b) Unterprima allein(2 St.): Kubische Gleichungen und Moivre'scher Satz. Kombinationslehre und Wahrscheinlichkeitsrechnung. Der binomische Satz für beliebige Exponenten; Eigenschaften der Binomialcoeffizienten, figurierte Zahlen. Die Exponential- und die logarithmische, die Sinus- und die Cosinusreihe. Kaiser.
c) Ober- und Unterprima gemeinsam(3 St.): Ana- lytische Geometrie der Kegelschnitte. Zahlreiche Übungsaufgaben.
Aufgaben der schriftlichen Entlassungsprüfung, Ostern 1894:
1. X— 3ax²+ as= 0. 2. Aus einer quadratischen Tafel soll nach Wegnahme von vier gleichen Eckquadraten durch gehöriges Zusammenbiegen ein offener rechtwinkeliger Kasten gebildet werden, dessen Rauminhalt ein Maximum ist. Wie gross ist dieser In- halt? 3. Auf einer durch ihre Scheitel- gleichung gegebenen Parabel ist derjenige Punkt zu bestimmen, dessen Brennstrahl der Normale gleich ist. Wie lautet die Gleichung der in diesem Punkt an die Parabel gelegten Tangente, und welchen Winkel bildet die Tangente mit der Axe? 4. Wie lange dauert zur Zeit der Tag- und Nachtgleiche in Wies- baden die Dämmerung?(Polhöhe von Wies- baden 50⁰5⁵). Kaiser.
Physik. O. I(3 St.): Optik, insbesondere Interferenz, Polarisation und die einfachsten Erscheinungen der Doppelbrechung. Wiederholungen aus dem ganzen Gebiete, namentlich der Lehre vom Mag- netismus und der Elektricität unter Anwendung des Potentialbegriffs, sowie des absoluten Maass- systems.
Aufgabe der schriftl. Prüfung, Ostern 1894: Ein cbm Luft wiegt bei einer Temperatur von 0o und oinem Barometerstande von 76 cm(spec. Gewicht des Quecksilbers 13,6) 1,293 kg. Der Aus- dehnungscoefficient der Luft ist 0,003665, ihre specifische Wärme bei constantem Druck 0,2375, bei constantem Volumen 0,1684. Wie gross er- gibt sich hieraus das mechanische Kquivalent der Wärme? Kaiser.
U. I(3 St.): Mechanik der festen, flüssigen und gas- förmigen Körper. Mechanische Wärmetheorie. Wellenlehre und Akmustik. Siebert.
Chemie(3 St.).
a) Oberprima allein(2 St.): Ausgewählte Absehnitte der organischen Chemie. Stöchiometrische Auf- gaben. Wiederholung der Metalle.
b) Unterprima allein(2 St.): Übersicht über das Vorkommen, die Gewinnung und die Verbindungen
der wichtigeren Metalle. Stöchiometrische Auf- gaben. Einige Methoden der Maassanalyse. Lehrbuch von Rüdorff.— c) Ober- und Unterprima gemeinsam(1 St.): Prak- tische Ubungen. Ausführung einfacher qualitativer Analysen und Darstellung von Präparaten. Siebert. Freihandzeichnen(2 St., im Winter wurde 1 St. an das Linearzeichnen abgetreten): Nach schwie- rigeren plastischen Ornamenten verschiedener Stilarten, nach Pflanzen und kunstgewerblichen Gegenständen; Ausführung mit schwarzer und weisser Kreide, teilweise auch mit Verwendung der Farbe. Gut. Linearzeichnen(2, im Winter 3 St.): Die Pro- jektionen der Schnittlinien zweier Flächen. Die Elemente der Schattenlehre und der linearen Perspektive. Usener.
Obersekunda. Klassenlehrer: Siebert. Christliche Religionslehre(2. St.).
a. Evangelische: Erklärung der ganzen Apostel- geschichte. Von den paulinischen Briefen wurden gelesen: 1. Cor., Gal., Phil., 1. u. 2. Thess., Philemon; von den katholischen der Jacobus- brief. Wiederholung von Katechismus, Sprüchen und Liedern. Schneider.
b. Katholische:(im Winter 2 St., vereinigt mit U. II und O. III): Kirchengeschichte von Bonifazius VIII. bis zur Gegenwart.— Wieder- holung der wichtigsten Lehrstücke des zweiten und dritten Hauptstückes des Katechismus(von den Gebaten und Gnadenmitteln). Gruber.
Deutsch(4. St.): Gelesen wurden Homers Ilias und Odyssee, sowie das Nibelungenlied. Im Anschluss daran Ausblicke auf die germanischen Sagenkreise. Überblick über die Arten der Dichtung. Von Dramen wurden gelesen Götz von Berlichingen und Wallenstein(einige Stellen wurden auswendig gelernt). Die in Untersekunda gelernten Gedichte wurden wieder- holt. Schillers„Spaziergang“ wurde ein- gehend besprochen.— Freie Vorträge geschicht- lichen oder litterargeschichtlichen Inhalts.
Die Themata der Aufsätze waren:
1. Das Bild einer Revolution.(Nach Schillers„Lied von der Glocke.“)— 2. Sieg- frieds Leben bis zur Verlobung mit Kriem- hild.(Nach dem Nibelungenliede; Klassen- arbeit.)— 3. Wodurch fiel die Hegemonie in Griechenland von Sparta an Athen?— 4. Kenntnisse sind der beste Reichtum.—


