27
der Schule folgende Werke überwiesen: Schoenichen, Vom deutschen Waidwerk; Spielmann- Krake, Die Entwicklung des Weichbildes der Stadt Wiesbaden; W. Schaefer, Der Rhein. Der Herr Minister bezw. das Provinzialschulkollegium schenkte folgende Bücher: Muth, Lehrbuch des Weinbaues, Sternberg, Das Land Nassau. Die Firma Dyckerhoff& Söhne und Ferr Prof. Rüth übersandten je ein Exemplar des wertvollen Werkes: Die Sicherungsarbeiten am Mainzer Dom. Wie in den vorhergehenden jahren überwies Herr Dr. August Dyckerhoff für die Rudolf August Dyckerhoff-Stiftung 250 Mk. zur Beschaffung von Geräten für Physikalische Schülerübungen. Eine große Zahl sehr wertvoller Musikalien erhielt die Schule durch Herrn Oberschullehrer Brambach von dem Männergesangverein„Liedertafel“.
Allen freundlichen Spendern sei auch an dieser Stelle der herzlichste Dank ausgesprochen.
VII. Chronik der Anstalt.
1. Das Schuljahr begann am Dienstag, den 17. April 1928, vormittags 8 Uhr, mit der Ausgabe des Stundenplanes und der Prüfung und Aufnahme neuer Schüler. Am nächsten Tage fand eine gemeinsame Andacht statt, in der der stellvertretende Direktor den ministeriellen Bestimmungen gemäß die Hauptpunkte der Schul- und Hausordnung erläuterte, die Ver— änderungen im Lehrerkollegium bekanntgab und die neu eintretenden Lehrer und Schüler willkommen hieß.
2. Die Amtsgeschäfte führte zunächst Studienrat Thurmann in Vertretung des beurlaubten Oberstudienrats Dr. Klüpfel, vom 13. jJuni ab dieser selber. Nachdem der Perr Minister die Direktorwahl bestätigt hatte, fand am 25. 8. die feierliche Einführung des Unterzeichneten im Festsaal der Anstalt im Beisein zahlreicher Eltern und der Mehrzahl der städtischen Direktoren von Wiesbaden statt. Nach der von Studienrat Fritsche vorgetragenen As-Dur- Klaviersonate sang der Chor einen Hymnus von Gluck. Es folgten Ansprachen von Stadtrat Dr. Osterheld, der den Gewählten begrüßte, auf die Aufgaben der modernen Schule hinwies und ihm am Schlusse seiner Ausführungen die Berufungsurkunde aushändigte, von Studien— direktor Dr. Schmitz und von Oberstudienrat Dr. Klüpfel, die den neuen Anstaltsleiter namens der Wiesbadener Direktoren und namens des Kollegiums willkommen hießen. Den Schluß der Reden bildeten die Ausführungen des ÜUnterzeichneten, der in kurzen Zügen sein Programm für die Leitung der Schule entwickelte. Mit dem Chor„Deutschland“ von Baußnern schloß die würdig verlaufene Feier.
3. Am 14. juli nahnm die Schule an den von sämtlichen höheren Knabenschulen Wiesbadens auf der Kampfbahn Kleinfeldchen veranstalteten Reichsjugendwettkämpfen teil, die diesmal mit einer Jjahn-Erinnerungsfeier verbunden waren. Das Wettschwimmen hatte tags zuvor im Viktoriabad stattgefunden. Oberstudiendirektor Dr. Preising hielt die Festrede und teilte an deren Schluß die Ergebnisse der Wettkämpfe mit. Die Namen der Sieger, soweit sie der Riehlschule angehörten, gab Oberstudienrat Dr. Klüpfel am Schlusse der Verfassungsfeier bekannt. Die Ehrenurkunden wurden ihnen in einer Schulfeier am 28. September nach einer Ansprache durch den Unterzeichneten überreicht. Des Abturnens am vorhergehenden Tage ist bereits auf Seite 16 gedacht worden.
4. Mit Rücksicht auf die Lage der Ferien wurde die Verfassungsfeier am 19. juli begangen. Die Ansprache hielt Studienrat Henche über das Thema„Der Freiheitsgedanke in der deutschen Innenpolitik seit Bismarck“. Den musikalischen Rahmen bildeten das Präludium und die Fuge in B-Dur von Bach und der Chor„Deutschland“ von Baußnern. Die Feier schloß mit dem gemeinsamen Lied„Deutschland, Deutschland über alles“.
5. Die Feier der hundertsten Wiederkehr von Schuberts Todestag versammelte am 20. November in der Aula eine große Zahl von Eltern mit den Lehrern und Schülern der Anstalt. Die Festrede hielt Studienrat Fritsche. Mit tiefempfundenen Worten schilderte er das Lebenswerk und die Bedeutung unseres deutschesten Liederdichters und feierte ihn als einen der großen Wegbereiter eines kulturell einigen Deutschland. Den Hauptrei- der musikalischen Darbietungen bildete der formvollendete, seelenvolle Vortrag von 7 Schubertschen Liedern durch Frau Studienrat Dr. Kalischek, die in feinsinniger Weise durch Studienrat Fritsche am Klavier begleitet wurde. Der immer wieder sich erneuernde


