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An die Stelle des zu Neujahr durch Tod ausgeschiedenen Herrn Schulinspektors Rinkel trat Herr Schulinspektor Müller. Die Anstalt wird Herrn Rinkel ein dankbares Andenken bewahren.
Bei Beginn des Schuljahres traten die Herren Dr. Bauer ¹) und Dr. Wallbott²) in das Lehrerkollegium ein, jener als Oberlehrer, dieser Zunächst als wissenschaftlicher Hilfslehrer; am 1. Oktober wurde auch er zum Oberlehrer befördert. Herr Schulamtskandidat Schlosser, der an der Anstalt sein Probejahr abgeleistet hatte, versah eine wissenschaftliche Hilfslehrerstelle.
¹) Hermann Bauer wurde am 30. September 1864 in Wiesbaden geboren. Nachdem er das dortige Realgymnasium bis Untersekunda und das Realgymnasium Wöhlerschule zu Frankfurt am Main bis zur bestandenen Reifeprüfung besucht hatte, studierte er in Leipzig und Marburg neuere Sprachen. Am 28. Februar 1889 wurde er von der philosophischen Fakultät der Universität Marburg zum Doktor promoviert; am 12. Dezember 1890 bestand er das examen pro facultate docendi. Vom Herbst 1891— 92 war er Mitglied des Kgl. Pädagogischen Seminars zu Cassel und gleichzeitig dem Kgl. Wilhelms-Gymnasium überwiesen; vom Herbst 1892—93 leistete er das Probejahr an der Oberrealschule zu Wiesbaden ab. Den Winter 1893— 94 brachte er in Berlin an der Kgl. Zentral-Turnanstalt zu und erwarb dort die Befähigung zur Erteilung des Turnunterrichts. Nach je halbjähriger Beschäftigung an der Oberrealschule zu Wiesbaden und einer Realschule in Mainz trat er in das Kollegium der Oberrealschule in Hanau ein, dem er sechs Jahre angehörte. Von Ostern 1900— 02 war er Oberlehrer an der Oberrealschule zu Düsseldorf.
²) Heinrich Wallbott wurde am 2. Mai 1875 7zu Garbenteich(Kreis Giefsen) geboren. Von Ostern 1884 an besuchte er das Realgymnasium zu Gieſsen, an welchem er Ostern 1893 das Zeugnis der Reife erhielt. Darauf studierte er in Gieſsen Mathematik und Naturwissenschaften und bestand am 1. März 1898 die Staatsprüfung für das höhere Lehramt. Aufgrund einer Dissertation:„Die Phasen- änderung des Lichtes bei der Reflexion an Quecksilber“ wurde er am 11. Januar 1899 zum Dr. phil. promoviert. Noch vor Ablauf des Seminarjahres am Gymnasium zu Gielfsen wurde er im Januar 1899 mit der Verwaltung einer Lehrerstelle am Gymnasium zu Mainz beauftragt. Das Probejahr leistete er dann von Ostern 1899 bis Ostern 1900 an dem Progymnasium und der Realschule in Bingen ab, wo er gleichzeitig eine Lehrerstelle für Mathematik und Physik am Rheinischen Technikum verwaltete. In dieser Stellung blieb er noch weitere zwei Jahre, bis er Ostern 1902 eine Hilfslehrerstelle an der Oberrealschule in Wiesbaden übernahm. Am 1. Oktober 1902 wurde er als Oberlehrer angestellt.
Vom Oktober ab wurde Herr Kandidat Dr. Arnold der Anstalt zur Ableistung der zweiten Hälfte seines Probejahres überwiesen.
Wegen seines angegriffenen Gesundheitszustandes war Herr Professor Deubner während des Sommers, Herr Vorschullehrer Effelberger während des ganzen Jahres beurlaubt; ersterer wurde durch Herrn Schulamtskandidaten Dr. Meyer, letzterer durch Herrn Lehrer Wedesweiler vertreten. Da der Gesundheitszustand des Vorschullehrers Effelberger sich während seiner Beurlaubung nicht wieder gekräftigt hatte, um ihm die Wiederaufnahme seiner Unterrichtstätigkeit dauernd zu gestatten, so wurde er auf seinen Wunsch unter An- erkennung seiner in langjähriger Amtsdauer dem öffentlichen Unterrichtswesen geleisteten treuen Dienste zum 1. April 1903 in den Ruhestand versetzt, nachdem er an der Anstalt seit Oktober 1866 segensreich in stets freundlichem Verkehre mit seinen Kollegen gewirkt hatte.
Möge Herr Effelberger sich noch recht lange der wohlverdienten Ruhe erfreuen. Herr Oberlehrer Dr. Roſsmann fehlte wegen Krankheit vom 13. September bis 4. Ok-
Lebrer-
kollegium.
Krankheit, Urlaub.
tober und dann wieder vom 16. Oktober bis 15. November; außserdem noch 3 einzelne Tage.
Er wurde vertreten durch die Herren Oberlehrer Dr. Bauer(0 II 4 St. Französisch), Dr. Mahlinger(O0 IIIb 4 St. Französisch statt 6), Dr. Schweigel(IVb 4 St. Französisch statt 6), Lehrer Feldhausen(IVb 3 St. Deutsch statt 4).


