Geologische Arbeitsgemeinschaft. An ihr nahmen aus Ollrg 2, aus Ollr 8, aus UIrg. l und aus Uhr 3 Schüler teil. Die beiden behandelten Probleme betrafen den Aufbau des Taunus und des Mainzer Tertiärbeckens. Die Besprechungen in der Arbeitsgemeinschaft wurden durch zahlreiche Wanderungen ergänzt, die der Leiter des Kursus, Studienrat Dr. Schwend er, mit den Teilnehmern in die nähere Umgebung Wiesbadens unternahm. Die Schüler wurden so den neuen Richtlinien gemäß mitten in die Dinge selbst hineingeführt, sodaß die abstrakten und konkreten Elemente des Unterrichtes stets aufs engste verbunden blieben. Neben der reinen Geologie wurde auch die Geomorphologie der behandelten Gebiete ausgiebig berücksichtigt.
Biologische Arbeitsgemeinschaften. An der biologischen Arbeitsgemeinschaft der OIr nahmen 9Schüler unter Leitung des Studienrats Brücher teil. Den Hauptteil der Obungen bildete die exakte Herstellung mikroskopischer Präparate und die Anfertigung von Zeichnungen nach ihnen. Auch in der von demselben Lehrer geleiteten Arbeitsgemeinschaft der Ollrg, die von 16Schülern besucht war, stand die mikroskopische Beobachtung von Präparaten, die die Teil- nehmer selbst angefertigt hatten, im Mittelpunkt des Unterrichtes.
Lateinische Arbeitsgemeinschaften. Von der Oberprima des Realgymnasiums beteiligten sich sämtliche Schüler, ebenso von der Unterprima, obwohl ausdrücklich darauf hin-— gewiesen worden war, daß die Teilnahme an den Arbeitsgemeinschaften völlig freiwillig sei. In der Oberprima wurden die antiken Staatstheorien im Anschluß an die Lektüre von Platos Staat behandelt; in der Arbeitsgemeinschaft der Unterprima wurden Einhards Vita Caroli Magni und die Zwillingskomõdie des Plautus(letztere in deutscher Uebertragung) gelesen. Die Leitung der beiden Arbeitsgemeinschaften lag in den Händen der Studienräte Bingel und Sauer.
Die englische Arbeitsgemeinschaft war von 13 Primanern besucht; die Leitung hatte Studienrat Dr. Raudnitzky. Es wurde der englische Roman im 19. Jahrhundert behandelt. Gelesen wurden Walter Scott, IYvanhoe; Dickens, The Cricket on the Hearth; A Christ- mas Carol; Oliver Twist; Nicholas Nickleby. Thackeray: Vanity Fair(Auswahl).
2. Unterricht in der Reichskurzschrift.
Die Zahl der Teilnehmer betrug 40, die sich in folgender Weise auf die einzelnen Klassen verteilten: UIrg 1, UIr 2, UIllrg 4, UIIr 6, OlIla 7, OIIIb 7, UIII 22. Der Unterricht wurde von Lehrer Disper in 3 Abteilungen, 2 Anfängerlehrgängen und Fortbildungslehrgang, erteilt. Der letztere umfaßte 13 Schüler(l aus Ulrg, 2 aus Ulr, 2 aus UIlrg, 2 aus UIhr, ferner je 3 aus OIIla und OlIIb). Im Anfängerlehrgang wurde das ganze System der Reichskurzschrift durchgearbeitet, sodaß allen Teilnehmern die Grundlage für ihre kurzschriftliche Weiterbildung vermittelt wurde. Der Fortbildungslehrgang hatte das Ziel, die Systemkenntnis zu festigen, Schnell- schrift bis zu 120 Silben in der Minute zu üben und in die Redeschrift einzuführen. Dié Ergebnisse der 3 Lehrgänge waren im allgemeinen recht zufriedenstellend.
3. Werkunterricht(2 Stunden VI+ V, 1 Stunde IV).
Unter der Leitung des Turn- und Sportlehrers Hagelauer nahmen am ersten Kursus 25 Schüler teil; der Werkunterricht der Quarta, von Oberschullehrer Fischbach gegeben, wurde von 25 Schülern besucht. In beiden Kursen wurde mit einfachen Flächenarbeiten(Stunden- plan, Kalender u. dergl. m.) begonnen und dann zu Flächenverbindungen übergegangen(An- fertigung von Heften, Zeichenmappen, Ausbesserung von Zeichenblöcken usw.) Die Darstellung einfach gestalteter Körper aus ihren Netzen wurde vorzugsweise im 2. Kursus geübt. Acltere Schüler stellten in der Werkstatt im Keller größere Geräte nach eigenen Entwürfen her.
Aufgabenfreie Nachmittage und Wanderungen.
Für jede Klasse war ein Nachmittag in der Woche aufgabenfrei; auf ihn wurden durchgängig die Spielnachmittage gelegt. Im Sommer wurde, wenn irgend möglich, statt des Spielens Baden und Schwimmen betrieben; während der Frostperiode traten an die Stelle des Spielens Uebungen im Wintersport.


