Jahrgang 
1894
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Die Stelle eines wissenschaftlichen Hilfslehrers für neuere Sprachen wurde mit dem 1. April 1893 in eine Oberlehrerstelle verwandelt und dem seitherigen wissenschaftlichen Hilfs- lehrer Herrn Dr. Schweigel übertragen.

Max Schweigel, geboren am 9. August 1865 zu Reichenbach i. Schl., evangelischen Bekennt- nisses, vorgebildet auf dem Realgymnasium zu Borna, widmete sich in Leipzig, wo er auch seiner mili- tärischen Dienstpflicht genügte, und in Marburg dem Studium der neueren Philologie und der deutschen Sprache. Am 17. Juli 1888 wurde ihm auf Grund einer AbhandlungUber drei Fortsetzungen der altfranzösischen Chanson von Huon von Bordeaux von der philosophischen Fakultät zu Marburg die Doktorwürde verliehen. Ebendaselbst bestand er am 25. Januar 1889 die Prüfung pro facultate docendi. Von Ostern 1889 bis Ostern 1890 leistete er am Realgymnasium zu Crefeld das pädagogische Probe- jahr ab, war im Sommer 1890 am Realgymnasium zu Barmen als wissenschaftlicher Hilfslehrer thätig und wurde mit dem 1. Oktober 1890 in gleicher Eigenschaft an die städtische Oberrealschule zu Wies- baden berufen. Behufs Erwerbung der Befähigung für den Turnunterricht war er während des Winters 1892/93 zum Besuch der Kgl. Turnlehrerbildungsanstalt in Berlin beurlaubt.

Der evangelische Religionslehrer, Herr Pfarrer Veesenmeyer, hat sich mit Rücksicht auf die gesteigerten Pflichten seines pfarramtlichen Berufes entschlossen, seine ihm lieb gewordene, seit sieben Jahren mit treuer Hingebung und sichtlichem Erfolge der Anstalt gewidmete Thätig- keit mit Ende des Schuljahres 1892/93 niederzulegen. Durch seine reichen Geistesgaben, durch das gewinnende Wesen seiner Persönlichkeit für den Beruf eines Religionslehrers auf das glick- lichste ausgestattet, hat er den Weg zu dem Verständnis wie zu den Herzen der Schüler zu finden und sich die ungeteilte Zuneigung seiner Kollegen zu erwerben gewusst. Seine treuen Dienste werden bei der Anstalt unvergessen bleiben. Für die stetig wachsende Aufgabe des evangelischen Religionsunterrichts wurde mit dem 1. April 1893 eine neue Stelle(vorläufig als wissenschaftliche Hilfslehrerstelle) errichtet und dem Kandidaten der Theologie und des höheren Schulamts Herrn Theodor Schneider, während des vorangegangenen Jahres Probekandidaten an der Anstalt, anvertraut.

Die neuen Lehrpläne wie die besonderen Vorschriften für die Erteilung des Turnunterrichts haben eine wesentliche Vermehrung der Turnstunden(früher 12, jetzt 27) zur Folge gehabt. Nach Fortfall der seither für den Turnunterricht ausgesetzten besonderen Vergütung ist, um eine angemessene Verteilung dieses Unterrichts unter die Lehrer der Anstalt zu ermöglichen, eine weitere wissenschaftliche Hilfslehrerstelle errichtet und dem Kandidaten des höheren Schul- amts Herrn Heinrich Escher, bis dahin wissenschaftlichen Hilfslehrer an dem Kgl. Gym-

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nasium zu Fulda, übertragen worden.

Herr Kandidat Georg Franke, während des Winters 1892/93 Vertreter des wissen- schaftlichen Hilfslehrers Dr. Schweigel, blieb auf sein Ansuchen im neuen Schuljahre mit einigen Stunden am Unterricht der Oberrealschule beteiligt, stellte jedoch Anfang Juni diese Be- schäftigung ein, um einem Ruf an die Realschule des Herrn Dr. Heskamp in Mainz zu folgen. Das pädagogische Probejahr beendigte Herr Dr. Hermann Bauer mit Ende September; vom gleichen Zeitpunkt ab wurde Herr Dr. Ludwig Mahlinger der Anstalt zur Ableistung des pädagogischen Probejahrs überwiesen.

Der israelitische Religionslehrer Traub, welcher seit dem Schuljahr 1885/86 den wahl- freien israelitischen Religionsunterricht in der zweiten Abteilung(IV bis VI) in zwei wöchent- lichen Stunden erteilt hatte, legte diesen Unterricht mit Ende des vorigen Schuljahrs nieder. Auf Antrag der israelitischen Kultusgemeinde und mit Genehmigung des Kuratoriums wie des Kgl. Provinzial-Schulkollegiums wurde der Elementarlehrer Ferdinand Heinemann mit der Erteilung dieses Unterrichts beauftragt.