der Grippeepidemie kamen verhältnismäßig wenige Erkrankungen vor.— Leider hatten wir unter unseren Schülerinnen auch einen Todesfall zu beklagen. Die Schülerin der O II der Studienanstalt Else Abraham, die schon seit 1921 unsere Schule besuchte, verstarb ganz plötzlich an einer Hirnhautentzündung als Folge einer früher überstandenen schweren Mittelohrentzündung. Zahlreiche Schülerinnen und Mitglieder des Lehrerkollegiums, außerdem der Chor der Anstalt, nahmen an der Leichenfeier auf dem Sücdfriedhof teil. Der tiefen Trauer, die der Tod dieser Schülerin ausgelöst hatte, gab der Direktor in seinen Abschiedsworten am Sarge Ausdruck und legte im Namen der Lehrer einen Kranz nieder.
i) Schulgeld, Erziehungsbeihilfe, Hilfsbücherei. Das Schulgeld betrug unverändert für Einheimische 200 Mk., für Auswärtige 250 Mk. jährlich. 88 Gesuche um Ermäßigung des Schulgeldes waren eingegangen; in 17 Fällen wurde es ganz, in 62 teilweise erlassen. Eine Schülerin erhielt auf Antrag des Lehrerkollegiums zum 3. Male von dem Herrn Minister für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung eine Erziehungsbeihilfe in Höhe von 600 Mk. Für den Ausbau der Hilfsbücherei standen 890 Mk. zur Verfügung.
k) Berufsberatung.
Mit der Beratung der abgehenden Schülerinnen befaßten sich die Klassenlehrkräfte und der Direktor. AußBerdem wurden die Schülerinnen auf die Berufsberatungsstelle des Städtischen Arbeitsamtes, die auch über akademische Berufe Auskunft erteilt, und auf die von dieser amtlichen Stelle in jedem Winter ver- anstalteten Vorträge hingewiesen.
IV. Der Elternbeirat.
Im Frühjahr 1928 wurde der Elternbeirat neu gewählt und bestimmte in seiner ersten Sitzun 8„ daß der Vorstand seine frühere Zusammensetzung behalten solle. Dem Elternbeirat gehörten an:
1. Herr Präsident D. Theinert, Vorsitzender, 6. Herr Kaufmann Gangolf, 2. Frau M. Gaul, geb. Reuter, Schrift- und 7. Frau Helene Seyd, Kassenführerin, 8. Herr Verwaltungsdirektor Schroeder, stellv. 3. Frau Dr. Tendlau, Vorsitzender, 4. Herr Dr. med. Stein, 9. Herr Pfarrer Schmidt.
5. Frau Pfarrer v. Bernus,
Auf Veranlassung des Elternbeirats fanden mehrere Elternversammlungen statt, in denen besonders von den Eltern der Schülerinnen unserer 3 Untersekunden zu der Frage einer vernünftigen Gestaltung der Wintertanzstunden Stellung genommen wurde.
V. Verschiedenes.
Schulgebäude. Für die Klassenzimmer wurden 100 neue Stühle angeschafft, da die alten eine Ausbesserung nicht mehr lohnten. Durch einen wolkenbruchartigen Regen waren um Pfingsten in einzelnen Klassenzimmern erhebliche Wasserschäden entstanden. Das Austrocknen der Räume erforderte sehr lange Zeit, sodaß die Herrichtung der Decken und Wände erst im nächsten Schuljahr wird erfolgen können.
Lehr- und Lernmittel. An neuen Hiifsmitteln erhielt die Schule eine leicht auf- und abzu- schlagende Schulbühne für den Festsaal; sie wurde schon wiederholt bei Aufführungen benutzt. Der Herr Minister für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung schenkte eine Rundfunkempfangsanlage, bestehend aus einem Neutrodyneempfänger mit Heiz- und Anodenbatterie und einem Lautsprecher. Von der Stadt wurden die Mittel für einen Electrola-Schallplattenapparat zum Gebrauch im Musik- und Sprachunterricht bewilligt. Aus den Mitteln der Schule wurde dazu eine Anzahl wertvoller Schallplatten aus der Liste der von der staatlichen Auskunftstelle für Schulwesen empfohlenen Platten angeschafft. Die Schule verfügte bisher für den Physikunterricht nur über sehr veraltete elektrische Schalteinrichtungen. Das Maschinenbauamt arbeitete den Entwurf für eine neue Schalttafelanlage aus, die zum Teil auch schon fertiggestellt ist. Die physikalische Sammlung erhielt einen kleinen, aber leistungsfähigen Resonanzfunkeninduktor und eine neue Fallmaschine, beide Ersatz für veraltete Apparate. Für das Chemiezimmer wurden für alle im Unterricht gebrauchten Chemikalien Flaschen mit eingebrannter Schrift beschafft. Mit Rücksicht auf die Schüler- übungen erhielt die biologische Sammlung ein weiteres Mikroskop.
Im Bestand der eingeführten Lehrbücher trat keme Veränderung ein.
3*


