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besichtigte und daun nach einem Gang durch die Altstadt noch einen Blick in die reichhaltigen Museen der alten Kaiserstadt warf; ein schöner Tag, der wohl allen eine bleibende Erinnerung mitgegeben hat.
Sehr interessant waren die Versuche mit dem Foncaultschen Pendel, die dank dem Entgegenkommen und der Freigebigkeit des Hauses Rettenmayer in dessen Möbelheim durch die physikalischen Fachlehrer der verschiedenen höheren Lehranstalten ausgeführt und unseren Oberklassen durch Herrn Oberlehrer Dr. Wallbott erläutert wurden.
Während des ganzen Winterhalbjahres erfuhr der französische Unterricht willkommene Anregung und Förderung durch die Sprechübungen, die der unserer Anstalt überwiesene französische Lehramtsassistent Herr Paul Drouin mit den meisten Schülern der Klassen von Obertertia an aufwärts in der Weise abhielt, daß aus jeder Klasse je 1— 2 Gruppen von Schülern, die sich meist freiwillig dazu gemeldet hatten, Sprechübungen ausschließlich in französischer Sprache anstellten. Die auf diese Weise den Schülern gebotene Gelegenheit zu ungezwungenem persönlichem Verkehr mit einem gebildeten Franzosen verspricht auf die Dauer gute Früchte zu tragen.
Während diese Ubungen im engeren Kreise nicht wenig zur Hebung der Sprech- fertigkeit beitrugen, wurde die nicht minder wichtige Fähigkeit, die gesprochene Fremd- sprache zu hören und zu verstehen, noch weiter gefördert durch die Einrichtung fremdsprachlicher Vorträge, die, von Herrn Oberlehrer Dr. Hollack geschaffen und von den städtischen Behörden und den Leitern der höheren und Mittelschulen kräftig unterstüzt, solchen Beifall und Zuspruch fand, daß sie hoffentlich zu einer stehen- den Einrichtung auch in unserer Stadt werden wird. Die Vorträge, 6 an der Zahl, von geborenen Franzosen und Engländern abwechselnd in unserem Festsaal und in dem der Höheren Mädchenschule I gehalten, behandelten meist allgemeine Themata der Literatur oder Landeskunde und waren namentlich von Schülern der Ober- und Mittelklassen stets zahlreich besucht.
Von einzelnen Veranstaltungen nennen wir einen Vortrag eines Persers, Mirza Baba, über Persien bezw. Mesopotamien sowie einen Vortrag des Direktors über Japan mit Lichtbildern nach eigenen Aufnahmen. Der Deutsche Sprachverein gab im Laufe des Winters den Schülern der Oberklassen wiederholt willkommene Gelegenheit zum Besuch seiner Familienabende.
Unmittelbar vor der mündlichen Reifeprüfung wies Herr Professor Dr. Touton in einem gediegenen, inhaltsreichen Vortrag die Abiturienten auf die sittlichen Gefahren hin, die das ihrer wartende Leben in voller Freiheit ihnen bringen werde. Die von Herzen kommenden Worte verfehlten sichtlich ihre augenblickliche Wirkung nicht; möge ihnen auch eine dauernde beschieden sein!
In der Zeit zwischen der mündlichen Prüfung und der Entlassung der Abiturienten wurde diesen mehrfach Gelegenheit zu interessanten Besichtungen geboten, die ihnen einen Einblick in die Vielseitigkeit moderner Lebensverhältnisse gestattete. So besuchten sie unter Führung des Herrn Oberlehrers Dr. Wallbott die Schellenbergsche Hofbuch- druckerei, die städtischen Kanalanlagen und die Henkelsche Schaumweinkellerei.
3. Ausbau der Anstalt; Revisionen und Prüfungen.
Im Sommer wurde das Schulgebäude der vorgeschriebenen kreisärztlichen Be- sichtigung unterzogen, die den Einrichtungen der Schule das beste Zeugnis ausstellte.


