Der Sportbetrieb des Sommerhalbjahrs wurde mit einem allgemeinen Abturnen auf dem Dyckerhoffplate am 27. Septbr. geschlossen, zu dem sich sämtliche Lehrer der Anstalt und eine größere Zahl von Eltern einge— funden hatten. Der gezeigte Sport wies eine erfreuliche Höhe auf. Mit dem Abturnen wurde die Herbstprüfung der Abiturienten in den volkstümlichen Uebungen verbunden. Am folgenden Tage überreichte der Unter- zeichnete in einer im Festsaal der Anstalt veranstalteten Feier den Siegern in den Reichsjugendwettkämpfen die von dem Herrn Reichspräsidenten und dem Provinzialschul- kollegium gestifteten Ehrenurkunden, indem er die Spieler auf die hohe Bedeutung der körperlichen Uebungen für Geist und Körper hinwies und sie ermahnte, auf dem erfolg- reich beschrittenen Wege weiterzustreben und zu immer höheren Leistungen zu kommen. Einer größeren Anzahl von Schülern konnte auch in diesem jahre nach Erfüllung der vorgeschriebenen Bedingungen vom Reichs—- jugendausschuß das Reichsjugendabzeichen verliehen werden; das große Abzeichen er- hielten 3 Angehõrige der oberen Klassen zu- gesprochen, ein ausgezeichneter Beweis für den regen sportlichen Geist, der die Schüler- schaft der Anstalt beseelt. Beim Winterfest der Vereinigung der Freunde der Riehlschule am 5. 1. 1920 führte eine eigenszu diesem Zweck zusammengestellte Turnriege Uebungen am Reck und Barren vor, die nicht nur wegen der Gewandtheit, mit der die Schüler die recht schwierigen Aufgaben bewältigten, sondern auch wegen ihrer ausgezeichneten Haltung lebhaften Beifall fanden.
Rudern.
Wie im vorhergehenden jahre hatte auch im Berichtsjahre die Rudergesellschaft Wies- baden-Biebrich ihre Boote den Schülern in dankenswerter Weise zur Verfügung gestellt. An den Uebungen, die an zwei Nachmittagen der Woche stattfanden, beteiligten sich 23 Schüler der Oberklassen. Der größte Teil von ihnen wurde erst im Laufe des Sommers ausgebildet. Bis zu den Sommerferien war eine Vierermannschaft soweit vorgeschritten, daß sie sich an einem Schülerwettrennen in
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Boppard beteiligen konnte. Wenn es auch dort nicht gelang, einen Sieg zu erringen, so war die nach den Ferien zusammenge— stellte Achtermannschaft um so erfolgreicher, indem sie bei der internen Herbstregatta der Rudergesellschaft Wiesbaden-Biebrich am O0. 9. 1928 nach scharfem Rennen die jung-— mannschaft des Vereins um einige Längen einwandfrei schlug und so in echt sport- licher Weise dem gütigen Gastgeber den Dank für sein freundliches Entgegenkommen abstattete. Ein an den Herrn Minister ge— richtetes Gesuch um eine Beihilfe zur Be— schaffung eines eigenen Gigvierers wurde leider aus Mangel an verfügbaren Mitteln abgelehnt. Hoffentlich gelingt es der Anstalt, durch Aufführungen im nächsten Jahre die Mittel für ein eigenes Boot zusammenzu- bringen, da der Wiesbaden-Biebricher Ruder- gesellschaft nicht wohl zugemutet werden kann, dauernd ihre Geräte der Schule zur Verfügung zu stellen.
Baden und Schwimmen.
Das Baden fand im Sommer vom 5. juni bis zum 20. September im hiesigen Strandbad statt. Es waren 3 Abteilungen gebildet, die an 3 Wochentagen(Montags, Dienstags und Donnerstags) dem Schwimmsport huldigten. Auch während der Sommerferien wurde bei schönem Wetter die Gelegenheit zum Baden von den Schülern eifrig benutzt. Die Leitung des Schwimmunterrichts lag, wie im vorher-— gegangenen Jahre, in den Händen des Studien- rats Thurmann, der hierbei wirksam von Turn- und Sportlehrer Hagelauer unter- stüt⸗t wurde. Im ganzen wurden 215Schwimm- lektionen erteilt, vor allem den Schülern der Quarta und der Untertertia, die zweimal in der Woche Gelegenheit zum Baden hatten. 67 Schülern konnte diesesmal das Schwimm- zeugnis ausgestellt werden. An der Aufsicht beim Baden beteiligte sich in der Regel eine größere Zahl von Mitgliedern des Kollegiums. Während des Winters wurde an den Tagen, an denen ein Spielen der un— günstigen Witterung wegen unmöglich war, im Wiesbadener Viktoria-Bad das Schwimmen und Baden weiter betrieben.


