W. Frischholz, Alt-Höchst.— Herr Professor Dr. Touton-Wiesbaden schenkte der Schule die Gipsabgüsse zweier großer Bildwerke, nämlich Kopf der Athene und des Menelaos.
Die Arbeitsgemeinschaften der Lehrkräfte bestanden unverändert weiter, für Deutsch, für Geschichte, für neuere Sprachen und für Mathematik und Naturwissenschaften.
VI. Zur Geschichte der Anstalt.
Am 1. Schultag des neuen Schuljahres(18. April) sprach in der üblichen Eröffnungsfeier Fräulein Studienrat Gruß über die Vorkämpferin der deutschen Frauenbewegung, Helene Lange, die am 8. April ihren 80. Geburtstag gehabt hatte.— Der 400. Wiederkehr von Albrecht Dürers Todestag wurde am 5. Mai durch eine besondere Feier während der beiden ersten Unterrichtsstunden gedacht. Fräulein Dr. Meumann sprach ausführlich über Dürer und sein Werk. Schon etwa 10 Tage vorher hatte Herr Zeichenlehrer Bussmann mit cinfachen, aber geschmackvollen Mitteln im Combinationszimmer der Schule eine Dürerausstellung aufgebaut und sie den Schülerinnen in den Zeichenstunden näher gebracht; auch andere Lehrkräfte machten von der Gelegenheit Gebrauch, ihre Klassen hinzuführen.— Die Verfassungsfeier wurde am letzten Schultage vor den Sommerferien(19. Juli) abgehalten. Verschiedene Lieder des Chors und von Schülerinnen gesprochene Gedichte leiteten sie ein. Fräulein Studienrat Braun hielt die Festrede über den Staat als Beschützer der heimischen Natur im Anschluß an die Reichsverfassung. Darnach wurde einer Schülerin der UIIIS, die sich im biologischen Unterricht besonders hervorgetan hatte, ein natur- kundliches Buch überreicht. Die Wandergruppen der Schule sangen zur Zupfgeige 2 Wanderlieder. Dann erhielten die Schülerinnen, die sich bei den Reichsjugendwettkämpfen ausgezeichnet hatten, die Ehren- urkunde mit der Unterschrift des Herrn Reichspräsidenten.— Bei der Feier zur hundertjährigen Wieder- kehr von Schuberts Todestag, die am Montag, den 19. November nach der 3. Unterrichtsstunde stattfand, hielt diesmal eine Schülerin, Karla Fritz aus UI, die Gedenkrede. Den musikalischen Teil be- stritten Schülerinnen der Schule und Frau Dr. Kalischek,— Beim diesjährigen Weihnachtsfestspiel, das wiederum von Herrn Studienrat Kolb und Fräulein Dr. Meumann mit vieler Mühe vorbereitet war und 2 mal aufgeführt wurde, einmal vor den Eltern und am letzten Schultage vor den Schülerinnen, wurde zum ersten Mal die neue Schulbühne benutzt, die durch das Eintreten des Herrn Stadtrat Dr. Osterheld kurz vorher fertiggestellt werden konnte. Gespielt wurde„Bübchens Weihnachtstraum“ von Gustav Falke, Musik von Humperdinck.— Nach Weihnachten veranstaltete auf Veranlassung und unter Leitung von Fräulein Dr. Meumann die Klasse UII des Lyzeums noch eine besondere Aufführung, die ebenfalls großen Beifall fand:„Szenen aus Goethes Kindertagen“. Der Prlös, der dabei herauskam, in Höhe von 80 Mk. wurde für den Ankauf eines Teppichs für die Schulbühne bestimmt.
Unsere Schülerinnen wirkten auch außerhalb der Schule bei verschiedenen Gelegenheiten als Sänge- rinnen und auf der Bühne mit. Am Totensonntag brachte der Chor unter Leitung des Herrn Studienrat Zech und unterstützt von einem Orchester und verschiedenen Solisten in der Lutherkirche„ Ein deutsches Requiem“ von Brahms zur wohlgelungenen Aufführung und bot in der Passionszeit an gleicher Stelle durch klangschöne Wiedergabe des berühmten Stabat mater von Pergolesce einer zahlreichen Zuhörer- schaft eine Stunde der Andacht und Weihe.
In der Zeit der Dürerfeiern waren die beiden Oberprimen mit den Herren Dr. Spandau und Dr. Massenkeil und mit Fräulein Dr. Oster je 2 Tage in Nürnberg und in Rothenburg o. d-T.
Während der ganzen ungewöhnlichen Kälte dieses Winters reichte auch die Heizungsanlage unserer Schule nicht aus, um alle Klassen hinreichend zu erwärmen. Da gleichzeitig Kohlenmangel eintrat und die Grippeerkrankungen bedenklich zunahmen, sahen sich die städtischen Behörden veranlaßt, vom 20. Februar bis 4. März die Schulen völlig zu schließen.
Auf einen Antrag der Lehrerkonferenz unserer Anstalt, der auch die Unterstützung der Lehrkräfte des Lyzeums II fand, beschloß der Schulausschuß für die städtischen höheren Schulen im Februar, daß die für den Besuch der beiden Lyzeen vorgenommene Einteilung der Stadt in zwei Bezirke in Zukunft, wegfallen solle. Es steht also hinfort den Eltern frei, an welcher Anstalt sie ihre Kinder anmelden wollen.
Die Reifeprüfungen der Anstalt fanden unter dem Vorsitz des Direktors statt, die der
Studienanstalt am 1. März, die der letzten Oberprima des Oberlyzeums, die unserer Schule angegliedert war, am 4. März. Alle Prüflinge haben bestanden.


