26
Elternbeirat, daß die Wiesbadener Ferien auf dieselbe Zeit gelegt werden möchten wie die Frankfurter. Daß die Abfahrtzeiten der Mittagszüge im Interesse der auswärtigen Schüler etwas später gelegt würden, war leider von der Reichsbahndirektion Mainz nicht zu erreichen.
Allgemeine Elternversammlungen fanden im verflossenen Jahre nicht mehr statt, da deren Besuch erfahrungsgemäß stets äußerst schwach ist. Dagegen wurden zahlreiche Klassenelternabende abgehalten, die sämtlich sehr gut besucht waren und an denen wirklich praktische Arbeit im Sinne des Hand- in Handarbeitens von Schule und Elternhaus geleistet wurde.
VI. Verschiedenes.
a) Das Schulgebäude.
Das architektonisch von außen recht schön wirkende Schulgebäude weist leider, was die innere Ausgestaltung anbelangt, eine Reihe empfindlicher Mängel auf, die den schultechnischen Fachmann sofort erkennen lassen, daß bei der Ausarbeitung des Planes die Unterrichtsbe- lange nicht hinreichend gewahrt worden sind. Dadurch, daß man den zweiten projektierten Flügel einsparte, mußten die Räume für Chemie und für Biologie in dem Dachgeschoss untergebracht werden, wo die Lichtverhältnisse außerordentlich ungünstig sind. Den einen Dachaufsatz für astronomische Beobachtungen brauchbar zu machen, ist zwar schon seit langem beantragt, doch hat man noch nicht gehört, ob diese Frage aus dem Zustand der Erwägungen herausgekommen ist. Hoffentlich wird im nächsten Berichtsjahr das Amtszimmer des Direktors und das Vorzimmer neu hergerichtet, insbesondere dafür gesorgt, daß ein Gas—- ofen eingebaut wird— Abzugsrohr ist vorhanden!—, damit während der Ferien der Anstalts- leiter nicht gezwungen ist, bei Temperaturen von 10 und weniger Oraden zu arbeiten und mit den Eltern zu verhandeln. Voraussichtlich dürfte es auch im nächsten Jahre gelingen, dem Oberstudienrat ein besonderes Zimmer zuzuweisen.
Der Schulhof ist geräumig und sowohl für den Turnbetrieb als auch als Erholungsplatz vorzüglich gelegen. Sehr zu empfehlen wäre es, wenn wenigstens ein Teil mit Asphaltbelag versehen würde, da die Planierung des Hofes sehr unglücklich geraten ist. Bei schlechtem Wetter ist die Durchquerung des am Ausgang des Gebäudes sich bildenden Sees nur einem geübten Turner möglich; daß ferner die Schüler von dem weichen Boden des Schulhofes an den Schuhen eine Menge Staub und Sand mit in das Gebäude bringen, muß als hygienisch sehr bedenklich bezeichnet werden. Die Lage der Schule ist in sport-— licher hlinsicht als sehr günstig anzusehen, da der große Dyckerhoff-Sportplatz sich in unmittelbarer Nähe befindet, sodaß die Schüler ohne Zeitverlust diesen ausgiebig benutzen können. Als ein schwerer Mangel muß es aber bezeichnet werden, daß keine Brausevor- richtung angebracht ist. Vielleicht gelingt es im nächsten Jahre, diese im Keller der Anstalt anzu- legen. Die Kosten sind ganz unerheblich, da Wasserzu- und-abfluß bereits vorhanden sind.
b) Lehr- und Lernmittel.
Die Lehrmittel wurden im Rahmen der bewilligten Mittel ergänzt bezw. vermehrt. Im ganzen wurden in Titel O. V. 076,42 Mk., im Titel A. V. 2475,17 Mk. dazu verwendet. Von größeren Anschaffungen verdienen besonders die neue große Oelluftpumpe von Pfeiffer-— Wetzlar sowie eine Serie von 6 Mikroskoöpen für die biologischen Schülerübungen hervor- gehoben zu werden. Für die im vorigen Jahre beschafften Skelette wurden im Werkunter- richt von dem Oberprimaner Schauß abnehmbare Olaskästen mit großem GOeschick her- gestellt. Die Ergänzung des Inventars der Turnhalle konnte in größerem Ausmaße weiter durchgeführt werden. Geschenkt wurden der Anstalt von Herrn Oberschullehrer Völl eine kleine Marmorsammlung und einige Mineralien, von Herrn Dr. Frische An— schauungsgläser und Tafeln zur Erläuterung der Essigspritfabrikation, von Herrn Fabrik- direktor Dr. Pröls mehrere Produkte aus Braunkohlen- und Salzbergwerken und aus Kalk- steinbrüchen, von der Reichskartenstelle des Reichsamtes für Landesaufnahme eine Reihe aus dem Lager zurückgezogener A&/ Karten 1:100 000. Von der Stadt Wiesbaden wurden


