Jahrgang 
1891
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Die praktische Ausbildungszeit dauert künftig zwei Jahre und besteht aus einem Seminarjahr und einem darauf folgenden Probejahr.

5. Kassel, den 16. Juni 1890: Eine massvolle Verwendung des Zeichnens ist für die meisten Unterrichtsgegenstände von anerkanntem Nutzen; diese Seite des Anschauungs- unterrichts ist daher thunlichst zu fördern.

6. Kassel, den 16. Juni 1890: Zeugnisse zu freihändigem Gebrauch sind für Lehrer an höheren Schulen von den Dirigenten der letzteren nicht auszustellen.

7. Kassel, den 25. November 1890: Die von der Behörde für die Reinigung und Aufrechterhaltung der Sauberkeit aufgestellten Grundsätze werden mitgeteilt und der Beachtung empfohlen.

8. Kassel, den 20. Januar 1891: Für die innerhalb der letzten vierzchn Tage des Schuljahrs anzusetzende mündliche Entlassungspriffung des bevorstehenden Termins wird der unterzeichnete Direktor zum Prüfungskommissar ernannt.

9. XKassel, den 19. Februar 1891 an das Kuratorium: Durch Ministerialerlass vom 4. Februar d. J. ist zugleich mit der Wiederherstellung der fünften Oberlehrerstelle die Beförderung der beiden ordentlichen Lehrer Usener und Deubner zu Oberlehrern genchmigt, ferner ist die erledigte ordentliche Lehrerstelle dem wissenschaftlichen Hilfslehrer Dr. Kitze vom 1. Oktober übertragen worden.

10. Kassel, den 28. Januar 1891 an das Kuratorium: Die Anweisung für die Behandlung der äusseren Dienstgeschäfte der Direktoren an den ste atlichen höheren Schulen der Provinz werden mitgeteilt und entsprechender Beachtung empfohlen.

III. Chronik der Schule.

Das Schuljahr wurde Montag den 14. April mit der Aufnahmeprüfung begonnen; der Unterricht nahm tags darauf seinen Anfang. Die Pfingstferien dauerten vom 24. bis 31. Mai, die Herbstferien vom 15. August bis zum 18. September, die Weihnachtsferien vom 23. Dezember (mittags) bis zum 6. Januar.

Am 18. Oktober wurde die erste Vormittagsstunde dem Andenken an den Geburtstag weiland Sr. Majestät des Kaisers Friedrich III. gewidmet, wobei der ordentliche Lehrer Deub ner eine Ansprache an die in der Aulà versammelten Lehrer und Schüler der Anstalt richtete; in gleicher Weise wurde am 9. März die Erinnerung an den Todestag weiland Sr. Majestät des Kaisers Wilhelm I. mit einer Ansprache des ordentlichen Lchrers Dr. Wiekel begangen. Auf allerhöchsten Befehl wurde am 25. Oktober der regelmässige Unterricht ausgesetzt und zu Ehren des Gencral- Feldmarschalls Grafen Moltke, der tags darauf das neunzigste Lebensjahr vollendete, eine patriotische Schulfeier veranstaltet. Die Festrede des ordentlichen Lehrers Dr. Klein gab ein Lebensbild und würdigte die hohen Verdienste des gefeierten Helden. Am 1. Dezember als dem 250 jährigen Gedenktag des Regierungsantritts des grossen Kurfürsten wurde das Schul- gebäude beflaggt und der Bedeutung des Tages durch die Lehrer der Geschichte in den einzelnen Klassen gedacht. Der allerhöchste Geburtstag Sr. Majestät unseres Kaisers und Königs Wilhelm II. wurde am 27. Januar von der Anstalt festlich begangen; die Festrede hielt Herr Dr. Diehl über Uhland als Dichter, Gelehrten und Patrioten.

In das Kuratorium der Anstalt ist mit Ierbst v. J. Herr Stadtschulinspektor Rinkel