Jahrgang 
1894
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November bis zum 3. Februar von 8 ½ bis 12, 2 bis 4 Uhr erteilt. Die Pfingstferien dauerten vom 20.(mittags) bis zum 29. Mai, die Herbstferien vom 15. August bis zum 18. September, die Weihnachtsferien vom 23. Dezember mittags bis zum 8. Januar.

Der Allerhöchste Geburtstag Sr. Majestät unseres Kaisers und Königs wurde am 27. Januar von der Anstalt festlich begangen, wobei Herr Oberlehrer Dr. Kitze die Festrede hielt. Aus- gehend von der lebhaften Teilnahme, welche Se. Majestät der geistigen wie der leiblichen Er- ziehung der Jugend widmet, schilderte er den Turnvater Jahn als ächten deutschen Mann, dessen s. Z. verkannte und verfolgte Bestrebungen heute allenthalben gewürdigt und gepflegt werden. Der Erinnerung an den Geburtstag weiland Sr. Majestät Kaiser Friedrichs III. am Todes- tage(15. Juni) fiel der Unterricht wegen der Reichstagswahl aus war am 18. Oktober der Beginn der ersten Vormittagsstunde gewidmet, wobei Herr Oberlehrer Deubner eine der Bedeutung des Tages entsprechende Ansprache an die in der Aula versammelte Schulgemeinde richtete. In gleicher Weise wurde am 9. März die Erinnerung an den Todestag weiland Sr. Majestät Kaiser Wilhelms I. mit einer Ansprache des Oberlehrers Usener begangen.

Im Bestande des Kuratoriums ist eine Anderung eingetreten durch den am 28. Juni erföolgten Tod des Herrn Stadtrat Dr. Weidenbusch. Unermüdlich im Dienste des öffent- lichen Wohles, hat er auch dem Gedeihen der Oberrealschule seine warme Teilnahme gewidmet; sein Andenken wird die Anstalt allzeit dankbar in Ehren halten. An seine Stelle ist Herr Stadtrat Dr. von Heyden gewählt worden, weitere Xnderungen haben nicht stattgefunden. Demnach gehören gegenwärtig zu dem Kuratorium die Herren Oberbürgermeister Dr. v. Ibell, Direktor Weldert, Schulinspektor Rinkel, Direktor Dr. Kaiser als ständige, ferner die Herren Rentner Gaab, Stadtrat Dr. von Heyden, Rentner Mäckler, Sanitätsrat Dr. Pagenstecher, Stadtrat Steinkauler, Stadtbaudirektor Baurat Winter als gewählte Mitglieder.

Der Bestand des Lehrerkollegiums(vgl. die Seite 4 und 5 gegebene Übersicht) hat während des abgelaufnen Schuljahres mannigfache Veränderungen erlitten. Der wegen andau- ernder Krankheit seit einem Jahre von neuem beurlaubte Oberlehrer Stephan fühlte sich ausser stande seinen Dienst wieder aufzunehmen und sah sich genötigt, zunächst um weiteren Ur- laub und sodann um seine Versetzung in den Ruhestand zum 1. Oktober 1893 zu bitten. Seit dem Sommer 1888 leidend, hat er nur vorübergehend, von Herbst 1890 bis Anfang März 1892, seinen Dienst wieder aufzunehmen vermocht, seitdem jedoch seiner Berufsthätigkeit schweren Herzens entsagen müssen. Mit aufrichtigem Mitgefühl haben Kuratorium und Lehrerkollegium sein frühzeitiges Scheiden aus dem Amte begleitet. An seine Stelle ist Herr Dr. Kadesch, nachdem er seither die Stelle des Oberlehrers Stephan verwaltet hatte, mit einer vom 1. Oktober 1892 ab zu rechnenden Dienstzeit angestellt worden.

Adolf Kadesch, geboren am 20. Juli 1862 in Mainz, evangelischen Bekenntnisses, vorgebildet auf dem Kgl. Realgymnasium zu Wiesbaden, studierte von Ostern 1880 bis Herbst 1883 an den Uni- versitäten München, Berlin und Marburg Mathematik und Naturwissenschaften und bestand am 2. Mai 1884 vor der Kgl. wissenschaftlichen Prüfungskommission zu Marburg die Staatsprüfung für das höhere Lehramt. Von Herbst 1884 bis Herbst 1885 leistete er am Kgl. Realgymnasium zu Wiesbaden das pädagogische Probejahr ab und war sodann an derselben Anstalt bis Ostern 1889 als wissenschaftlicher Hilfslehrer thätig. Am 23. Februar 1887 wurde ihm auf Grund einer AbhandlungUber die Einhüll- ungsflächen von Potenzebenenscharen von der philosophischen Fakultät der Universität Murburg die

Doktorwürde verliehen. Ostern 1890 trat er als freiwilliger Hilfslehrer in den Dienst der Oberreal- schule zu Wiesbaden.