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lauf nahm. In seiner Schlußansprache erinnerte der Direktor an die Varusschlacht, die vor 1900 Jahren stattgefunden, und machte die Sieger im Wetturnen bekaunt. Es waren in I Meyer, in OII Wintermeyer, in UII Neumanu, in OIIla Hartmann, in OIIIb Kahnt, in UIII Hüttemann.
Am Nachmittag des 3. Septembers wohnten die Schüler der denkwürdigen ersten Landung eines lenkbaren Luftschiffes in Wiesbaden bei; es war der Parsevalballon, der von der Frankfurter Luftschiffahrt-Ausstellung herüberkam.
Am 7. September fanden nach zweijähriger Pause wieder Klassenausflüge in die nähere und weitere Umgebung statt, die bei gutem Wetter ohne jeden Unfall ver- liefen und der Schuljugend viel Freude bereiteten; die Ol unternahm dabei unter Leitung ihres Klassenlehrers eine zweitägige Fahrt nach Mannheim, Heidelberg und dem Odenwald, bei der lehrreiche Besichtigungen mit fröhlicher Wanderung verbunden waren.
Zum Beginn des Winterhalbjahres traten in das Lehrerkollegium ein die Probe- kandidaten Dr. Stalmann und Steinebach, ersterer als Vertreter für den zu wissen- schaftlichen Studien beurlaubten Oberlehrer Huffelmann, letzterer für den wegen dauernder Krankheit immer noch beurlaubten Oberlehrer Dr. Berlit, dessen erster Ver- treter, Probekandidat Jacobi, für die zweite Hälfte seines Probejahres als deutscher Lehramtsassistent nach Lyon beurlaubt worden war. Als französischer Lehramtsassistent wurde Herr Paul Drouin aus Dijon unserer Anstalt überwiesen(s. S. 15).
Zur Erinnerung an Schillers 15Ojährigen Geburtstag versammelten sich Lehrer und Schüler am Vormittag des 10. Novembers im Hofe der Schule um die fest- lich geschmückte Büste des Dichters, an deren mannigfache Schicksale anknüpfend der Direktor in kurzen Worten auf die Bedeutung des Tages hinwies.
Den festlichen Beschluß des alten Jahres bildete wieder eine Weihnachtsfeier, die wie im Vorjahre an zwei Tagen hintereinander veranstaltet wurde und beide Male bei alt und jung echte Weihnachtsfreude erregte.
Der Geburtstag Sr. Majestät des Kaisers und Königs wurde durch eine Feier begangen, bei der Herr Oberlehrer Dr. Meyer die Festrede hielt über»Die Kultur- arbeit des deutschen Volkes im 19. Jahrhundert.«
Die eigentümlichen Witterungsverhältnisse brachten es mit sich, daß im Sommer kein einziger Nachmittag»hitzfrei« war, und auch in dem milden Winter gab sich erst ganz gegen Eude ein paarmal Gelegenheit, einen Schulnachmittag dem Eislauf- und Rodelvergnügen zu widmen.
Der Gesundheitszustand der Schüler war in diesem Jahre recht günstig.
2. Besondere Veranstaltungen zur Förderung der Schüler.
Das verflossene Schuljahr bot sowohl im allgemeinen wie im besonderen reiche Gelegenheit zu Belehrung und Anregung auch außerhalb des planmäßigen Unterrichts. Im Laufe des Sommers machten sich wohl alle Klassen die durch die Wiesbadener Ausstellung für Handwerk und Gewerbe gebotene vielfache Gelegenheit zunutze, indem sie unter Führung ihrer Lehrer einzelne besonders interessante Teile derselben besuchten.
Am Tage vor Himmelfahrt fuhr die Oberprima mit dem Direktor nach Frankfurt, wo sie an der Hand der vorher in der Klasse gelesenen Lebensbeschreibung Goethes (Dichtung und Wahrheit) den Spuren des Dichters nachgehend insbesondere das Goethehaus unter der liebenswürdigen Führung des Bibliothekars Herrn Dr. Hering eingehend


