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h) Schülerselbstverwaltung, Schulsport, Gesundheitszustand usw.
Schülerselbstverwaltung. In üblicher Weise wurden in allen Klassen Ausschüsse der Schülerinnen gewählt. Der Berater der Vertreterinnen der oberen Klassen war Herr Studienrat Kolb. Die Schülerinnen wurden ferner bei der Verwaltung der Sammlungen, besonders der Kartensammlung, und zum Aufsichtsdienst auf den Gängen der Schule herangezogen.
Schülerinnen als Mitglieder von Vereinen. Die„Pfadfinderinnen“ hatten 22 Mitglieder und unternahmen 27 Wanderungen. Die Wandergruppe der Schule unternahm unter Führung von Fräulein Johanna Ruckes ungefähr alle 14 Tage eine Fahrt in die nähere und weitere Umgebung Wiesbadens. 16 Mitglieder durchwanderten mit Fräulein Gruß und Fräulein Ruckes während der Pfingstferien 1928 die Schwäbische Alb, das Donautal und den Hegau. Den Abschluß der schönen Fahrt bildete der Besuch des Rheinfalles bei Schaffhausen. In den Weihnachtsferien beteiligten sich 1I MNitglieder unter Leitung von Fräulein Ruckes an einer Skifahrt auf den Feldberg im Schwarzwald, wo während 9 Tagen in fröhlicher Arbeit die Elemente der weißen Kunst erlernt wurden.— Folgenden Vereinen, die zur Schule keine unmittelbaren Beziehungen hatten, gehörten Schülerinnen unserer Anstalt an: Dem Verein für das Deutschtum im Ausland 246, dem Tennis und Hockeyklub 17, dem Bibelkränzchen 21; 31 weitere Vereine hatten unter unseren Schülerinnen nur einzelne Mitglieder.
Aufgabenfreier Nachmittag. Für den auf den Spielnachmittag folgenden Schultag waren keine Aufgaben anzufertigen.
Wanderungen und Schulsport. Von den 8 Wanderungen wurde der am 28. Juni zum üblichen Sommerfest der Schule ausgestaltet. Wieder war es eine Rheinfahrt, diesmal nach St. Goar, auf einem großen Dampfer der Köln-Düsseldorfer Gesellschaft. Die Mittagsstunden wurden auf der Ruine Rheinfels, die wegen ihrer weitläufigen Burghöfe und Rasepplätze besonders geeignet ist, mit Vorführungen und scherzhaften Wettkämpfen, von denen sich auch die Damen und Herren des Lehrerkollegiums nicht ausschlossen, verbracht. Die tanzlustige Jugend wurde auf der Rückfahrt durch unsere fleißige Musikkapelle in Bewegung gehalten. Gegen 8 Uhr endigte der vom schönsten Wetter begünstigte Ausflug in Biebrich. Um die Vorbereitung und Durchführung des Festes hatte sich wiederum Herr Studienrat Kolb sehr verdient gemacht.— Von größeren Wanderungen der Oberklassen sind folgende zu erwähnen: In den Pfingstferien besuchte Fräulein Dr. Meumann mit 9 Schülerinnen der Unterprima Nürnberg und Rothenburg o. d. T. Anfangs September waren Herr Dr. Spandau und Fräulein Studienrat Braun mit der Klasse UII des Lyzeums 2 Tage in Büdingen und Gelnhausen. Kurz vor den Herbstferien unternahmen Fräulein Dr. Meumann und Fräulein Johanna Ruckes mit der UI der Studienanstalt eine dreitägige Fahrt durch das Lahntal. Für Schulwanderungen, besonders aber für die an anderer Stelle erwähnten Lehrausflüge hatte uns das Provinzialschulkollegium einen Zuschuss von 500 Mk. bewilligt, die städtische Schulverwaltung außerdem 90 Mk. Damit konnten in verschiedenen Fällen den Teilnehmerinnen an einer Fahrt die gesamten Fahrkosten der Eisenbahn bezahlt werden.— Auch in diesem Jahre haben 15 unserer Schülerinnen aus- wärtigen Gästen, Oberprimanerinnen der Studienanstalt in Dortmund, Gastfreundschaft erwiesen, indem sie 21 Mädchen für 1 Tag beherbergten.
Die Lyzeen I und II hielten in diesem Jahre ihre Reichsjugendwettkämpfe am 13. Juli auf dem Sportplatz am Kleinfeldchen ab. Von unseren Schülerinnen nahmen 78 daran teil.— Am 28. Oktober veranstaltete der Schwimmklub 1911 ein Schülerschwimmfest, bei dem zahlreiche Schülerinnen unserer Schule mit gutem Erfolg mitmachten.
Für die Abhaltung der Spielnachmittage stand der Schule im Sommerhalbjahr einer der Sport- plätze an der Kaiserstraße an 4 Nachmittagen zur Verfügung.
Das deutsche Turn- und Sportabzeichen erwarben sich in diesem Jahre Annelise Dreyer aus der Ol des Oberlyzeums und Gertrud Maschek aus der Ul der Studienanstalt, das Reichsjugend- abzeichen, das für Mädchen erst 1928 eingeführt wurde, 15 Schülerinnen aus verschiedenen Klassen. Um das zuerst genannte Abzeichen hatten sich mehr Schülerinnen beworben, die aber zumeist die Bedingung für 100 m-Lauf nicht erfüllen konnten. Die Turnlehrerin führt das darauf zurück, daß der Oberstufe für ihren Spielnachmittag kein Spielplatz zur Verfügung stand und auf unserem kleinen Schulhof der Lauf nicht geübt werden kann.— Für 25 unserer Schülerinnen hielt Herr Sport- und Tanzlehrer Krumm im letzten Winter einen Lehrgang für Gymnastik und Tanzen ab.
Gesundheitlicher Zustand, Schularzt. Von Ostern 1928 ab ist ein hauptamtlicher Schul- arzt und vom Herbst ab auch eine Schulärztin für die Wiesbadener Schulen angestellt. Von ihnen wurde eine ganze Reihe von Klassen im Laufe des Jahres untersucht, außerdem wurden noch einzelne Sprech- stunden abgehalten. Der Gesundheitszustand der Schülerinnen war im allgemeinen gut; selbst in der Zeit


