Jahrgang 
1929
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II. Bericht über die Lehrer.

a) Veränderungen im Lehrkörper, Fortbildung der Lehrer.

Da am Ende des Schuljahres 1927/28 Studienassessor Dr. Kalischek als Studienrat an die Studienanstalt in Wiesbaden berufen und Oberstudienrat Professor Meister wieder in den Ruhe stand zurückgetreten war, wurden zu Beginn des neuen Schuljahres als Ersatz die beiden Studien- assessoren Aye und Dr. Herke der Anstalt überwiesen. Das Zusammenlegen der beiden ursprünglich getrennten Untertertien gegen Ende des April machte eine Lehrkraft entbehrlich, andererseits bedingte die Aufspaltung der vielfachen Kombinationen im Purnen und Spielen die Einstellung einer neuen Filfskraft. Wegen des ersten Umstandes schied Studienassessor Neef am 30. April aus dem Kollegium aus. Er wurde nach Biedenkopf als Studienrat an das dortige Staatl. Realgymnasium berufen. Zur Deckung der freigewordenen Turn- und Spielstunden wurde der akad. Turn- und Sportlehrer Hagelauer der Riehlschule überwiesen.

Die Amtsgeschäfte führte zunächst Studienrat Thurmann, da Oberstudienrat Dr. Klüpfel erkrankt war und für längere Zeit dem Unterricht fernbleiben mußte. Nach seiner Wiederher- stellung zu Beginn des Juni übernahm letzterer wieder die Leitung der Anstalt, da die Bestätigung des neu gewählten Direktors noch nicht erfolgt war. Nachdem diese endlich in den großen Ferien durch den Herrn Minister vollzogen worden war, wurde der Unterzeichnete am 25. August durch den Stadtrat Dr. Osterheld, als den Vertreter der Patronatsbehörde und im Auftrage der Staatsregierung feierlich in sein Amt eingeführt, sodaß nun endlich nach anderthalbjähriger Ver- waisung die Direktorstelle wieder besetzt war.

Einen schweren Verlust erlitt die Anstalt durch den am 2. Oktober erfolgten Tod des Ober- schullehrers Völl. 21 Jahre lang hat der Verstorbene an der Riehlschule segensreich unter Ein- setzung seiner ganzen Persönlichkeit gewirkt und sich die Zuneigung und Achtung aller erworben, die mit ihm in amtlichem Verkehr standen. Den Schülern war er ein väterlicher Freund und wohlwollender Erzieher, der sie besonders in seinen Lieblingsfächern, Musik und Biologie, auch über das normale Maß zu fördern verstand. An der Beerdigung, die in den Ferien stattfand, nahmen die am Orte anwesenden Mitglieder des Kollegiums und eine Anzahl von Schülern teil. Studien- rat Dr. Schwender widmete dem entschlafenen Freund und Amtsgenossen warm empfundene Worte der Anerkennung und des ehrenden Gedenkens und legte im Auftrage des Kollegiums und des Magistrates Kränze am Sarge nieder.

Zu Beginn des Schuljahres wurdeStudienrat Dr. Welz zu einem Kursus für Leiter von Ruder- lehrgängen nach Berlin berufen. An einem von der Universität Frankfurt veranstalteten natur- wissenschaftlichen Fortbildungskursus nahm Oberstudienrat Dr. Klüpfel vom 2. 10. bis 17. 10. 28 teil. Zu dem landeskundlichen Kursus, den das Provinzialschulkollegium Kassel in Verbindung mit der Universität Marburg daselbst vom 20. 10. bis zum 3. 11. abhielt, entsandte die Anstalt den Studienrat Henche. Der Lehrgang für staatsbürgerliche Erziehung und Belehrung im demo- kratischen Staate, der vom 3. bis 8. Dezember 1928 für Lehrer an höheren Lehranstalten der Pro- vinz Hessen-Nassau abgehalten wurde, verteilte sich auf Frankfurt a. M., Höchst und Wiesbaden. Am 7. 12. hatte die Riehlschule die Ehre, die Teilnehmer mit dem Leiter des Kursus, Oberschulrat Dr. Deiters, in ihren Räumen zu begrüßen. Von den Herren des Kollegiums boten Lehrproben Studienrat Dr. Schwender, Studienrat Brücher, Studienrat Dr. Neumann und Studienrat Henche. An den Prörterungen über die Lehrstunden und an der am Nachmittag im staatlichen Realgymnasium zu Wiesbaden stattfindenden staatsbürgerlichen Besprechung beteiligten sich sämtliche Mitglieder des Lehrkörpers. Das von dem Studienrat Henche verfaßte heimat- kundliche WerkBad Ems wurde vom Ministerium den Schulen empfohlen; einer Anzahl. nassauischer Schulen wurde je ein Stück von einer von dem Ministerium angekauften Reihe für den Heimatunterricht überwiesen. Für seine Verdienste um die Herausgabe des Heimat- WerkesDer Landkreis Wiesbaden erhielt derselbe Verfasser von dem früheren Landkreis Wiesbaden die Ehrenplakette aus Bronze.

Zu Beginn des jahres bildete sich in Groß-Wiesbaden eine Arbeitsgemeinschaft für Lehrer der Erdkunde an höheren Schulen, zu deren Vorsitzenden Studienrat Dr. Schwender ge wählt wurde. An den Sitzungen nahm die Mehrzahl der mit erdkundlichem ÜUnterricht be trauten Lehrer der Riehlschule teil.