Jahrgang 
1930
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b. Eine sehr erfreuliche Bereicherung unserer Lehrmittel bildete das von der hiesigen Regierung und der Stadtverwaltung gemeinsam uns gestiftete Rundfunkgerät(Tele- funken 40), das bei seiner Einweihung Ende Januar der Unterprima Gelegenheit bot, die Eröffnungsansprachen der Londoner Seeabrüstungskonferenz zu hören. Seitdem wird es eifrig benutzt, wenn auch die systematische Ausnutzung durch den Pädagogischen Rundfunk infolge dauernder Störungen noch vielfach gehemmt ist. Wenn dann hoffentlich bald noch eine Verdunkelungsvorrichtung in diesem Zimmer angebracht werden kann, so soll hier auch das neue Jubiläumsgeschenk, das Epidiaskop, Aufstellung finden, sodaß dann die Schule über alle modernen technischen Hilfsmittel verfügen wird.

c. Die von der Stadtverwaltung für alle Schüler durchgeführte Unfallversicherung hat sich auch in diesem Jahre bei verschiedenen Unfällen wieder sehr segensreich erwiesen. Doch muß zur Vermeidung von Enttäuschungen immer wieder darauf hingewiesen werden, daß die Eltern alsbald nach einem Unfall, der ihr Kind als Schüler betroffen hat, von der Schule einen Fragebogen der Versicherungsgesellschaft anfordern sollen, den sie nach genauer Ausfüllung wieder der Schule einzureichen haben, die dann das Weitere veranlaßt.

d. Die Mittelschule zu lIdstein(Nassauische Realschule) steht mit der Oberreal- schule derartig in Verbindung, daß der Direktor der Oberrealschule diejenigen Schüler der Idsteiner Anstalt, die auf Untersekunda einer höheren Lehranstalt übergehen wollen, am Schlusse des Schuljahres im Auftrag des Provinzial-Schulkollegiums einer Prüfung unter- zieht; wer diese Prüfung besteht, hat das Recht zum Eintritt in die Untersekunda jeder entsprechenden höheren Lehranstalt. In diesem Jahre haben 3 Schüler die Prüfung bestanden.

VII. Chronik der Anstalt.

Auch dieses Schuljahr, das am 11. April 1929 mit einer Versammlung im Saal eröffnet wurde und dessen Ende den Abschluß des ersten Vierteljahrhunderts im Dasein der Schule bildete, nahm im großen ganzen einen sehr ruhigen, ungestörten Verlauf.

Eine nicht unwichtige Neuerung war die Eröffnung eines englischen Zweiges der Sexta. Da nämlich die Wahl der Anfangssprache der Realanstalten ob Französisch oder Englisch in Preußen seit mehreren Jahren den einzelnen Schulen freigestellt ist, so mehrten sich in der letzten Zeit die Fälle, in denen Schüler von auswärts nach Wiesbaden zuzogen, die mit Englisch angefangen hatten, sodaß ihre Unterbringung in der ihrem Alter ent- sprechenden Klasse recht schwierig war, weil diese nur Französisch getrieben hatte. Dazu kommt, daß einige Länder, wie z. B. Bayern und Sachsen, grundsätzlich nur mit Englisch anfangen. Um dieser sehr lästigen Verwirrung wenigstens soweit abzuhelfen, daß nicht die Schüler und ihre Eltern darunter leiden müssen, beschloß die Städtische Schulverwaltung, wie vorher schon für die Mädchen, so zu Ostern 1929 auch für die Knaben einen englischen Zug einzurichten und zwar an der Oberrealschule. Somit haben nunmehr die unserer Schule zugeführten Sextaner die Möglichkeit, entweder mit Englisch oder Französisch anzufangen, und selbstverständlich wird dieser Sprachunterricht getrennt weitergeführt bis Untersekunda. Im letzten Jahre schied sich ohne irgend ein Zutun der Schulleitung die Schülerschaft, deren Eltern vorher durch den Direktor darüber aufgeklärt worden waren, in zwei genau gleiche Teile. Da die fremdsprachliche Unterweisung stets Hand in Hand mit dem deutschen Unter-