Jahrgang 
1929
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städtischen Schuldezernenten, des Herrn Stadtrats Dr. Osterheld, die mündliche Reifeprüfung statt. Sämtlichen zur Prüfung zugelassenen Oberprimanern konnte die Reife zugesprochen werden.

15. Am 18. März bestanden 14 Schüler der UIIb die Schlußprüfung der Realschule und er- langten damit die Reife für die Obersekunda einer Oberrealschule. Vorsitzender des Prüfungsaus- schusses war der Direktor.

16. Am 23. März erfolgte die feierliche Entlassung der Abiturienten des Realgymnasiums und der KRealschule, zu der auch die Eltern der Abiturienten erschienen waren. Ansprachen hielten der Direktor, die Studienräte Mager und Dr. Gerhard sowie der Abiturient Höfer.

17. Am 31. März 1929 scheidet der Hausmeister unserer Schule, Herr Bernhard söll, nach 42 jähriger Dienstzeit aus dem Amte. Mit ihm verliert unsere Anstalt eine tüchtige Kraft. Seine unbedingte Zuverlässigkeit, sein aufopfernder Pflichteifer, seine stete Hilfsbereitschaft, sein freund- liches, bescheidenes Wesen haben ihn zu einem Muster eines deutschen Beamten werden lassen. Wir wünschen diesem verdienten Manne nach seiner anstrengenden Berufstätigkeit einen recht langen, sorgenfreien Lebensabend.

18. Das Schuljahr schloß Mittwoch, den 27. März 1929, nach der 3. Stunde.

VII. Aus den Verfügungen der Behörden.

. 1. Ministerialerlaß vom 30. April 1928: Ordnung der Schlußprüfung an den höhe- ren Nichtvollanstalten. Die Bestimmungen vom 8. Juli 1902 werden aufgehoben.

2. Ministerialerlaß vom 25. Mai 1928: Die Förderung der Bestrebungen des Deutschen Sprachvereins wird allen preußischen Behörden empfohlen.

3. Verfügung des Provinzialschulkollegiums vom 21. August 1928: Das P. S. K. weist erneut darauf hin, daß die Aufnahme und die Aufnahmeprüfung an einer höheren Schule bei Schülern mit nur dreijährigem Grundschulbesuch nur stattfinden darf, wenn die nach dem Gesetz vom 18. April 1925 erforderliche Zulassung unter Genehmigung der Schulaufsichtsbehörde vorliegt.

4. Ministerialerlaß vom 9. November 1928: KReifezeugnis für die lateinische Sprache: Studierende, welche sich das Zeugnis der Reife an einem KReformrealgymnasium oder an einer Deutschen Oberschule bezw. Aufbauschule mit obligatorischem lateinischen Unterricht mitGenügend erworben haben, können ohne weitere lateinische Ergänzungsprüfung zur ersten evangelisch-theolo- gischen Prüfung zugelassen werden.

5. Ministerialerlaß vom 29. November 1928: Praktische Vorbereitung für den Besuch technischer Mittelschulen: Für den Besuch technischer Mittelschulen ist eine gute praktische Ausbildung von mindestens 2 Jahren unerläßlich. Sämtliche preußische Maschinenbauschulen haben die Aufgabe übernommen, ihre zukünftigen Besucher über ihre praktische Tätigkeit zu beraten. Es wird den jungen Leuten empfohlen, etwa 3 Monate vor Abgang von der höheren Lehranstalt den Direktor derjenigen Anstalt, die sie nach Vollendung ihrer praktischen Tätigkeit besuchen wollen, um Beratung anzugehen. Staatliche Maschinenbauschulen, zu deren Besuch Obersekundareife erforderlich ist, be- finden sich in Aachen, Altona, Breslau, Dortmund, Elberfeld-Barmen, Frankfurt a. M., Hagen i. W., Kiel, Köln, Magdeburg und Stettin.

6. Ministerialerlaß vom 22. Januar 1929: Ausbildung von Volksschullehrern: Am 1. Mai werden in die bereits bestehenden Pädagogischen Akademien je 50 Studenten aufgenommen, und zwar in Elbing und Kiel zur Ausbildung evangelischer Volksschullehrer und Jehrerinnen, in Bonn zur Ausbildung katholischer Volksschullehrer und in Frankfurt a. M. zur Ausbildung von Volksschullehrern und Jehrerinnen. Ferner wird beabsichtigt, zum gleichen Zeitpunkte neue Päd- agogische Akademien zur Ausbildung evangelischer Volksschullehrer und dehrerinnen in Breslau, Erfurt, Hannover und Dortmund zu eröffnen und dort ebenfalls je 50 Studierende aufzunehmen.

Der Bildungsgang ist zweijährig. Studiengebühren werden nicht erhoben. Unter besonderen Voraussetzungen können Studienbeihilfen gewährt werden, die bei den Akademien zu beantragen sind. Internate sind mit den Akademien nicht verbunden. Arbeitspläne und weitere Auskünfte sind bei den Sekretariaten der Pädagogischen Akademien erhältlich. Näheres ist auch zu ersehen aus dem Merkblatt