Jahrgang 
1929
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Von den vorgeschriebenen Wandertagen wurde einer für die Reichsjugendwettkämpfe ver- wendet, zwei andere dienten hauptsächlich der Pflege des Wintersportes unter Leitung der Ordinarien. Für eine Skifahrt in die beschneiten Wälder des Taunus wurde eine Gruppe von 14 Schülern der oberen Klassen zu Beginn des Februar für mehrere Tage beurlaubt. Ihre Führung lag in den Händen des Studienrates Dr. Welz, er wurde von den Studienräten Sauer und Bingel in der Ausbildung der Gruppe tatkräftig unterstützt. Die von den Teilnehmern ge- wonnenen unvergeßlichen Eindrücke haben offensichtlich einen starken Antrieb zur Pflege des Skisportes unter der Schülerschaft erzeugt. Der große Sommerausflug wurde am 6. 9. von der ganzen Schule als eine Rheindampferfahrt gemeinsam ausgeführt. Der DampferUndine der Köln-Düsseldorfer-Rheinschiffahrtsgesellschaft brachte die Schüler mit ihren Lehrern und eine erfreulich große Zahl von Eltern bis nach St. Goar, von wo aus die einzelnen Klassen besondere Wanderungen in die Umgegend unternahmen. Am Spätnachmittag wurde gemeinsam die Heim- fahrt angetreten. Die flotten Weisen der Musikkapelle, die zu manchem Tanze aufspielte, sorgten dafür, daß auch die langsamere Fahrt rheinaufwärts in heiterster Stimmung nur zu schnell ver floß. Allen Teilnehmern wird der Tag in lieber Erinnerung geblieben sein.

Außerordentlich rege war im Berichtsjahre die Wandertätigkeit in den Ferien. Aus Mangel an Raum können die einzelnen Wanderungen nur in allerkürzester Form hier angegeben werden.

In den Pfingstferien machte Studienrat Henche mit seiner Ohr einen 5tägigen Ausflug in das Lahntal. Außer den Natur- und Kulturlandschaften wurden besonders eingehend die nassauischen Kunstdenkmäler besichtigt. Am Mausoleum des größten Sohnes Nassaus, des Frei herrn vom Stein, wurde ein Kranz niedergelegt.

16 Schüler der Ulrg unternahmen zur selben Zeit mit ihrem Ordinarius, Studienrat Sauer, eine 5tägige Wanderung in das Moseltal. Tiefgehende Eindrücke gewannen die Teilnehmer vorallem durch Trier und seine alten Kulturdenkmäler, die ihnen einen guten Einblick in den Kultur- kreis des römischen Germaniens mit seiner eigenartigen Mischung von germanischen, keltischen und römischen Bestandteilen gewährten.

Eine weitere Gruppe von 13 Schülern der UIlrg durchstreifte mit ihrem Klassenleiter, Studien- rat Dr. Schwender, ebenfalls in den Pfingstferien, das schöne Schwabenland. Reicher Gewinn erwuchs den Schülern aus dem Besuch der durch das Andenken Schillers und Uhlands geheiligten Stätten; starke Eindrücke hinterließ auch die Landschaft mit ihrer unendlichen Mannigfaltigkeit charakteristischer Formen, das urwüchsige Volkstum der kerndeutschen Schwaben und die mannig- fachen herrlichen Kunstdenkmäler, in denen es sein Letztes und Hõchstes darzustellen versucht hat.

In den Herbstferien führte Studienrat Sauer die Ulrg in seine Heimat, das Gebiet der Rhön. Wenn auch diese Wanderung wie die gleichzeitig von Studienrat Bingel mit seiner Obersekunda ins Nassauer Land unternommene Fahrt unter schlechtem Wetter zu leiden hatte, so war doch, wie aus den Berichten der Schüler hervorging, der Gewinn für die Heimatkunde wie für die all- gemeine Geschichte sehr groß. Daß der Humor sich weder durch Kälte noch durch Regen unter- kriegen ließ, versteht sich am Rande.

Der Odenwald zog in den Herbstferien zwei Gruppen an. Studienrat Dr. Schwender unternahm mit 11 Schülern der Obersekunda eine vornehmlich geographischen Zwecken ge- widmete Fahrt, die sich vom 28. September bis zum 1. Oktober ausdehnte. Studienrat Schönewolf durchstreifte mit einer Gruppe von 8 Obertertianern, teilweise zu Rad, dasselbe Gebiet. Den Kern der letztgenannten Wanderung bildete die Besichtigung Heidelbergs mit seinen berühmten Baudenkmälern und seiner wundervollen Umgebung.

Die Olrg benutzte die Herbstferien, um unter Führung ihres Klassenleiters, Studienrat Fritsche, das Gebiet des Neckar zu erwandern. Es waren vor allem die alten Reichsstädte mit

ihren kultur- und kunstgeschichtlich bedeutsamen Denkmälern, die schöne Ziele dieser Studien- fahrt wurden.

Zu den oben genannten Wanderungen, deren Wert für die körperliche und geistige Reifung der Teilnehmer in erfreulichster Weise zutage trat, hatten das Provinzialschulkollegium, der Wohlfahrtsminister, der Magistrat der Stadt Wiesbaden und der Elternbeirat ansehnliche Beträge gestiftet und sie dadurch überhaupt erst ermöglicht. Den Spendern sei an dieser Stelle der herz-