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8. Am 20. August 1926 unternahmen die ganze Schule und etwa 200 Eitern eine Rhein- fahrt, verbunden mit einer Fußwanderung. Auf einem eigens zu diesem Zwecke gemieteten Dampfer der Köln-Düsseldorfer Dampfschiffahrtsgesellschaft, der„ Undine“, fuhren die Teilnehmer bei herrlichem Wetter bis Oberwesel. Hier wurden die Liebfrauenkirche und die Schönburg besichtigt. Daran schloß sich eine Wanderung nach Dellhofen— Perscheid—Steeg an. Der ge- räumige Saal des Weinhauses“Zum Blüchertal“ in Steeg nahm die Beteiligten zu längerer Rast auf und vereinigte Lehrer, Schüler und Eltern für einige Stunden zu fröhlichem Tun. Die Unter- prima führte unter Mitwirkung zweier Damen das Vorspiel von Hebbels„Nibelungen“ auf. Die Darbietungen wurden sehr beifällig aufgenommen. Umrahmt wurde die Aufführung von Chor- vorträgen, gemeinsam gesungenen Liedern und Instrumentalmusik. Das Zeichen zum Aufbruch und Abmarsch nach Burg Stahleck kam allen viel zu früh, da man gerne länger an dieser gast- lichen Stätte verweilt hätte. Auf Burg Stahleck, angesichts der grünen Wogen des deutschen Rheins und der rebengeschmückten Hänge seiner Ufer, trat die Schulgemeinde zu einer würdi- gen Verfassungsfeier zusammen. Studienrat Dr. Römer hielt die Festrede. Mit einem Hoch auf unser liebes Vaterland und dem gemeinsam gesungenen Lied„Ich hab' mich ergeben“ schloß die eindrucksvolle Feier. Dann erfolgte der Abstieg nach Bacharach, und um 5 Uhr nachm. fuhren alle Beteiligten auf der„Undine“ wieder zurück nach Biebrich. Wunderbare Landschafts- bilder, die sich während der Rückfahrt im Glanze der Abendsonne boten, frohbewegtes, hei- teres Leben an Bord und die mannigfachen Genüsse des Vor- und Nachmittags bewirkten, daß diese Rheinfahrt wohl für alle ein Ereignis war, an das sie noch lange und gern zurückdenken werden.
9. Am 11. November 1927 fand ein Vortrag des Rezitators Fiedler statt. Herr Fiedler gab wertvolle Belehrungen über richtiges Sprechen.
10. Am 3. Dezember 1926 besuchte Oberschulrat Dr. Zühlke die Anstalt und wohnte dem Unterricht in mehreren Klassen bei.
11. Am 21. Januar 1927 sprach Hauptmann a. D. Kund über Land und Leute von Ka- merun. Schöne Lichtbilder unterstützten den gehaltvollen Vortrag.
12. Am 2. Februar 1927 besichtigten die Ol und Ul unter Führung der Oberpostinspektoren Kersting und Weber das hiesige Telegraphenamt, besonders die Selbstwähler-Einrichtung.
13. Am 5. Februar 1927 sprach in der 4. Stunde Studienassessor Dr. Bell aus Kassel über das Deutschtum im Auslande. Seine erschütternden Schilderungen von deutscher Not und Bedrängnis im Auslande, aber auch von dem unbeugsamen Bekennermut der Auslandsdeutschen und ihrem zähen Festhalten am Deutschtum machten auf alle Anwesenden einen tiefen Ein- druck. Der weitere Unterricht fiel an diesem Tage aus.
14. Am 17. Februar 1927 wurde im Festsaal eine Pestalozzi-Feier veranstaltet: Studien- assessor Heller hielt die Festrede.
15. Am 5. Februar 1927 starb der Obertertianer Serge Zetlin an den Folgen der Grippe. Seine Lehrer und Klassenkameraden wohnten der Beisetzungsfeier bei und ehrten den lieben Entschlafenen, der zu den besten Hoffnungen berechtigte, durch Kranzspenden.
16. Am 8. und 9. März 1927 fand unter dem Vorsitz des Direktors und im Beisein des städtischen Schuldezernenten, des Stadtrats Dr. Oste rheld, die mündliche Reifeprüfung statt. Sämtliche Oberprimaner bestanden die Prüfung.
17. Am 22. März 1927 wurde den Schülern der Ol und UI die Einrichtungen der Germania-Brauerei gezeigt.
18. Am 24. März 1927 bestanden 25 Schüler der Ullb die Schlußprüfung der Realschule und erlangten damit die Reife für die Obersekunda einer Oberrealschule. Vorsitzender des Prüfungsausschusses war der Direktor.
19. Am 26. März 1927 versammelte sich die Schulgemeinde im Festsaal der Anstalt zu einer Beethovenfeier. Anschließend erfolgte die Entlassung der Abiturienten des Realgymnasiums. Ansprachen hielten der Direktor, die Studienräte Tie demann und Weishaupt, ferner der Abiturient Zschiesche. Gedichtvorträge und Instrumentalmusik trugen zur Verschönerung der Feier bei.
20. Am 30. März 1927 wurden die Abiturienten der Realschule vom Direktor entlassen.
21. Das Schuljahr schloß Samstag, den 9. April, nach der 3. Stunde.


