Gudrun im Urtext nach Paulsiek-Hen- rici, Lesebuch für Obersekunda. Übersicht über die Entwicklung der deutschen Lit- teratur im Mittelalter mit sprachgeschicht- lichen Belehrungen im Anschluſs an die Lektüre. Die groſsen germanischen Sagen- kreise mit Ausblick auf die nordische Helden- sage. Einführung in die höfische Lyrik mit besonderer Berücksichtigung Walters von der Vogelweide. Ferner wurden gelesen Schil- lers Spaziergang, Goethes Hermann und Dorothea, sowie Egmont; als Privatlektüre Lessings Minna von Barnhelm und H. von Kleists Prinz von Homburg und Die Her- mannsschlacht.— bungen im freien Vortrag. — Neben kleineren Ausarbeitungen wurden Aufsätze über folgende Themata geschrieben: 1. Brünnhild in der nordischen Überlieferung und im Nibelungenlied. 2. Welche Listen wandte Hagen zur Ermordung Siegfrieds an?(Klassenaufsatz). 3. Warum ist Afrika verhältnismäfsig so wenig be- kannt? 4. Wie kam es, dals während der Perserkriege die Hegemonie zur See von Sparta auf Athen überging? 5. Der Entwicklungsgang der Kultur nach Schillers Gedicht„Das eleusische Fest“. 6. Inwiefern ist der erste Gesang von Goethes Hermann und Dorothea geeignet, uns in die Dichtung einzuführen? 7. Wie wird in Lessings Minna von Barnhelm die deutsche Treue verherrlicht? 8. Wes- halb waren die Niederländer mit der spanischen Herrschaft unzufrieden? Nach Goethes Egmont(Klassenaufsatz). Abt. Französisch(4 St.): Gelesen wurden Duruy, Règne de Louis XIV, und Sandeau, Mademoiselle de la Seiglière. Sprech- übungen im Anschlufs an den Lesestoff und über Vorkommnisse des täglichen Lebens.— Alle 14 Tage eine schriftliche Arbeit, ab- wechselnd zu Hause oder in der Klasse (Diktate, freie Arbeiten und Übersetzungen). Wiederholung und eingehendere Behand- lung einzelner Kapitel der Grammatik nach Kühn, Schulgrammatik. Rolsmann.
Englisch(4 St.): Wiederholung und Vertiefung einzelner Kapitel der Grammatik. Alle 14 Tage eine schriftliche Arbeit. Gelesen wurden Tennyson, Enoch Arden, Freeman, History of the Norman Conquest. Sprech- übungen im Anschlufs an die Lektüre. Kitze.
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Geschichte(3 St.): Die Hauptereignisse der griechischen Geschichte bis zum Tode Alexanders des Grofsen und der römischen Geschichte bis Augustus mit Ausblicken auf Orient und Hellenismus. Besondere Berück- sichtigung der Verfassungs- und Kulturver- hältnisse in zusammenfassender vergleichen- der Gruppierung. Nach Jänicke, Lehr- buch der Geschichte für Obersekunda.
Güth.
Erdkunde(1 St.): Asien, die Inselwelt des Stillen Ozeans, Amerika, die Verkehrs- und Handelswege des Altertums. Allgemeine Erdkunde nach Sey dlitz, Heft 5: Der Erd- körper als Ganzes, die Gesteinshülle, Wechsel- beziehung zwischen Land und Meer.
Kitze.
Mathematik(5 St.).
a. Geometrie(3 St.): Harmonische Punkte und Strahlen, Pol und Polare, Potenzlinie und Potenzpunkt, Xhnlichkeitspunkte und Khn- lichkeitsaxen; die Sätze von Pascal und Brianchon; das Apollonische Problem.— Wiederholung und Erweiterung der ebenen Trigonometrie und der Stereometrie.— Schwierigere Dreiecks- und Körperberech- nungen.— Lehrbuch von Spitz, Leitfaden von Fischer.
b. Agebra(2 St.): Schwierigere quadratische Gleichungen mit einer, einfachere mit mehreren Unbekannten; reziproke Gleich- ungen. Arithmetische und geometrische Pro- gressionen, Zinseszins- und Rentenrechnung. Imaginäre und komplexe Zahlen. Aufgaben- sammlung von Heis. Usener.
Physik(3 St.): Die Lehre von der Wärme, dem Magnetismus und der Elektrizität. Lehrbuch von Koppe-Husmann, II. Teil.
Usener.
Chemie(3St.): Die Metallorde und die wichtigeren Verbindungen derselben. Stöchiometrische Aufgaben. Übersicht über die wichtigeren Mineralien. Lehrbuch von Rüdorff.
Wickel.
Freihandzeichnen(2 St.): Malen nach körper- lichen Gegenständen, insbesondere nach Ge- räten und Gefälsen etc. Skizzieren und Zeichnen aus dem Gedächtnis.
Gut.
Linearzeichnen(2 St.): Punkt, Gerade und Ebene in Beziehung zu den 3 Bildebenen. Die rechtwinkligen Projektionen von ebenen und räumlichen Gebilden, sowie von ebenen Flächenschnitten. Usener.
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