Jahrgang 
1903
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Schuljahr und

Stunden- plan.

Gedenktage.

Ferien.

Kuratorium.

= 22

Verfügung vom 19. Dezember 1902: erläſst Bestimmungen über den Verkehr mit dem Elternhaus(vergl. Erziehung durch Schule und Haus!).

Erlafs vom 31. Dezember 1902: ordnet an, dafs für den schriftlichen amtlichen Verkehr die neue Schreibweise nach denRegeln für die Deutsche Rechtschreibung nebst Wörterverzeichnis(Berlin, Weidmann 1902) vom 1. Januar 1903 an zu befolgen ist.

Verfügung vom 18. Januar 1903: überweist einige der von Seiner Majestät dem Kaiser und König für besonders gute Schüler zur Verfügung gestellten Exemplare des Werkes Deutschlands Seemacht von Kapitänleutnant a. D. Wislicenus der Anstalt.

Verfügung vom 21. Januar 1903: macht auf das von dem Geheimen Regierungs- rat Professor Lexis in Göttingen herausgegebene WerkDie Reform des höheren Schulwesens in Preuſsen aufmerksam.

Verfügung vom 23. Januar 1903: ordnet die Ermittelung über die Alters-, Heimats- und Unterbringungsverhältnisse der Schüler der öffentlichen höheren Lehranstalten durch Zähl- karten an.

III. Chronik der Schule.

Das Schuljahr wurde am 9. April mit der Mitteilung des Stundenplanes eröffnet. Tags darauf nahm in den einzelnen Klassen der Unterricht seinen Anfang, ohne dals zuvor wegen des beschränkten Raumes der Aula die Schüler zu einer gemeinsamen Andacht versammelt wurden. Bei Eröffnung des Winterhalbjahres jedoch wurden zunächst die Schüler der Klassen 01 bis OIII und nach ihnen die der übrigen Klassen in der Aula zu Gebet und Choralgesang versammelt, worauf ihnen die wichtigsten Bestimmungen der Haus- und Schulordnung eingeschärft

wurden. Der Unterricht dauerte am Vormittage von 81 von Mitte November bis Mitte Februar von 8 ½ 1 in der Zeit von den Pfingst- bis zu den Juli-August-Ferien jedoch von 7 12 Uhr.

Der Allerhöchste Geburtstag Sr. Majestät des Kaisers und Königs wurde am 27. Januar durch einen Festaktus begangen, wobei Herr Oberlehrer Dr. Wallbott die Festrede(über Friedrich Ludwig Jahn) hielt. Da die Aula bei der grofsen Zahl der Gäste die Schüler bei weitem nicht alle aufzunehmen vermochte, so fand tags zuvor für die drei unteren Klassen eine besondere Feier statt, bei welcher der Direktor mit kurzen Worten auf die vaterländische Bedeutung des 27. Januar hinwies. An den Geburts- und Todestagen der verstorbenen Kaiser Wilhelm I. und Friedrich III. gedachten die Ordinarien in ihren Klassen der grofsen Verdienste der beiden Herrscher um Preufsen und Deutschland.

Die Ferien dauerten zu Ostern vom 23. März bis 7. April, zu Pfingsten vom 18. bis 26. Mai, im Sommer vom 20. Juli bis 18. August, im Herbst vom 5. bis 15. Oktober, zu Weihnachten vom 23. Dezember bis 6. Januar.

Dem Kuratorium gehörten an die Herren

Oberbürgermeister Dr. von Ibell, Schulrat Weldert, Schulinspektor Rinkel und Direktor Professor Güth

als ständige, sowie die Herren Stadtverordneter Dr. Dreyer, Bürgermeister Heſs, Stadtrat Professor Kalle, Stadtverordnetenvorsteher Geh. Sanitätsrat Dr. Pagenstecher, Stadtverordneter Willet und Stadtrat und Baurat Winter als gewählte Mitglieder.