Jahrgang 
1927
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Die von dem Vater eines früheren Schülers der Anstalt bis auf weiteres alljährlich zur Verfügung gestellte Summe von 200 M ermöglichte die Anschaffung wertvoller Bücher, die im Laufe des Schuljahrs an würdige Schüler aller Klassen als Prämien verteilt wurden, Herr Ober- studienrat a. D. Dr. Diehl schenkte der Anstalt 80 Bücher, die zum größten Teil der Hilfsbücherei einverleibt wurden. Beiden Spendern sei an dieser Stelle herzlich gedankt. Möge ihr Beispiel Nacheiferung wecken und so die Zahl der Spender allmählich wieder die der Vorkriegszeit erreichen!

V. Verschiedenes.

Gebäude, Im Seitenbau waren im vergangenen Schuljahre 4 Volksschulklassen(Lorcher Schulräume. Knabenschule) untergebracht, auch die Turnhalle und ein Teil des Hofes standen diesen Klassen zur Verfügung. Die Ausbesserung der Innenräume des Hauptgebäudes wurde

in den Sommerferien fortgesetzt: Der untere Stock wurde neu gestrichen und erhielt elektrische Beleuchtungskörper. Ferner wurde im 1. Stock außer einem Dienstzimmer ein Elternsprechzimmer mit Warteraum neu hergerichtet. Sämtliche Klassenzimmer befinden sich jetzt in gutem Zustande. Einige Nebenräume werden im nächsten Jahre aufgefrischt werden.

Büchereien, Die Lehrer- und Schülerbücherei sowie die wissenschaftlichen Sammlungen wurden wissenschaft-weiter ausgebaut. Obwohl die von der Stadt für diese Zwécke bewilligten Geldmittel un- Sammlungen. gefähr der Vorkriegszeit entsprachen, betragen die Anschaffungen infolge der hohen Preise nur etwa die Hälfte der Vorkriegszeit. In der Lehrerbücherei wurden 30 Bände in Zu- gang gebracht, in der Schülerbücherei etwa 40 Bände. Als zerlesen oder veraltet wurden 3

bezw. 20 Bücher ausgeschieden.

VI. Geschichte der Anstalt.

1. Das Schuljahr begann Dienstag, den 13. April 1926, vorm. 8 Uhr mit den Aufnahme- prüfungen neu angemeldeter Schüler. Am nächsten Tage vorm. 8 Uhr versammelte sich die Schulgemeinde im Festsaal der Anstalt, Der Direktor gab die wichtigsten Bestimmungen der Haus- und Schulordnung bekannt und tBeilte dann die Veränderungen im Lehrkörper mit(vgl. S. 12).

2. Unter den in die Sexta aufgenommenen Schülern befinden sich 2, die nach drei- jährigem Besuche der Volksschule die Aufnahmeprüfung bestanden. Unsere 460 Schüler(vgl. Schülerverzeichnis, über Zu- und Abgänge vgl. S. 13) wurden in 15 Klassen von 20 festange- stellten und 3 nicht festangestellten Lehrkräften unterrichtet(vgl. S. 4-5).

3. Die Ferien dauerten: Ostern vom 27. März bis zum 13. April, Pfingsten vom 31. Mai bis zum 1. Juni, im Sommer vom 16. Juli bis zum 17. August, im Herbst vom 28. September bis zum 13. Oktober, Weihnachten vom 23. Dezember 1926 bis zum 7. Januar 1927.

4. Vom 3. bis 9. Mai 1926 fand hier eine Gesundheitswoche statt. Den Schülern wurde unter anderm Gelegenheit gegeben, einen Film über Zahnpflege zu besichtigen.

5. Am 2. Juni 1926 trug ein Freund P. Roseggers, Herr Nietheim aus Salzburg, einige humoristische Erzählungen von Rosegger und anderes in steirischer Mundart vor.

6. Am 18. Juni 1926 sprach der Physiker Stadthagen unter Vorführung anschaulicher Versuche über höchste und niedrigste Temperaturen.

7. Am 10. Juni 1926 starb Oberschullehrer Richard Wedesweiler. Mitten in seiner Arbeit wurde er während der 1. Unterrichtsstunde vor seinen Schülern vom Tode überrascht (vgl. S. 12). Nach der 1. Stunde versammelte der Direktor Lehrer und Schüler im Festsaal und teilte ihnen den Trauerfall mit. Bei dieser Gelegenheit würdigte er die großen Verdienste des Entschlafenen(vgl. S. 12). Der weitere Unterricht fiel an diesem Tage aus. Am Samstag, dem 12. Juni, wurde Herr Wedesweiler auf dem Südfriedhof bestattet. An der Bestattungsfeier nahmen das Lehrerkollegium und Abordnungen der Schüler teil; reiche Kranzspenden bekun- deten die Wertschätzung, deren sich der Hingeschiedene bei Lehrern und Schülern erfreute. Er war ein treuer, lieber Mensch, ein hervorragend tüchtiger Lehrer, dessen Andenken wir stets in Ehren halten werden.