richt geht, so mußte auch der deutsche Unterricht der Sexta für die beiden Abteilungen getrennt werden.
An bemerkenswerten Ereignissen seien aus dem Verlauf des Schuljahres hervor- gehoben: ein schön gelungener Walter-Flex-Abend, den die Schule am 19. Juni zum Besten des VDA. veranstaltete, die Reichsjſugendwettkämpfe am 10. Juli(s. S. 15), der herrliche Chorausflug nach dem Niederwald und Geisenheim am 11. Juli, die an- sprechende Verfassungsfeier am 21. August, bei der Studienrat Bonn sprach, die Zeppelinfeier aus Anlaß der ersten Weltumsegelung durch das deutsche Luftschiff, sowie schließlich die sehr schöne Weihnachtsfeier am 19. und 20. Dezember.
Die mündliche Reifeprüfung wurde unter dem Vorsitz des Direktors in den Tagen vom 7. bis 11. März abgehalten; alle 50 Abiturienten, die sich ihr unterzogen, erhielten das Zeugnis der Reife, davon 13 mit der Note„gut bestanden“ und 2„mit Auszeichnung“. Die Entlassung der Abiturienten und der 12„Einjährigen“ fand am 29. März statt.
Die 25-Jahrfeier der Oberrealschule
bildete den erhebenden und festlichen Abschluß dieses Schuljahres und nahm einen nach jeder Richtung hin voll befriedigenden und harmonischen Verlauf. Die Vorbereitungen wurden von dem Lehrkörper, dem Elternbeirat und dem Vorstand des Oberrealschulbundes in stetiger Zusammenarbeit getroffen, und so einigte man sich leicht auf drei Feiern, deren jede ein besonderes Gepräge erhielt: die eigentliche Schulfeier, die Wiedersehensfeier der früheren Schüler und den Ball, der den fröhlich-heiteren Abschluß des Festes bildete.
Zur Schulfeier, die am letzten Schultag, Mittwoch, den 9. April, vormittags 11 Uhr stattfand, war der Saal festlich geschmückt; dunkles Tannengewinde umrahmte die Gedenk- tafel der gefallenen Schüler und das Bild des ersten Direéktors. Weil der Festsaal die geladenen Gäste mit allen Schülern zugleich nicht hätte fassen können, so wurde diese Feier mit ihren wichtigsten Teilen für die Hauptmasse der Schüler schon am Tage vorher, am Dienstag, in der letzten Stunde voraus gehalten, wobei Herr Studienrat Dr. Schnaus einen kurzen Überblick über die Geschichte der Anstalt gab und insbesondere von der Tätigkeit der Schule während der Kriegsjahre erzählte, die diese Schülergeneration ja schon zum allergrößten Teil nicht mehr mit Bewußtsein miterlebt hatte. Am Haupttage selbst war dann die Schülerschaft außer den bei der Feier Mitwirkenden— Chor und Orchester— nur durch ausgewählte Mitglieder der einzelnen Klassen vertreten, sodaß die geladenen Gäste, die alten Schüler sowie die Eltern und die Freunde der Anstalt gerade Raum im Saal fanden.
Das von Chor und Orchester unter Leitung des Gesanglehrers Herrn Würges macht- voll vorgetragene„Halleluja“ aus Händels Messias bildete die stimmungsvolle Einleitung der Feier. Nach einem von dem Abiturienten Mund verfaßten und gesprochenen schwungvollen Vorspruch„An die Schule“ begrüßte der Direktor die zahlreich erschienenen Gäste und führte dann aus, wie tief die gewaltigen Ereignisse dieses Vierteljahrhunderts, das vielleicht die bedeutsamste Spanne deutscher Geschichte überhaupt darstellt, auch in das Leben unserer Schule eingegriffen haben, deren Entwicklung somit ein aus engem Gesichtswinkel heraus gesehenes Spiegelbild der Zeitgeschichte darstellt. Denn gegründet am Ausgang der schein- bar so glanzvollen kaiserlichen Zeit, wurde sie alsbald hineingerissen in den Strudel der Kriegswirren, und fast noch unmittelbarer waren die Eingriffe der aufgeregten Nachkriegs- zeit mit der Besetzung der Stadt durch fremde Truppen, mit den Wirren des Separatismus, des Ruhrkampfes mit seinen Ausweisungen, und schließlich der Inflation. Erst die letzten


