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den übrigen Unterprimanern und Obersekundanern das Versetzungszeugnis nach der höherern Klasse zuerkannt werden. Auch diese jugendlichen Kämpfer begleiteten unsere herzlichen Segenswünsche in das Feld, und mit Teilnahme verfolgten Mitschüler und Lehrer die Berichte ihrer Kämpfe und Mühsale, von denen die zahlreich eingegangenen Feldpostkarten Kunde gaben. Auch war reger brieflicher Verkehr zwischen den ins Feld gezogenen Lehrern und ihren Klassen, die nicht müde wurden, Liebesgaben hinauszusenden. Große Freude erweckte die Nachricht von der Verleihung des eisernen Kreuzes an die Herren Dr. Szymanski, Dr. Raßbach und Kaiser sowie an den noch vor kurzem der Anstalt als Schüler angehörenden Joachim Flothow. Auch unter den zurückbleibenden Schülern regte sich Opferwilligkeit und Hilfsbereitschaft. In den um eine Woche ver- längerten Sommerferien waren eine Anzahl unserer Schüler den L.andwirten der Um- gegend beim Einbringen der Ernte behülflich, und bis in den Oktober hinein waren andere als Helfer des roten Kreuzes tätig. Der Aufruf zu Spenden verschiedener Art fiel bei den Schülern unserer Anstalt auf fruchtbaren Boden, die Suppenspende des roten Kreuzes wurde unterstützt, die Marken des roten Kreuzes fanden namentlich in den Mittel- und Unterklassen guten Absatz, und um die Weihnachtszeit konnten die hiesige Hilfsschule und die Kinderbewahranstalt mit Gaben aus den Händen unserer Schüler reichlich bedacht werden. Auch das Einsammeln des Goldgeldes wurde mitEifer betrieben. Der Betrag der durch unsere Schüler den öffentlichen Kassen übermittelten Goldmünzen belief sich auf über 25000 Mk.
Die Durchführung des Unterrichts hatte mit mancherlei Schwierigkeiten zu kämpfen'). Ausser den bereits mit der Mobilmachung einberufenen Mitgliedern des Lehrerkollegiums traten gegen Ende November Herr Prof. Dr. Bauer und im Januar Herr Oberlehrer Dr. Hartung freiwillig in den Heeresdienst. Herr Oberlehrer Jung, der die Sommer- ferien zu einer Studienreise in das nördliche Frankreich benutzt hatte, war leider an der rechtzeitigen Rückkehr bei dem Ausbruch des Krieges verhindert worden und in fran-— zösische Gefangenschaft geraten. Für ihn trat Herr Kaplan Dr. Joseph Hensler ein, für die übrigen einberufenen Lehrer der Anstalt fand sich teilweiser Ersatz in den Kandidaten Dr. Oehme und Dr. Bieber; auch stellte sich für kurze Zeit Herr Professor Usener, der am 1. Juli in den Ruhestand getreten war(s. O.), der Anstalt wieder zur Verfügung, um bei seinem freiwilligen Eintritt in das Heer, von Herrn Seminarkandidaten Lieber- mann abgelöst zu werden.
Mit dem Beginn des Wintersemesters(15. Oktober) trat für Herrn Kappus Herr Lehrer Baumann ein, außerdem wurden der Austalt die Herren Kandidaten Ludwig Kehr und Dr. Karl Gecks überwiesen. Da ausserdem die Vorschulklassen Za und 3 b sowie Ober- und Unterprima vereinigt waren, konnte dank dem Eintreten der genannten Herren der Unterricht fast vollständig wieder aufgenommen werden. Doch schon nach fünf Wochen machten das Ausscheiden des Herrn Prof. Dr. Bauer sowie die Räumung des Schulgebäudes eine Umgestaltung und Beschränkung des Unterrichts nötig. Ein Teil der Stunden des Herrn Oberlehrers Hartu ng wurde vom 25. Januar ab von Herrn Kandidaten Heinrich Wolf übernommen, in den Rest teilten sich die Lehrer der Anstalt.
Die Ausbildung neuer Landsturmformationen erforderte Räume zur Unterbringung der Mannschaften. Einige Volksschulen sowie eine Mittelschule der Stadt waren schon
*) Man vergleiche die auf Seite 4—7 gegebenen Uebersichten der Unterrichtsverteilung am Be- ginn und Schlusse des Schuljahres!


