Jahrgang 
1910
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III. Chronik der Schule.

1. Zur Schulgeschichte.

Das neue Schuljahr begann Montag, den 19. April 1909, mit der Prüfung der neu angemeldeten Schüler und der Mitteilung des Stundenplans; am Nachmittag fand die kleine Feier zur Aufnahme der 25 für die unterste Vorschulklasse angemeldeten Schüler statt.

Am folgenden Tag begann der lehrplanmäßige Unterricht nach einer Versammlung im Festsaal der Schule, in welcher der Dircktor die neuen Mitglieder des Lehrerkollegiums, die Oberlehrer Dr. Meyer, Mager und Bleisch(s. S. 16) und den mit der Vertretung des Oberlehrers Dr. Berlit beauftragten Probekandidaten Jacobi begrüßte und die Schüler auf die wichtigsten Bestimmungen der Schulordnung hinwies.

Beim Schluß der Sommerferien, am 17. Juli, wurden wieder die Gusta v-Freytag- Preise verteilt, und zwar erhielten folgende Schüler je ein Werk des Dichters: Fiedler Ula, Schaub UIb, Horchler OIIa, Winkel OIIb, Karl Müller UIIa, Salomon UIIb.

Nach den Sommerferien konnten wir auch endlich den Turnplatz an der Lahn- straße, der inzwischen in seiner ganzen Ausdehnung hergerichtet und mit Gras besät worden war, für das Turnen und insbesondere für die Jugendspiele in Benutzung nehmen. Um diese prachtvolle Gelegenheit voll auszunützen und um andererseits eine Überlastung unserer Schüler mit zu großer Stundenzahl zu vermeiden, haben wir Turnen und Jugendspiele in der Weise miteinander vereinigt, daß, solange das Wetter günstig ist, jeweils eine der drei wöchentlichen Turnstunden als verlängerte Spielstunde gehalten wird, an der sämtliche Schüler der Klasse verpflichtet sind teilzunehmen, sofern sie nicht ein ärztliches Zeugnis davon befreit. Auf diese Weise erst ist es möglich geworden, die Jugendspiele, die früher für eine große Anzahl der Schüler, anfangs sogar für die meisten, nur auf dem Papier bestanden, tatsächlich allen zugute kommen zu lassen, ohne daß ihnen daraus ein nenuenswerter Zeitverlust entsteht. Diese Maßregel hat sich ausgezeichnet be- währt; das einzige Bedauerliche dabei ist die Tatsache, daß dieser Spielplatz uns voraussicht- lich nur auf wenige Jahre zur Verfügung stehen wird; ist er seiner Bestimmung gemäß bebaut, so wird die Schule jeder Möglichkeit einer solchen Vereinigung von Turnunterricht und Jugendspiel beraubt sein. Auch aus diesem Grunde wäre von Herzen zu wünschen, daß die maßgebenden Stellen die Schaffung dauernder Jugendspielplätze in nächster Nähe der Stadt sich angelegen sein ließen.

Einige wichtige bauliche Veränderungen konnten gegen Ende des Sommer- halbjahres der Benutzung übergeben werden: durch die Verlegung des Direktorzimmers wurde ein praktischer Zugang zu diesem und außer einem Lehrerarbeitszimmer auch ein Elternsprechzimmer geschaffen, wodurch die notwendige äußere Vorbedingung für einen regen Verkehr zwischen Schule und Elternhaus gegeben ist. Diese Anderungen zogen eine Verlegung des geographisch-geschichtlichen Sammlungsraums und namentlich der Bücherei nach sich, die im Untergeschoß wohnlich und zweck- dienlich untergebracht wurde. Für die nachträgliche Ausführung dieser Einrichtungen, die eine entschiedene Verbesserung darstellen, gebührt den städtischen Behörden und dem Bauamt aufrichtiger Dank.

Die Sedanfeier hielten wir auch dieses Jahr wieder in Gestalt einer Purnfeier unter den Eichen ab, die, vom prächtigsten Wetter begünstigt, einen sehr schönen Ver-