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als ständiges Mitglied eingetreten; dasselbe besteht demnach gegenwärtig aus den Herren Ober- bürgermeister Dr. v. Jbell, Direktor Weldert, Schulinspektor Rinkel, Direktor Dr. Kaiser als ständigen, sowie den Ilerren Rentner Gaab, Stadtvorsteher Götz, Rentner Mäckler, Sanitätsrat Dr. A. Pagenstecher, Stadtvorsteher Steinkauler, Stadtbaudirektor Baurat Winter als gewählten Mitgliedern. 3 Im Bestande des Lehrerkollegiums sind wesentliche Aenderungen eingetreten. Mit Beginn des neuen Sehuljahres wurde der Elementarlehrer Eisenkopf von der Vorschule an
die Mittelschule auf dem Markt versetzt und in seine Stelle der Elementarlehrer Ernst
Henrich, bis dahin Lehrer an der Marktschule, berufen. Ernst Henrich, geboren am 12. Mai 1859 zu Heiligenborn im Dillkreis, evangelischen Bekenntnisses, besuchte von 1876 bis 1879 das Lehrerseminar zu Usingen. Nach einer zweijährigen Lehrthätigkeit zu Rabenscheid wurde er 1881 zum Lehrer an den städtischen Schulen in Wiesbaden ernannt, wo er der Reihe nach an den Elementarschulen auf dem Schulberg und in der GCasteilstrasse,
sowie der Mittelschule auf dem Markt thätig gewesen ist.
AIsbald nach Beginn des Schuljahres hatte die Anstalt einen schmerzlichen Verlust zu beklagen. Am 20. April v. J. wurde der Oberlehrer Wallenfels von seinem langwierigen Leiden, das schliesslich noch den Verlust des Augenlichtes zur Folge gehabt hatte, im noch nicht vollendeten fünfzigsten Lebensjahre durch den Tod erlöst. Seit dem 1. Xpril 1869 an unserer Anstalt thätig, hat er derselben in gewissenhafter, unermüdlicher Hingebung und Pflichttreue seine Dienste gewidmet. Und als die langsam zehrende Krankheit die Gesundheit des vordem so krüftigen Mannes aufzureiben begonnen hatte, da mussten wir die Ausdauer bewundern, mit welcher er trotzdem seine Berufspflicht zu erfüllen strebte, die Standhaftigkeit, mit welcher er scin schweres Leiden ertrug. Das aufrichtige Wohlwollen, welches er seinen Schülern. die ächt kollegialische Gesinnung, welche er den Lchrern der Anstalt allezeit ent- gegenbrachte, sichern hm in unseren Herzen für immer ein chrendes Andenken.— Seine Vertretung blieb bis zum Schlusse des Sommersemesters dem wissenschaftlichen Hilfslehrer Flach übertragen.— Der ordentliche Lehrer Stephan blieb wührend des Sommersemesters behufs Wiederstellung sciner Gesundheit weiter beurlaubt; seine Stelle versah, wie im Vorjahre, der wissenschaftliche Ililfslchrer Dr. Kadesch. Erst mit Beginn des Wintersemesters konnte IIerr Stephan seinen Unterricht wieder aufnehmen, von welchem Herr Dr. Kadesch einige Stunden auch weiterhin freiwillig übernahm.— Der ordentliche Elementarlehrer Leonhard konnte nach der im Vorjahre überstandenen Lungenentzündung seine früheren Kräfte nicht wiedererlangen und wurde daher mit dem 1. Oktober v. J. auf sein Ansuchen in den Ruhe- gtand versetzt. An der Vorschule hat er seit Herbst 1869, an der Realschule seit Herbst 1881 in Segen gewirkt und in letzterer Stellung namentlich auch auf dem Gebiete des naturkund- lichen Unterrichts der Anstalt gute Dienste geleistet. Von Sr. Majestät dem Kaiser und König wurde ihm bei seinem Ausscheiden aus dem Amte der Kronenorden IV. Klasse verliehen. Möge sich Herr Leonhard noch lange Jahre der wohlverdienten Ruhe und der ihm lieb gewordenen Beschüftigung mit der Naturwissenschaft erfreuen.— In seine Stelle rückte der seitherige Elementarlehrer der Vorschule Feldhausen ein, wührend an die Vorschule der Elementarlehrer Schauss, bis dahin Lehrer an der Elementarschule in der Castellstrasse,
berufen wurde.
Carl Schauss, geboren am 20. Dezember 1856 zu Lollschied, evangelischen Bekenutnisses,


